Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Wildau: Ehrengrab für Weiße-Rose-Aktivistin
Lokales Dahme-Spreewald Wildau: Ehrengrab für Weiße-Rose-Aktivistin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 01.11.2014
Das Grab von Gisela Schertling Quelle: Irmscher
Wildau

Schon 2010 wurde in Wildau eine Straße nach Gisela Schertling benannt. Die Ruhezeit der Grabstelle von Gisela Schertling, die 22 Jahre lang bis zu ihrem Tod am 8.November 1994 in Wildau lebte, wäre im Dezember 2014 abgelaufen. Nun kann die Grabstätte also weiterbestehen.

Die Stadt Wildau würdigt mit diesem Beschluss das Leben der mutigen Frau. Gisela Schertlings Wirken wurde unter anderem auch in dem preisgekrönten Film „Sophie Scholl – die letzten Tage“ von einer Schauspielerin in einer Nebenrolle dargestellt und verstärkt in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt.

Sophie Scholl lockte Gisela Schertling zum Studium nach München

Geboren am 9. Februar 1922 in der thüringischen Kleinstadt Pößneck, wuchs sie als älteste von drei Töchtern des Verlegers Paul Schertling und dessen Frau Lotte ganz im Geist des Nationalsozialismus auf. Beim Reichsarbeitsdienst im bayerischen Krauchenwies lernte sie im Sommer 1941 Sophie Scholl kennen. Diese war es auch, die sie bewog, im Wintersemester 1942/43 in München Philosophie zu studieren. Durch die enge Freundschaft mit Sophie lernte Gisela Schertling in München auch deren Bruder Hans kennen und lieben. Einige Monate später verlobten sie sich.

Am 18. Februar 1943, als Propagandaminister Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“ ausrief, legten Sophie und Hans Scholl in der Münchener Universität das sechste und letzte Flugblatt der „Weißen Rose“ gegen das Hitler-Regime aus. Als die Geschwister denunziert wurden, geriet auch Schertling in den Fokus der Gestapo. Sie wurde am gleichen Tag verhaftet.

Ein Jahr Haft für Wildauerin

Am 22. Februar 1943 sterben die Scholls unter dem Fallbeil, während Gisela Schertling nach zahlreichen Verhören am 19. April 1943 durch den berüchtigten Richter des Volksgerichtshofes, Roland Freisler, wegen „Nichtanzeige eines hochverräterischen Unternehmens“ zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wird. Diese Strafe verbüßt sie im Gefängnis München-Stadelheim bis 1944.

Nach Kriegsende schloss Gisela Schertling ihr Studium ab und absolvierte Ausbildungen zur kirchlichen Religionslehrerin, Katechetin und Organistin. Sie arbeitete in Thüringen, ehe sie im September 1973 in die Friedenskirchgemeinde Wildau wechselte. Die seit 1963 in der DDR offiziell anerkannte „Verfolgte des Naziregimes“ arbeitete dort haupt- und ehrenamtlich als Katechetin. Nach langer Krankheit verstarb sie im Alter von 72 Jahren und wurde auf dem Waldfriedhof in Wildau beerdigt.

Von Franziska Mohr

Folgen Sie uns auf Facebook!

Aktuelle Nachrichten und Fotos aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald finden Sie auf unserer Facebook-Seite.  Folgen Sie unserer Seite und diskutieren Sie mit uns über aktuelle Artikel oder geben Sie uns Hinweise, worüber wir berichten können.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Facebook-Seite: www.facebook.com/dahmelandflaeming.

Werden Sie Fan von der MAZ bei Facebook!

Dahme-Spreewald Die Feuerwehr in Birkholz erhält einen Neubau und die Wache in Hermsdorf wird saniert - Baupfusch wird beseitigt

Noch ist nur eine saftig grüne Wiese zu sehen. Doch in den nächsten Tagen werden die Baufahrzeuge anrücken, damit neben der Feuerwache in Birkholz ein neues Gebäude für die Feuerwehr gebaut werden kann. Der alte Bau ist zu klein und sowieso ein Sanierungsfall. Auch in Hermsdorf wird der Feuerwehrbau saniert.

01.11.2014
Dahme-Spreewald Einwohner sprechen sich bei Versammlung für den Erhalt der Bäume aus - Telzer wollen ihre Linden behalten

In Telz prägen schon seit 130 Jahren Linden den Ortskern. Nun soll ein Großteil der Bäume gefällt werden. Der Grund: An einigen Stellen machen die Baumwurzeln die Fußgängerwege uneben. Die geplante Fällung bewegt viele Telzer. Das lässt sich auch daran erkennen, dass eine Einwohnerfragestunde zu diesem Thema am Mittwochabend im Gemeindehaus sehr gut besucht war.

31.10.2014
Brandenburg Online-Auktion für Heideblick-Walddrehna und Gumtow-Wutike - Zwei Bahnhöfe kommen unter den Hammer

Wer hat nicht schon davon geträumt, im Fahrkartenschalter eines Brandenburger Bahnhofs zu kochen oder im Dienstzimmer des Bahnhofsvorstehers zu schlafen? Diesen Traum können Sie sich jetzt erfüllen: Gleich zwei Bahnhöfe aus Brandenburg kommen am 14. November bei einer Internet-Auktion unter den Hammer.

31.10.2014