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Wiesenhof-Erweiterungen durchgewunken?

Abriss in Niederlehme gefordert Wiesenhof-Erweiterungen durchgewunken?

Der Geflügel-Schlachtbetrieb Wiesenhof in Niederlehme möchte größer werden. Für die Erweiterungen läuft gerade ein Genehmigungsverfahren. Doch die sind längst erfolgt, behauptet Grünen-Politiker Benjamin Raschke. Er fordert drastische Maßnahmen. Der Wiesenhof-Konzern äußert sich zurückhaltend zu dem Vorwurf. Ein klares Dementi sieht anders aus.

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Quelle: dpa

Niederlehme. Die Kapazitäten des Wiesenhof-Geflügelschlachthofs in Niederlehme sollen schon ohne Genehmigung erweitert worden sein. Das behauptet der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke am Freitag unter Berufung auf die Landesregierung. „Die angesprochene Kapazitätserweiterung ist erfolgt“, zitiert Raschke aus der Antwort von Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf seine Anfrage.

Raschke fordert sofortigen Rückbau

Der Sachverhalt werde derzeit überprüft, so der Minister. Raschke erklärte dazu: „Ich fordere einen sofortigen Stopp und Rückbau der Baumaßnahmen. Ich sehe nicht, wie das Landesamt für Umwelt jetzt noch eine Genehmigung erteilen könnte.“

Der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke aus Dahme-Spreewald

Der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke aus Dahme-Spreewald.

Quelle: Christel Köster

Die Pläne der zum Wiesenhof-Konzern gehörenden Märkischen Geflügelhof-Spezialitäten GmbH in Niederlehme zur Kapazitätserweiterung um das Doppelte auf bis zu 240 000 Tiere täglich sind am 30. März in Königs Wusterhausen öffentlich erörtert worden. Dabei habe das Landesumweltamt deutlich gemacht, dass es sich eine vorgezogene Genehmigung nicht vorstellen kann, sagte Raschke. „Dass Wiesenhof die Kapazität schon heimlich erhöht hatte, macht mich sprachlos“, so der Grünen-Politiker.

Konzern reagiert auf die Vorwürfe

Der Wiesenhof-Konzern teilte auf MAZ-Anfrage am Freitag mit, dass der jetzt beanstandete Neubau mit einer neuen Abluftreinigungsanlage schon Mitte 2015 in Betrieb genommen worden sei. Er sei schon lange vor den Großbränden in zwei anderen Wiesenhof-Schlachtanlagen geplant und beantragt worden. „Darüber hinaus sind die baulichen Änderungen auf dem Betriebsgelände durch immissionsschutzrechtliche Anzeigen und Baugenehmigungen abgedeckt“, so Sprecherin Maria Große Böckmann. Das Landesumweltamt sei darüber informiert worden, dass die Schlachtung von mehr Tieren in Niederlehme aus tierschutzrechtlichen Gründen erforderlich werde. „Die Behörde hat dies ebenso gesehen, aber gefordert, dass zugleich ein Genehmigungsantrag hierfür gestellt wird. Dem ist die Märkische Geflügelhof-Spezialitäten GmbH nachgekommen“, erklärte die Wiesenhof-Sprecherin.

Grünen-Politiker Raschke sieht die Öffentlichkeit hingegen wiederholt getäuscht. Der Konzern sei „kein vertrauenswürdiger Partner“ für Brandenburgs Landwirtschaft.

Von MAZonline

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