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Wildau Protest gegen Niedriglöhne bei Real
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Protest gegen Niedriglöhne bei Real
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01:16 16.07.2018
Protest am Freitagmorgen vor dem Bahnhof Wildau gegen Niederiglöhne bei Real. Quelle: Frank Pawlowski
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Wildau

Gewerkschafter und Politiker haben am Freitagmorgen am Bahnhof in Wildau gegen die geplanten Niedriglöhne bei der Einzelhandelskette Real protestiert. Dem zeitgleichen Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi folgten fünf Mitarbeiter des Real-Marktes im Wildauer A10-Center. Der Bahnhof war ausgesucht worden, weil er zentraler liegt.

Bundesweiter Aktionstag startete in Wildau

Zum bundesweiten Aktionstag hatte der Verein Arbeitsunrecht aufgerufen. Auftakt war am Wildauer Bahnhof, wo zwischen sieben und acht Uhr morgens Informationsblätter an Passanten verteilt und symbolische rote Karten gezeigt wurden. „Die Leute waren sehr interessiert“, berichtete Niclas Stiehl. Der 19-jährige Wildauer arbeitet ehrenamtlich beim Jugendverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB. Er hat den Protest am Bahnhof mit vorbereitet.

Niclas Stiehl (l.) und DGB-Kreisvorsitzender Danny Albrecht haben die Protestaktion in Wildau vorbereitet. Quelle: Frank Pawlowski

Organisator Danny Albrecht aus Königs Wusterhausen ist DGB-Kreisvorsitzender in Dahme-Spreewald. Er verfolgt die Lohnentwicklung mit Sorge. Der 43-Jährige arbeitet selbst bei Real in Wildau. Er befürchtet, dass langfristig die Löhne aller Real-Mitarbeiter gedrückt werden. „Wenn wir nicht kämpfen, kann der Einzelhandel zur Billiglohn-Grube werden“, sagte er. Auch andere Ketten könnten nachziehen. Laut Niclas Stiehl soll eine Teilzeitkraft bei Real künftig 1100 statt 1600 Euro brutto verdienen.

Politiker von Linken und SPD nahmen teil

Einen Grund für die geringe Beteiligung am Streik in Wildau sieht er darin, dass viele Real-Mitarbeiter sich nicht trauen würden. „Viele sagen aber auch, solange ich mein Geld bekomme, ist alles gut.“ Mit der Resonanz auf die Protestaktion am Bahnhof ist er dennoch zufrieden. Es kamen 15 Teilnehmer, das seien mehr als erwartet gewesen. Mit dabei waren der der Kreisvorsitzende der Linken, Michael Wippold, und Juso-Kreisvorsitzender Alexander Kunath.

Verdi-Kundgebung in Berlin

Einige Wildauer Demonstranten fuhren anschließend noch zur Verdi-Streikkundgebung vor einem Real-Markt in Berlin-Neukölln. Daran nahmen laut Gewerkschaftsangaben rund 70 Personen teil.

Real will wettbewerbsfähige Personalkosten

Anfang Juni sind die bundesweit 34.000 Real-Mitarbeiter in eine neue GmbH ausgelagert worden. Der Verdi-Tarifvertrag für die alte Gesellschaft gilt für neu eingestellte Mitarbeiter nicht mehr. Für sie soll ein Tarifvertrag mit einer anderen Gewerkschaft ausgehandelt werden. Die Real-Geschäftsleitung nannte „wettbewerbsfähige Personalkosten“ als Ziel. Dem habe sich Verdi verweigert. Die Gewerkschaft spricht hingegen von „unzumutbaren Gehaltsabsenkungen“ und „Armutslöhnen“. Hauptforderung ist, dass sich der neue Tarif an den Verdiverträgen im Einzelhandel orientiert.

Von Frank Pawlowski

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