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Wildau Jugendliche auf Weltraum-Mission
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Jugendliche auf Weltraum-Mission
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12:13 14.03.2019
Benjamin, Thea und Elias (v.l.) präsentieren ihren Rover. Quelle: Karen Grunow
Wildau

Stein, Wattebausch, eine Packung Taschentücher: Was wie eine andere Variation des beliebten Spiels „Stein, Schere, Papier“ klingen könnte, ist eigentlich eine äußerst komplizierte Versuchsanordnung. Die von Schülern aus Königs Wusterhausen, Eichwalde und Berlin konzipierten handlichen Mars-Rover müssen es schaffen, diese drei Dinge mit ihren Greifern sicher aufzuheben und geschickt an eigens markierten Stellen wieder abzulegen. Dafür tüfteln die Mädchen und Jungen bereits seit einigen Monaten, wie aus Lego-Bausätzen marstaugliche Gefährte werden können. Hilfe bei diesem Projekt erhalten sie unter anderem an der Technischen Hochschule (TH) Wildau.

Der TH-Student Till Eichelbaum stand ihnen dabei bislang einmal pro Woche zur Seite. Er gehört zum Team von Luftfahrttechnik-Professor Wolfgang Rüther-Kindel, der diese besonderen Projekte gern unterstützt. Was die Zehnt- und Elftklässler da ein ganzes Schuljahr lang zusätzlich zu ihrem Schulpensum fabrizieren, ist eine so genannte Schüler-Ingenieur-Akademie.

Die Eichwalder Schüler Maxim, Jonas und Paul (v.l.) mit ihrem Rover und Koordinatorin Christine Carstensen. Quelle: Karen Grunow

Entstanden ist jenes Konzept bereits 2000 in Baden-Württemberg, seit 2008 gibt es eine solche „SIA“ auch in Brandenburg. Christine Carstensen ist von Anfang an als Koordinatorin vom „Netzwerk Zukunft“ mit dabei. Die Biologie- und Mathematik-Lehrerin vom Eichwalder Humboldt-Gymnasium engagiert sich seit 2007 bereits als für Dahme-Spreewald zuständige Koordinatorin des Netzwerks.

„Die Schüler müssen sich bewerben“, erzählt sie über den Zugang zur „SIA“. Dabei müssen sie darlegen, warum gerade sie an diesem Projekt mitwirken wollen. „Robotool“ heißt es und findet in dieser Form zum bereits sechsten Mal statt. „Das Thema kann man jedes Jahr wieder machen“, findet Christine Carstensen. Jedes Jahr staunt sie über die völlig verschiedenen Herangehensweisen der Teilnehmer, die ferngesteuerte fahrbare Roboter kreieren und programmieren müssen.

Immer wieder gibt es besondere Exkursionen für die „SIA“-Teilnehmer. Neulich besuchten sie gemeinsam die Berliner Firma PTScientists. Ein für die jungen Forscher sicherlich spektakulärer Termin, konnten sie doch mal echte Rover, entwickelt für den Einsatz auf dem Mond, und ein originalgroßes detailliertes Modell eines Raumschiffs sehen. Eng arbeitet das Team von PTScientiests mit der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, steht in Kontakt mit der Nasa und kooperiert mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dieses Forschungszentrum gehört ebenso zu den Partnern der „SIA“ wie die TH Wildau.

Das Unternehmen PTScientists baut Rover und Raumschiff für die Mondfahrt Quelle: PTScientists

Die Jugendlichen jedenfalls waren sehr beeindruckt. Aber – an ihren eigenen Rovern sichtbar – alles andere als unbeleckt. „Ich sehe, wir haben es mit Profis zu tun“, lobte denn auch der für Vernetzung zu Hochschulen und Schulen zuständige PTScientists-Mitarbeiter André Radloff die kundige Runde. Das 2009 von Robert Böhme gegründete Unternehmen ist das einzige private dieser Art in Kontinentaleuropa. Bis zu 300 Kilogramm kann das Raumschiff Alina (Autonomous Landing and Navigation Module) transportieren, Platz genug für zwei der „Audi Lunar Quattro“-Rover. Im kommenden Jahr bereits sollen sie auf dem Mond rollen.

„Ich finde das Thema Weltraum sehr interessant“, sagte Thea Wilcke vom Königs Wusterhausener Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Ein Studium in dem Bereich könne sie sich später gut vorstellen, so die Elftklässlerin, die mit ihrem Team-Kollegen den eigenen Rover vorführte. Es zeigte sich schnell, dass jede der Gruppen einen anderen Fokus hat. Bei der einen ist der Greifer schon sehr ausgefeilt und die kleineren, an Einkaufswagen erinnernden Vorderräder sind sehr beweglich, die andere Gruppe setzt auf Raupenketten. Und testete das sogleich – mit Erfolg – in dem speziellen großen Sandkasten, den die PTScientists eigens zum Testen ihrer Rover angelegt und mit mondähnlichem Sand gefüllt haben.

Große Präsentation folgt Ende des Schuljahres

Doch zunächst mussten alle erst einmal beweisen, ob ihre Rover mit den Aufgaben, Stein, Wattebausch und Taschentücher aufzuheben, klarkommen. Nicht nur von den PTScientists bekamen sie dabei wertvolle Tipps; Christine Carstensen und ihre Mitstreiter vom Zentrum für Luft- und Raumfahrt begutachteten die bisherigen Entwürfe ebenfalls ganz genau.

Zum Schuljahresende werden die Teams beim DLR in Berlin-Adlershof ihre Erfindungen in einer dem Mars nachempfundenen künstlichen Landschaft vorführen müssen. Bei der perfekten Präsentation hilft ihnen im Vorfeld Andreas Preiß vom Zentrum für Hochschulkommunikation der TH Wildau.

Von Karen Grunow

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