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Wildau Aktion gegen Wildwuchs schreckt Wildauer auf
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00:21 14.01.2019
Anwohnerin Simone Hahn hofft, dass die Grünfläche an der Hinterlandstraße erhalten bleibt. Quelle: Frank Pawlowski
Wildau

 „Ich sah aus dem Fenster und mir kamen die Tränen.“ So schildert Simone Hahn ihre Reaktion auf das, was hinter ihrem Wohnhaus in der Karl-Marx-Straße in Wildau geschah. In der verwilderten Grünfläche an der so genannten Hinterlandstraße zwischen Oberschule und Kita wurde gesägt und geschnitten. Gestrüpp, Geäst und einzelne Bäume verschwanden. Die 54-Jährige befürchtete einen regelrechten Kahlschlag.

Wo der Wildwuchs rigoros entfernt wurde, sieht es jetzt tatsächlich wie kahlgeschoren aus. Doch eine Rodung der Fläche ist nicht vorgesehen, wie der Geschäftsfüherer der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft, Frank Kerber, versichert. Der Wiwo gehört die Fläche. Bis Ende Februar werden die Aufräumarbeiten noch fortgesetzt.

Wiwo: Gefahrenquellen werden beseitigt

Die großflächig wuchernde armenische Brombeere wird wahrscheinlich entfernt, einige Pappeln und größere Bäume sollen noch beschnitten werden. „Wir wollen die Fläche für jedermann offen halten und müssen deshalb Gefahrenquellen beseitigen“, sagt Kerber. Außerdem solle verhindert werden, dass sich Ungeziefer ausbreiten und sich Wildschweine auf der Fläche tummeln. Das Vorgehen sei mit der Stadtverwaltung abgestimmt worden.

Äste liegen auf dem Boden, Sägespäne sind noch zu sehen. Im Hintergrund die Wohnhäuser der Karl-Marx-Straße. Quelle: Frank Pawlowski

Simone Hahn findet, dass die grüne Oase unbedingt erhalten bleiben muss. Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche gedeihen dort. „Darunter sind historische Sorten, die es sonst kaum noch gibt“, sagt sie. Fasane und Spechte haben sich eingenistet. Die Flora und Fauna, die auf dem Areal entstanden ist, hält sie für schützenswert. „Es ist richtig, dass ausgeästet wird, aber nicht in dem Ausmaß“, meint Simone Hahn. Sie befürchtet gar, das Kleinod könne künftig ganz verschwinden. So halten sich Gerüchte, dass auf der jetzigen Grünfläche Parkplätze entstehen sollen.

Wohnungsbau ist möglich

Laut Frank Kerber gab es im Rathaus diese Idee einmal, doch sie ist verworfen worden. Die Sorgen der Anwohner vor einer Bebauung kann er verstehen. Doch die seien vorerst unbegründet. Allerdings schließt Kerber das mittelfristig nicht aus. Laut Flächennutzungsplan sei auf der Fläche Wohnungsbau durchaus möglich. Derzeit sei das aber nicht geplant, die Wiwo konzentriere sich auf andere Projekte.

Auf dem ungenutzten Volleyball-Platz sollen Bienen-Völker angesiedelt werden. Quelle: Frank Pawlowski

Einen Stadtpark wird es dort allerdings auch nicht geben. Der finanzielle Aufwand für die Errichtung und Bewirtschaft sei zu hoch. Die Fläche liegt seit vielen Jahren brach, zuvor gab es dort Kleingärten. Nahe der Kita wurde ein Rasenplatz als Volleyball-Feld angelegt, der aber nicht genutzt wird. Die Wiwo will nun in Zusammenarbeit mit der Kita einige Bienen-Völker ansiedeln.

Von Frank Pawlowski

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