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Dahme-Spreewald Wildorado mit Erfolgsgeschichte
Lokales Dahme-Spreewald Wildorado mit Erfolgsgeschichte
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07:17 28.12.2017
Die Wildauerin Sandra Richter betreibt schon seit fünf Jahren Fitness im Wildorado. Quelle: Franziska Mohr
Wildau

„Jede Woche schwimme ich hier meine Bahnen. Das Wasser ist sauber und das Personal freundlich. Was will man mehr?!“, lobt die Wildauerin Irmgard Janke, während sie es sich im Whirlpool des Wildorado gut gehen lässt. Auch Martin Sylek ist Stammgast, wobei er vor allem den Fitnessbereich schätzt. „Die angebotene Kombination aus Sporthalle, Fitness, Sauna und Schwimmbecken ist in der Region einmalig“, lobt der Zeuthener. Besucherin Sandra Richter gefällt vor allem die Familienfreundlichkeit. „Ich kann hier meine Fitness trainieren und weiß, dass mein acht Monate alter Sohn nebenan im Kinderzimmer gut betreut wird. Das ist super“, freut sich die junge Mutter.

Klaus-Dieter Kurrat ist Geschäftsführer des Wildorado. Quelle: Franziska Mohr

Wildorado-Geschäftsführer Klaus-Dieter Kurrat hört dies zum Jahresausklang natürlich besonders gern. Er sieht darin sein Konzept bestätigt. „Die Stadt als Eigentümerin wollte mit dem Wildorado von Beginn an ein vor allem gesundheitsorientiertes Sport- und Freizeitzentrum und keine Muckibude etablieren. Das haben wir geschafft“, sagt er. Dafür sprechen beispielsweise, dass hier Mädchen und Jungen aus 26 Grundschulen das Schwimmen erlernen, mehr als 20 Unternehmen ihren Mitarbeitern Firmen-Fitness anbieten und der ansässige Reha-Sportverein mehr als 400 Mitglieder zählt. Von den jährlich etwa 135 000 Besuchern der Schwimmhalle, den 850 Fitness-Mitgliedern sowie den jeweils 40 Aqua- und Fitnesskursen ganz abgesehen. „Für die Lebensqualität nicht nur in Wildau, sondern für die gesamte Region ist das vor zehn Jahren eröffnete Wildorado nicht mehr wegzudenken“, bestätigt auch Vize-Bürgermeister Marc Anders. Wohlwissend, dass die Stadt allein den Betrieb dieses Sportkomplexes Jahr für Jahr mit etwa 650 000 Euro bezuschussen muss.

Wirtschaftlicher Fehlstart ist lange Geschichte

„Unser Plus im Fitnessbereich kann die Defizite der Schwimmhalle nicht ausgleichen. Das gelingt nirgendwo in Deutschland“, zeigt sich Geschäftsführer Kurrat mit dem jetzigen betriebswirtschaftlichen Ergebnis des Sportkomplexes zufrieden. Erinnert er sich doch noch, wie er kurz nach der Eröffnung des mehr als zehn Millionen Euro teuren Erweiterungsbaus mit Fitness, Sauna, Rutsche, Vario- und Mutter-Kind-Becken im Februar 2008 in Wildau seine Arbeit begann. Nach einem wirtschaftlichen Fehlstart mit gleich für drei Jahre geltenden Schleuderpreisen zur Eröffnung befand sich das Wildorado damals in einer Schieflage zwischen den hohen Besucherzahlen einerseits und den minimalen Erlösen andererseits. Im Einklang mit der Stadt veränderte Kurrat rasch die Preisstrukturen und griff immer wieder neue Trends wie jüngst das Aqua-Bike auf, bei dem die Besucher im Wasser Fahrrad fahren.

Hintergrund

Im Jahr 1971 wurde die damalige Volksschwimmhalle in Wildau als erster derartiger Neubau im ehemaligen Bezirk Potsdam feierlich eröffnet.

1991/92 wurde die Wildauer Schwimmhalle schon einmal einer umfangreichen Rekonstruktion unterzogen. Wie sich später aber zeigte mit gravierenden Mängeln bei der Lüftung sowie beim Beckenüberlauf.

2007 entstand ein großer, über zehn Millionen Euro teurer Anbau mit 600 Quadratmeter Fitness, Saunabereich sowie Vario- und Mutter-Kind-Becken.

Im Jahr 2012 erfolgte für rund 1,25 Millionen Euro der Einbau eines großen Edelstahlbeckens.

2014 fand eine Erneuerung der kompletten Badewassertechnik mit Filtern und Messtechnik sowie der Sanitäranlagen im Altbau für etwa 1,2 Millionen Euro statt.

2015 erfolgten der Einbau einer neuen Glasfront sowie die Erneuerung des Daches der Schwimmhalle für insgesamt 1,2 Millionen Euro.

2016 ließ sich die Kommune die Erneuerung des Daches der Sporthalle des Wildorado weitere 350 000 Euro kosten.

Zehn Jahre Wildorado waren aber auch von millionenschweren Rekonstruktionen und oft monatelangen Schließungen von Teilbereichen wie dem Wettkampfbecken begleitet (die MAZ berichtete). Zeiten, in denen es Geschäftsführer Kurrat nicht immer leicht fiel, sein sportliches mit dem stadtpolitischen Konzept in Einklang zu bringen.

Dauer-Baustelle bleibt bestehen

2011 ähnelte der Keller unter dem Sportbecken aufgrund der eindringenden Feuchtigkeit noch einer Tropfsteinhöhle. Als die komplette Schließung drohte, stützte eine Spezialfirma die Kellerdecke unter dem Schwimmbecken ähnlich wie in einem Bergbau-Schacht ab. Eile war geboten, sodass die Sanierung 2012 mit dem Einbau des Edelstahlbeckens anstatt wie technologisch geboten mit dem Dach begann, das erst 2015 erneuert wurde. „Das hatte seine Tücken und stellte uns vor immer neue Herausforderungen“, sagt Kurrat, der auf diese Weise zwangsläufig vom Sportpädagogen auch noch zu einem „halben Bauexperten“ werden musste.

Dabei ist ihm auch künftig eine Dauer-Baustelle gewiss: Die fehlende Auslastung des Sportkomplexes im Sommer. Eines aber schätzt der diplomierte Sportlehrer bis heute: „Trotz aller Diskussionen haben die Stadt und die Bürger immer zum Wildorado gestanden, sodass hier bis heute Millionenbeträge investiert wurden“, sagt der Geschäftsführer.

Von Franziska Mohr

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