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Wildau TH begrüßt 1200 Erstsemester per Roboter
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17:31 21.09.2018
TH-Präsidentin Ulrike Tippe begrüßte die neuen Studierenden, beschränkte sich in ihrer Rede aufs Wesentliche. Quelle: Oliver Fischer
Wildau

Der erste Offizielle, den die Studenten im großen Hörsaal zu Gesicht bekamen, war ein kleiner weißer Roboter namens Bernd. Bernd hat keinen wirklichen Nachnamen, nicht einmal einen herzeigbaren Bildungsabschluss, was für eine Hochschule eher ungewöhnlich ist. Dafür erwies er sich den Erstsemestern gegenüber aber als äußerst freundlicher und geduldiger Einweiser.

Bernd begrüßte persönlich einen nach dem anderen mit säuselnder Stimme, bat alle auf ihre Plätze, und führte ihnen, als alle saßen und das Orchester zu spielen anfing, sogar ein kleines Tänzchen vor. Nach vorne rollen, nach hinten rollen, die Arme schwingen und nicht so steif in der Hüfte. Als er schließlich das Wort an Hochschulpräsidentin Ulrike Tippe übergab, hatte Bernd die Herzen der Studierenden damit schon mächtig vorgewärmt und wichtige Punkte für die Hochschule gemacht, bevor die ersten Begrüßungsworte überhaupt geredet waren. Genau das war auch der Plan.

1200 neue Studenten

Die Technische Hochschule Wildau feierte am Freitag den Beginn des neuen Wintersemesters und begrüßte dazu einen Großteil der 1200 neuen Studierenden. Für die hält ein Semesterbeginn naturgemäß Herausforderungen parat.

Roboter Bernd begrüßte Erstsemester und Gäste mit einem Tänzchen. Quelle: Oliver Fischer

Viele der neuen Studenten waren vorher noch nie in Wildau und mussten sich auch auf dem weitläufigen Campus erst orientieren. Auch die Funktionsweise einer Hochschule ist den wenigsten vertraut. Die ersten Tage sind deshalb üblicherweise ausgefüllt mit umschauen, sich kennenlernen, sich eingewöhnen.

Aber auch für Ulrike Tippe war die Situation neu. Die Hochschulpräsidentin hat ihr Amt erst seit Dezember vorigen Jahres inne, die Begrüßungsworte zum vergangenen Wintersemester hatte noch ihr Vorgänger, László Ungvári, gehalten.

Und immer an die Zielgruppe denken

Dessen Veranstaltungen waren geprägt von vielen Reden und einem durch und durch feierlichen Ton. Ulrike Tippe wollte es diesmal anders machen und die Bedürfnisse ihrer Erstsemester im Blick haben: Möglichst kurz sollte alles sein, möglichst unterhaltsam, möglichst zielgruppenorientiert.

Dazu gehörte der Auftritt von Roboter Bernd, den eine Studentin der Telematik in wochenlanger Arbeit für seinen Auftritt als Co-Moderator und Eintänzer programmiert hatte. Dazu gehörte auch, dass Politiker zwar eingeladen waren, auf Grußworte aber verzichten mussten. Sogar die Rede der Präsidentin war aufs Wesentliche zusammengeschnürt.

Zwei Kernbotschaften

Den jungen Studenten, die teilweise auf den Stufen des großen Hörsaals sitzen oder das Eröffnungsprogramm über Bildschirme aus anderen Räumen verfolgen mussten, gab die Präsidentin zwei Botschaften auf den Weg. Die erste war eine fachliche. Im digitalen Zeitalter reiche es nicht mehr, sich nur auf die Technologie selbst zu konzentrieren, so Tippe.

Weil die Folgen der neuen Technologien und künstliche Intelligenz alle Lebensbereiche durchdringen, seien juristische und soziologische Sichtweisen genauso wichtig, um die Fragen zu beantworten, die mit der technischen Entwicklung einhergehen: Was macht der Mensch mit der Technologie? Und was macht die Technologie mit dem Menschen? „Wir brauchen einen 360-Grad-Blick“, so Tippe.

T-Shirts gab es für die Studenten auch. Quelle: Oliver Fischer

Die Hochschulpräsidentin stellte den Erstsemestern anschließend kurz die Führungsriege der Hochschule vor. Die Vorsitzenden des Studierendenrats und des Studierendenparlaments durften noch für wilde Studentenpartys werben, der Chor und das Orchester der TH kamen auch zum Einsatz, und das gleich mehrfach. Darin lag die zweite Botschaft der Präsidentin: „Der Laden läuft nur, wenn Sie uns unterstützen.“

18 Studiengänge

Danach wurden die Erstsemester auch schon nach Studiengängen aufgeteilt – immerhin 18 gibt es davon inzwischen in Wildau. Neben Klassikern wie Luftfahrttechnick/Luftfahrtlogistik, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik ist diesmal auch ganz neu der Studiengang Verwaltungsinformatik dabei, der vom Land und den Kommunen organisiert wurde.

Und die Studenten? Die mochten ihren ersten Tag in Wildau – und das nicht nur, weil es am Nachmittag noch reichlich zu essen gab, weil sie mit T-Shirts beschenkt wurden und an den Infoständen noch allerlei Krimskrams gewinnen konnten. „Die Begrüßung war kurz und knackig“, lobte einer, der Campus sei attraktiv, fand eine andere. Ohnehin, die Berlinnähe sei ein großes Plus der Hochschule, die Integration der alten Gebäude in die neue Architektur ebenfalls. Und Bernd fand überall lobende Erwähnung.

Von Oliver Fischer

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