Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wildau Darüber beschweren sich Anwohner des Seniorenheims
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Darüber beschweren sich Anwohner des Seniorenheims
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:05 13.03.2019
Die Wirtschaftseinfahrt des Wildauer Seniorenheims in der Stolze-Schrey-Straße. Der Abfallplatz befindet sich vorne links, direkt gegenüber von Silvia Dammköhlers Grundstück. Quelle: Frank Pawlowski
Wildau

Vor Silvia Dammköhlers Gartenzaun befindet sich eine kleine Mülldeponie. In dem Container nebenan auf dem Wirtschaftshof des Wildauer Seniorenheims landen Abfälle und die Windeln der Heimbewohner. Der Inhalt wird gepresst. Es dauert vier Wochen, bis der Container voll ist und abgeholt wird. Silvia Dammköhler erträgt das vor ihrer Nase nicht mehr. Sie will, dass der Container versetzt wird. Das Seniorenheim sieht dafür aber keinen Grund.

Die Auseinandersetzung gibt es schon seit einigen Jahren. Im vorigen Sommer, der so heiß war, wurde es für Silvia Dammköhler und ihren Lebensgefährten Dietmar Lehmann unerträglich. „Die Geruchsbelästigung war extrem“, erzählt die Wildauerin. Sie glaubt, dass von dem Müllcontainer sogar eine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Schmeißfliegen, die im Container umherschwirren und in die benachbarten Häuser gelangen, könnten Krankheiten übertragen, fürchtet sie. Silvia Dammköhler hat die Fliegenplage auf Videos und Fotos dokumentiert. Zwar wurde der Abfallplatz inzwischen eingezäunt, doch das ändert für sie nichts am Problem.

Silvia Dammköhler, Sprecherin der BI Dichterviertel, zu Hause am Küchentisch. Der Schriftverkehr füllt schon einen Aktenordner. Auf dem Rechner hat sie viele Fotos und Videos gespeichert. Quelle: Frank Pawlowski

Die Beiden suchten Mitstreiter in der Nachbarschaft und rannte offene Türen ein. „Da hatte sich viel Unmut aufgestaut.“ So ärgerten sich Anwohner über zugeparkte Straßen und den schlafstörenden Lärm am frühen Morgen durch Lieferfahrzeuge. Die Bürgerinitiative Dichterviertel wurde gegründet, deren Sprecherin Silvia Dammköhler ist. Nach einem Fernsehbericht hoffte sie, mit dem Seniorenheim endlich ins Gespräch zu kommen. Doch statt dessen kam ein Brief von einem Anwalt. Die Fronten sind seither total verhärtet.

Der Geschäftsführer der Seniorenheim GmbH, Andreas Beckmann, teilte auf MAZ-Anfrage mit, dass es derzeit nicht möglich sei, den Container weiter entfernt von den Wohnhäusern aufzustellen. Der jetzige Standort sei zulässig, die Entsorgung erfolge „gemäß den Vorgaben“ des Abfallverbandes SBAZV. Gefahren für Anwohner bestünden „selbstverständlich nicht“, betont Beckmann. Er beruft sich auf Stellungnahmen des Gesundheitsamtes. Tatsächlich stellten die Kontrolleure weder starke Gerüche noch einen Fliegenbefall fest. Der Abfallplatz sei ordentlich und aufgeräumt gewesen, urteilten sie. Das Bauordnungsamt hatte ebenfalls nichts auszusetzen.

Den Abfallplatz des Seniorenheims hat Silvia Dammköhler direkt vor der Nase. Im großen grünen Container wird Inkontinenzmaterial entsorgt und gepresst. Die Entsorgung erfolgt alle vier Wochen. Quelle: Privat

Der morgendliche Lieferverkehr zum Seniorenheim und zur Küche der Wildauer Servicegesellschaft, deren Chef er ebenfalls Beckmann ist, sei bereits minimiert worden, erklärte er. Die WSG-Küche befindet sich mit auf dem Wirtschaftshof des Seniorenheims.

Die Stadt Wildau als Mitgesellschafter der Seniorenheim GmbH sieht sich in einer Vermittlerrolle. „Unsere Aufgabe ist es, zu helfen, damit wieder ein vernünftiges nachbarschaftliches Verhältnis herrscht“, sagt der amtierende Bürgermeister Marc Anders (parteilos). Vertreter der Stadt nahmen an Versammlungen der Bürgerinitiative teil und sind laut Anders mit dem Seniorenheim im Gespräch.

Silvia Dammköhler und Dietmar Lehmann loben das Bemühen der Stadt, eine Lösung zu finden. Beim Abfall-Container sind sie da aber skeptisch. Das Seniorenheim nutze eine Gesetzeslücke aus. „Die sitzen das aus. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, was sich hier abspielt.“ Sie wollen nun die Verlegung des Containers auf juristischem Weg erreichen. Ausgeschlossen ist ein Gespräch mit dem Seniorenheim-Chef deshalb aber nicht. „Wir sind redebereit, aber wir lassen uns nicht verarschen“, sagt Dietmar Lehmann. Und Geschäftsführer Andreas Beckmann antwortete auf die Frage zur einvernehmlichen Klärung mit der Bürgerinitiative: „Eine persönliche Einladung zu einem nichtöffentlichen Gespräch liegt den Mitgliedern vor.“

Die Zufahrt zum Wirtschaftshof. Anwohner beklagen den Lieferverkehr frühmorgens und fehlende Parkplätze. Quelle: Frank Pawlowski

Von Frank Pawlowski

Ein Hähnchen hat am Sonntag zu einem Feuerwehreinsatz in einer Asylbewerberunterkunft in Wildau geführt. Jemand hatte es in einem Backofen vergessen – das sorgte für eine Rauchwolke.

11.03.2019

Einen solchen Ansturm auf das A 10-Center gab es noch nie. Wegen des Feiertags sind viele Berliner zum Einkaufen nach Wildau gekommen. Doch dem Center-Manager sind mit Blick auf das Chaos die Hände gebunden.

11.03.2019

Ein enormer Ansturm auf das Einkaufszentrum sorgte am Freitag für Chaos auf den Anfahrtswegen. Allmählich löst sich das Chaos nun wieder auf.

11.03.2019