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Wildauer Handballer wollen in Schulzendorf trainieren

Sportler fürchten Rauswurf aus der Sporthalle Wildauer Handballer wollen in Schulzendorf trainieren

In der Schulzendorfer Sporthalle sollen hauptsächlich Schulzdorfer Sport treiben - finden zumindest die SPD und die Grünen. Die Wildauer Handballer sehen das anders. Sie trainieren in Schulzendorf und wollen das weiter tun. Sie haben Angst, dass sie die Halle bald nicht mehr nutzen können. Am Mittwoch demonstrierten sie bei der Gemeindevertretersitzung in Schulzendorf.

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Schulzendorf. Der wohl wichtigste Tagesordnungspunkt bei der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend war der Haushalts-Entwurf für 2014. Doch die Handballer vom HSV Wildau stahlen Kämmerin Larysa Meskat die Show. In Mannschaftsstärke kamen sie in den Sitzungssaal. Auf der Stirn trugen sie in schwarzen Lettern den Namen ihres Sportvereins. Das Rot ihrer Trikots signalisierte Angriffsstimmung.

Hintergrund war der Antrag der Fraktion von SPD und Grüne, die Nutzungssatzung für die Mehrzweckhalle im Ort zu ändern. Ihr Vorschlag, das machte Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Bäumer schon deutlich, zielte darauf ab, Schulzendorfer Vereine künftig vorrangig bei der Vergabe von Hallenzeiten zu berücksichtigen. In der neuen Satzungsfassung wird die Möglichkeit eingeräumt, ortsfremden Vereinen mit einer dreimonatigen Frist zu kündigen, falls ortsansässige Vereine Hallenzeiten begehren.

Während der Vereinsvorsitzende vom HSV Guido Thieke, der in Schulzendorf zugleich Gemeindevertreter (CDU/FDP) ist, noch einmal die Position der Sportler deutlich machte, verteidigte Bäumer seine Auffassung und rief damit einen harten Disput hervor. „Im HSV trainieren viele Kinder aus Schulzendorf“, so Thieke. Er befürchtet nun, dass die Handballer über kurz oder lang aus der Halle fliegen. „Dann müssten viele Mannschaften vom Spielbetrieb abgemeldet werden.“

Ines Fricke (Die Linke) plädierte dafür, dass die Vereine wieder mehr miteinander reden. „Früher war das möglich“, sagte sie. Dann könnten sich die Verantwortlichen zu den Hallenzeiten untereinander einigen. Sie fand es gut, dass die Nutzung der Halle an den Samstagen möglich werden soll, um mehr Zeiten für die Sportler bereitzustellen, machte aber auch darauf aufmerksam, dass dies mit Mehrkosten verbunden sei.

Andreas Wilhelm (CDU/FDP) wollte wissen, warum die Satzung überhaupt geändert werden müsse. Diese Meinung vertrat auch sein Fraktionsvorsitzender Joachim Kolberg. „Unmöglich“, kommentierte er die neue Kündigungsfrist.

Dass gerade dieser Passus in der neuen Satzung unter den Sportlern für Aufregung sorgt, wollte Bürgermeister Markus Mücke nicht verstehen. Früher hätten sich die Vereinsvorsitzenden halbjährlich getroffen, um die Hallenzeiten „regelrecht zu verschachern“. Mit der neuen Satzung könne nun mehr Verlässlichkeit erreicht werden. Ihm gefiel auch nicht, dass bei Öffnung der Halle an Samstagen die Mitarbeiter des Bauhofs eingesetzt werden müssten. „Die fehlen dann in der Gemeinde für andere Aufgaben“, betonte der Gemeindechef.

Schließlich wurde lange darüber diskutiert, wie viele Schulzendorfer Kinder im Wildauer Handballverein trainieren und in welchen Schulzendorfer Vereinen ortsfremde Sportler organisiert sind: Woran man also messen wolle, was ein ortsfremder oder ortsansässiger Verein ist.

Gemeindevorsteher Hans-Georg Bäumer meldete sich in der Hitze des Gefechts noch einmal zu Wort: „Ich brauche eine zweiminütige Auszeit.“ Das verstanden die HSV-Handballer offensichtlich falsch. Als die Sitzung unterbrochen wurde, verließen sie den Saal. Bei der anschließenden Abstimmung über die neue Satzung waren die Handballer also nicht mehr da. Die Satzung wurde mit zehn Ja- gegen sieben Nein-Stimmen beschlossen.

Von Andrea Müller

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