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Dahme-Spreewald Wiege des Rundfunks erwacht wieder
Lokales Dahme-Spreewald Wiege des Rundfunks erwacht wieder
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00:37 16.08.2015
Stadtplaner Jörg Glase vor dem denkmalgeschützten Sendehaus, in dem sich das Rundfunkmuseum befindet. Quelle: Franziska Mohr
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Königs Wusterhausen

„Begonnen hat die Entwicklung des Funkerbergs 2005 mit einem handfesten Krach“, erinnert sich Stadtplaner Jörg Glase schmunzelnd mit Blick auf den erst im Juli von den Stadtverordneten beschlossenen zwölf Hektar umfassenden Bebauungsplan „Funkerberg Nordwest“. Die Telekom als damaliger Eigentümer des 130 Hektar großen Areals kündigte vor zehn Jahren den Vertrag mit dem Förderverein des „Rundfunkmuseums“ über die museale Nutzung des Sendehauses 1. Die damit verbundene damalige Schließung des Museums als der Wiege des Rundfunks löste weltweit Proteste aus. Selbst die einstige brandenburgische Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) wandte sich in einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Telekom, um eine Lösung zu erwirken. „Als Antwort entgegnete die Telekom, dass das Land das Gesamtareal doch für einen Euro erwerben könne“, erinnert sich Glase. Rechtlich aber konnten das weder das Land noch der Kreis. Nach harten Verhandlungen erwarb 2007 die Stadt Königs Wusterhausen das riesige Gelände, viermal so groß wie das gesamte Schwermaschinenbau-Areal in Wildau, für einen Euro. „Es war ein trotz aller Abwägung verbleibendes Wagnis, das die Stadtverordneten damals eingingen. Aber es beginnt sich jetzt nach und nach auszuzahlen“, sagt Glase.

Anfänglich schien es, als habe sich die Stadt damit verhoben, jetzt aber nimmt die Entwicklung mehr und mehr Fahrt auf. So eröffnet der jüngste B-Plan „Funkerberg Nordwest“ den Weg für die Fortführung des bereits jetzt räumlich beengten Wildauer Wirtschafts- und Wissenschaftscampus bis auf den Funkerberg. Anfänglich auf einer Fläche von zwölf von insgesamt 50 Hektar soll innerhalb von fünf Jahren ein Technologiezentrum mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen entstehen. Nach einer europaweiten Ausschreibung obliegt die Geschäftsbesorgung dem bundesweit agierenden Projektsteuerungs- und Entwicklungsbüro Drees & Sommer.

Wiege des Rundfunks

Der Förderverein „Sender Königs Wusterhausen“ betreibt das Rundfunkmuseum auf dem Funkerberg. Er initiiert auch die regelmäßigen Vorführungen des 1000-PS-Dieselmotors und setzt sich für den Erhalt des Mastes 17 ein, der zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Mit einer Höhe von 212 Metern ist er der letzte von einst 22 Sendemasten auf dem Funkerberg. Der Verein wurde am 18. Oktober 1993 gegründet.

Der Verein bewahrt auch die Erinnerung an die Geburtsstunde des deutschen Rundfunks, die am 22. Dezember 1920 auf dem Funkerberg schlug. Damals spielten Beamte der einstigen Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen in einem improvisierten Studio das Lied „Stille Nacht“.

Im Oktober 2014 beschlossen die Stadtverordneten innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Million Euro in die Ertüchtigung des denkmalgeschützten Sendehauses 1, in dem sich das Museum befindet, zu investieren. Es soll vor allem mehr Barrierefreiheit im Museum geschaffen werden.

Als Pilotprojekt dient möglicherweise ein Energie- und Kompetenzzentrum, das die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Landkreises bauen könnte. „Im Interesse der gesamten Region wäre die Stadt Königs Wusterhausen auch bereit, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft die Fläche zu abgesenkten Preisen unterhalb des Verkehrswertes zu verkaufen. Schließlich sind wir eine kommunale Familie“, setzt der Königs Wusterhausener Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) ein positives Zeichen für das Projekt. Für die im nächsten Jahr an der B179 – gegenüber vom jetzigen Gartenbaubetrieb – beginnende Erschließung der Fläche hat das Land Glase zufolge eine bis zu 80-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Damit wäre die Ansiedlung ab 2017 möglich. Etwas später könnte auch der Bau der etwa zehn Millionen Euro teuren Feuerwehr-Hauptwache mit zehn Stellplätzen, Waschhalle und Schulungsräumen gegenüber der Wohnsiedlung Windmühlenberg beginnen. Dafür soll im nächsten Jahr das Baurecht geschaffen werden. Noch allerdings stehen dazu die Entscheidungen des Stadtparlaments aus.

Kräftig in Schwung kam auf dem Funkerberg auch der Wohnungsbau. Von den 60 möglichen Baugrundstücken am Fuße des Berges sind schon 35 mit 30 Einfamilienhäusern, einem Doppelhaus sowie vier Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 21 Wohnungen bebaut. Der schmucke Ausbau der seit Jahren einen Schandfleck bildenden alten Kaserne aus dem Jahr 1913 wird voraussichtlich im Dezember beendet. Entstanden sind 47 attraktive Eigentumswohnungen. Die Umwandlung der benachbarten alten Reithalle in 24 Wohnungen ist im Gange.

Von Franziska Mohr

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