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Wildau Uwe Malich tritt doch nicht zurück
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00:20 07.10.2018
Uwe Malich kurz vor der Bürgermeisterwahl 2017. Quelle: Frank Pawlowski
Wildau

Wildaus erkrankter Bürgermeister Uwe Malich (Linke) hofft offenbar, doch weiter im Amt bleiben zu können. Völlig überraschend hat er am Donnerstag seinen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand zurückgezogen. Der Stadtrat sollte am 9. Oktober darüber entscheiden. Der Beschluss wurde nun von der Tagesordnung genommen, wie der amtierende Bürgermeister Marc Anders (parteilos) bestätigte. „Der Einreicher kann den Beschluss jederzeit zurückziehen“, sagte er.

Der amtierende Bürgermeister und Kämmerer Marc Anders (l.) kürzlich beim Richtfest für das Wohnbauprojekt „Am Rosenanger“. Seit gut einem Jahr vertritt er die Stadt bei offiziellen Terminen und führt die Amtsgeschäfte. Quelle: Frank Pawlowski

Hoffnungen ruhen auf neuer OP

Malich hatte Anfang Juli angekündigt, dass er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben will. Am 29. August beantragte er die Versetzung in den Ruhestand. Seinen Sinneswandel begründete er am Donnerstag auf MAZ-Anfrage so: „Ich habe nächste Woche eine große Operation, die will ich abwarten. Wenn es gut läuft, werde ich weiter machen, wenn nicht, höre ich auf.“ Malich wird am Mittwoch in Berlin operiert. Er macht sich Hoffnungen auf eine anschließende, baldige Genesung.

Uwe Malich (2.v.l.) am Wahlabend im September 2017 im Rathaus. Er musste zwei Wochen später in die Stichwahl, die er gegen Herausforderin Angela Homuth (SPD) gewann. Quelle: Frank Pechhold

Seit 2001 Bürgermeister

Der 65-Jährige ist seit 2001 Bürgermeister in Wildau. 2017 war er für eine dritte achtjährige Amtszeit wiedergewählt worden. Seit einem schweren Fahrradunfall im vorigen Jahr kam er nicht wieder richtig auf die Beine. Zuvor hatte er bereits Schlaganfälle erlitten. Nach seiner Wiederwahl war er nur wenige Wochen im Dienst. „Ich war lange optimistisch, auch im Wahlkampf, aber es hat keinen Zweck mehr“, sagte er im Juli MAZ, als er seinen Rückzug vom Bürgermeisteramt ankündigte. Er sollte zum 31. Oktober ausscheiden.

Selbst Linke begrüßten Amtsverzicht

Fraktionsübergreifend war Malichs Amtsverzicht damals mit Erleichterung aufgenommen worden. Selbst sein linker Stadtverband begrüßte seinen Entschluss als „folgerichtig und vernünftig“. Die ungewisse Entwicklung seines Gesundheitszustandes „helfe weder ihm, noch der Stadt Wildau“, teilte der Stadtverband im Juli mit. Zugleich wurde die „sehr gute Vertretung“ durch seinen Stellvertreter Marc Anders gewürdigt.

Wildaus SVV-Vorsitzende Angela Homuth (SPD). Quelle: Privat

Aufregung in der Kommunalpolitik

In der Wildauer Kommunalpolitik sorgt sein Rücktritt vom Rücktritt für helle Aufregung und für großes Erstauen. Die SVV-Vorsitzende Angela Homuth (SPD) sagte in einer ersten Stellungnahme: „Ich nehme das zur Kenntnis.“ Zu dem Zeitpunkt kannte sie Malichs Begründung noch nicht. Er hatte ihr am Donnerstag schriftlich nur mitgeteilt, dass er seinen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand zurückziehe, begründet hatte er das nicht.

Bürgermeisterwahl wurde schon vorbereitet

Die Vorbereitungen für die Wahl eines neuen Bürgermeisters liefen bereits. Die Wahl sollte bis März 2019 stattfinden. Es wäre für Wildau die dritte Wahl neben der Kommunalwahl im Mai und der Landtags- und Europawahl im September gewesen.

Beim Unternehmerforum im Mai in Wildau hatte Uwe Malich einen der wenigen öffentlichen Auftritte in diesem Jahr. Quelle: Oliver Fischer

Zweifel an Malichs Dienstfähigkeit

Inzwischen werden in Wildau auch Forderungen nach einer Abwahl Malichs wieder laut. Offiziell wollten sich Stadtpolitiker dazu am Donnerstag aber nicht äußern. Außerdem gibt es Überlegungen, Malichs Dienstfähigkeit untersuchen zu lassen. Stadtverordnete bezweifeln, dass er gesundheitlich noch in der Lage ist, das Bürgermeisteramt dauerhaft auszuüben.

Unmut wegen Bürgermeister-Pauschale

Zuletzt sorgte ein Antrag von ihm für Kritik und Empörung, den er während seiner Erkrankung in Abwesenheit in der SVV stellte. Malich beantragte eine monatliche Aufwandspauschale von 195 Euro rückwirkend ab Februar. Das wurde abgelehnt. Erst nach seiner Rückkehr ins Amt sollte erneut entschieden werden. Die Bürgermeister-Pauschale gibt es seit 1991 in Wildau. Laut einer neuen Vorschrift muss sie zu Beginn einer Amtszeit vom Stadtrat beschlossen werden.

Von Frank Pawlowski

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