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Dahme-Spreewald „Wille zur Veränderung ist schwach ausgeprägt“
Lokales Dahme-Spreewald „Wille zur Veränderung ist schwach ausgeprägt“
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00:17 07.02.2016
Robert Nicolai Quelle: Privat
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Rangsdorf

Als FDP-Gemeindevertreter in Rangsdorf und Vorsitzender der Bürgerinitiative Schallschutz (BISS) kämpft Robert Nicolai gegen die Folgen des Flughafens BER. Er ist auch einer der Initiatoren des Volksbegehrens gegen die dritte Startbahn.

Haben Sie schon für das Volksbegehren gegen die dritte Startbahn unterschrieben?

Robert Nicolai: Das habe ich noch nicht geschafft, aber ich werde es in den kommenden Tage tun. Schließlich bin ich einer der Initiatoren.

Nach den Erfahrungen mit dem Nachtflugbegehren sind viele Flughafengegner resigniert und fragen sich, was das noch bringt. Warum sollte man dennoch unterschreiben?

Nicolai: Jeder muss für sich entscheiden, ob er daran glaubt, mit seiner Unterschrift etwas verändern zu können. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre mit dieser Landesregierung kann man es kaum jemandem verübeln, wenn er es nicht tut. Wenn man seine Position gegen die Erweiterung durch eine dritte Bahn vertreten möchte, sollte man es auch tun und unterschreiben. Wie glaubwürdig unsere Landespolitiker damit umgehen werden, wird sich zeigen.

Was blüht denn den Rangsdorfern durch eine zusätzliche Startbahn?

Nicolai: Das gesamte Flugroutensystem würde sich erneut verschieben. Die Westabflüge rückten wahrscheinlich um mindestens einen Kilometer näher an Rangsdorf heran und gingen dann fast über die Krumme Lanke. Der Dauerschallpegel stiege um mindestens sechs Dezibel, subjektiv empfunden sind das zusätzliche 50 Prozent mehr Dauerlärm. Die Ortsmitte wäre mit 55 Dezibel allein durch den Flugverkehr dauerbelastet, am Rangsdorfer See wären es sogar 60 Dezibel.

Ist das den Rangsdorfern bewusst?

Nicolai: 1745 Rangsdorfer haben bereits unterschrieben. Ich bin überzeugt, dass alle Rangsdorfer wissen, dass es durch eine weitere Bahn mehr Flugverkehr geben und es dadurch im Ort deutlich lauter werden wird. Die Bahntrasse und die Autobahn verschlimmern die Situation zusätzlich.

Glauben Sie, dass 80 000 Unterschriften zusammenkommen?

Nicolai: Beim Volksbegehren gegen Massentierhaltung war man sich 14 Tage vor Schluss auch nicht sicher, plötzlich hatte man 20 000 Unterstützer mehr als nötig. Es wird nicht leicht, aber wir hoffen auf einen ähnlichen Schub zum Ende der Eintragungsfrist. In Rangsdorf sollen an den letzten beiden Wochenenden im Rathaus zusätzliche Öffnungszeiten angeboten werden.

Kann man die Politik in Brandenburg verändern?

Nicolai: Das ist eine schwierige Frage. Unter der SPD-geprägten Regierung, egal ob mit der CDU oder den Linken, sind viele Versuche, etwas zu verändern, regelmäßig gescheitert. So lange sich die Konstellationen in den Mehrheitsparteien nicht grundlegend ändern, bleibt in Brandenburg vieles beim Alten. Es gibt eine große Kluft zwischen dem, was die Politik den Menschen verspricht und was davon tatsächlich umgesetzt wird. Ein Beispiel ist der Lärmschutz im BER-Umfeld. Der Wille zur Veränderung ist bei den Regierungsfraktionen sehr schwach ausgeprägt.

Sehen Sie eine politische Kraft, die Veränderungen bringen kann?

Nicolai: Ich würde mir zum Beispiel wieder eine FDP auf Landesebene wünschen, die überzeugender auftritt als bis zu ihrer Abwahl 2014. Ich erwarte von jeder Partei, dass sie sich für mehr Konsens und Bürgernähe einsetzt. Veränderungen können nie schaden.

Angenommen, das Volksbegehren schafft die 80 000 Stimmen. Wird der Landtag es annehmen?

Nicolai: Das glaube ich nicht, denn die dritte Bahn scheint beschlossene Sache zu sein. Der Flughafen hatte dies kürzlich dem Landtagsabgeordneten Christoph Schulze bestätigt.

Und dann?

Nicolai: Ob man sich die nächste Stufe, den Volksentscheid, zutraut, müssen die Initiatoren gemeinsam entscheiden. Vielleicht macht man es dann auch mit einigen neuen Leuten.


Von Christian Zielke

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