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Wildau Marktschwärmer feiern zweijähriges Bestehen
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Marktschwärmer feiern zweijähriges Bestehen
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11:36 11.07.2018
Franziska Erdmann (l.) verkauft Salate, Kräuter und Gemüse aus eigenem Anbau. Quelle: Nadine Pensold
Wildau

Appetitlich drapiert sind Zwiebeln, Möhren und Radieschen auf dem Tisch, frisch gebackenes und duftendes Brot in einem Landhaus-Regal aufgereiht. Wie jeden Donnerstag wimmelt es im Familienladen Seifenblase nur so vor frischen Produkten aus der Region. Zwischen 16.30 und 18.30 Uhr ist die Zeit der Wildauer Marktschwärmer, die Erzeuger und Kunden erst über das Netz und dann vor Ort zusammenbringen.

Eine Idee aus Frankreich

Marktschwärmer ist eine Kombination aus Online-Shop und Bauernmarkt.

Das Projekt wurde 2011 in Frankreich gegründet. 2014 begannen auch andere Länder, die Idee, regionale Erzeuger und Verbraucher zusammenzubringen, umzusetzen.

In Deutschland gibt es 44 Schwärmereien in zehn Bundesländern.

Mehr als 600 Menschen sind bei der Schwärmerei registriert. Den Warenkorb stellen die Teilnehmer vorab im Netz zusammen, die Verteilung findet donnerstags von 16.30 bis 18.30 Uhr im FamilienladenSeifenblase“, Karl-Marx-Straße 114, in Wildau.

Gastgeber des etwas anderen Wochenmarktes ist Patrick Grabasch. Im Juli vor zwei Jahren begründete er damals noch unter dem Namen Food Assembly in Wildau die Ausgabestelle für die Produkte von Bauern, Familienbetrieben und Kleinerzeugern aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern. „Das ist mein Herzensprojekt“, sagt der 33-Jährige, der während der Warenausgabe kaum eine ruhige Minute hat. Mit schwarzer Marktschwärmer-Schürze begrüßt er Stammkunden, hilft dabei, Kartoffeln und Brottüten zu verteilen, bittet zum Kaffeetisch und erklärt den Neulingen, wie das Konzept funktioniert.

Regionale Lebensmittel vom Sofa aus einkaufen

Eingekauft werden kann dabei gemütlich vom Sofa aus. Jede Woche präsentiert Patrick Grabasch auf der Online-Plattform des deutschlandweit aktiven Marktschwärmer-Netzwerks Produkte und Erzeuger aus der Region. Das Spektrum reicht von handgemachten Seifen über Brotaufstriche, Öle, Wurst- und Fleischwaren, Wildprodukte bis hin zu Eiern, Likören und Nudeln. Die Mitglieder können ihren Warenkorb zusammenstellen, bezahlen vorab und erhalten eine Nummer, mit der sie am Ausgabetag die Produkte abholen können.

Floriane Kunzendorfer ist Kundin der ersten Stunde. Sie hat bereits alle Erzeuger abgeklappert, Brot, Gemüse, Kräuter und Fleisch im Fahrradkorb verstaut. „Alles ist ganz frisch, die Qualität unschlagbar“, schwärmt die Wildauerin. Sie überzeugt vor allem, dass sie durch die Marktschwärmer die Erzeuger persönlich kennenlernen kann. „Ich war deshalb schon einmal mit auf einem Hof und habe mitgearbeitet“, erzählt sie.

Für Erzeuger eine Alternative zum Wochenmarkt

Der besagte Hof gehört Hans-Christoph Peters aus Werneuchen. Er bereichert mit Eiern, Fleisch und Wurst von Huhn und Schwein das Angebot in Wildau. Für ihn ist das Geschäftsmodell eine lohnende Alternative zum normalen Wochenmarkt. „Ich muss nicht den ganzen Tag auf dem Marktplatz stehen und bekomme meine Ware innerhalb von zwei Stunden sicher los. So bleibt mir genug Zeit, mich genug um meine Tiere aber auch um meine Kunden zu kümmern“, sagt der Landwirt.

Wie Hans-Christoph Peters gehört auch Franziska Erdmann schon lange zu den Erzeugern, die sowohl in der Wildauer Marktschwärmerei als auch an Standorten in Berlin dabei sind. „Für mich sind die Marktschwärmer eine optimale Plattform. Hier in Wildau ist es eine ganz gemütliche Runde und es geht recht familiär zu“, berichtet die Inhaberin einer Landwirtschaftsschule in Falkenhagen.

Stammkunden sind Rückgrat der Gemeinschaft

Dass die Marktschwärmer Wildau in diesen Tagen ihren zweiten Geburtstag gefeiert haben, ist für Patrick Grabasch auch eine gute Gelegenheit, die bisherige Zeit Revue passieren zu lassen. „Was mich sehr freut sind die vielen Stammkunden. Diese bilden das Rückgrat unserer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft.“ Was er sich für die Zukunft wünscht, sind beispielsweise noch ein paar Erzeuger aus der Spreewaldregion, aber auch die Möglichkeit, den Außenbereich des Familienladens für die Marktschwärmer nutzen zu können. Dafür fehlt allerdings noch der passende Sonnenschutz, Patrick Grabasch sucht deshalb aktuell nach einem Sponsor.

Von den Marktschwärmern hat er in den vergangenen Jahren auch etwas für sich gelernt und seine Koch- und Backkünste verfeinert. Jede Woche zaubert er ein kleines Büffet – zum Beispiel wie zuletzt einen schwedischen Johannisbeer-Marzipan-Kuchen. Natürlich mit Zutaten der lokalen Erzeuger.

Die Marktschwärmer Wildau gehen Anfang August in die Sommerpause. Die Verteilung beginnt wieder am 23. August. www.marktschwaermer.de

Von Nadine Pensold

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