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Dahme-Spreewald Willkommensfest mit Musik und Hüpfburg
Lokales Dahme-Spreewald Willkommensfest mit Musik und Hüpfburg
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00:28 10.09.2015
Das Sommerfest sorgte für so gute Laune, dass die Flüchtlinge spontan Tänze aus ihrer Heimat zeigten. Quelle: Foto: Franziska Mohr
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Massow

Zeitweise hätten Jacqueline Olm, Michael Schnieke und Eckart Köthe von der „Flüchtlingshilfe Schenkenländchen“ am Sonnabend jeweils fünf Hände gebraucht. Es galt, das Mikrofon anzuschließen, Hüpfburg und Tischtennisplatte aufzubauen, das Zelt für das Kuchenbuffet vorzubereiten und obendrein noch unzählige vermeintliche Kleinigkeiten zu erledigen. Gegen 13.30 Uhr war alles geschafft.

In englischer Sprache begrüßte Pfarrer Jürgen Behnken die Gäste und eröffnete mit herzlichen Worten das erste Willkommensfest in Massow, wo jetzt knapp 300 Flüchtlinge aus zwölf Nationen beheimatet sind. Darunter sind auch viele Familien, vor allem aus Syrien, Albanien und Mazedonien.

Verzaubert schauten die Mädchen und Jungen zu, wie die bunte Hüpfburg beim Aufblasen immer größer wurde. Dann endlich war es so weit. Binnen Sekunden hatten die Kinder die Hüpfburg in Beschlag genommen, die für sie den ganzen Nachmittag über die Hauptattraktion blieb. Selbst die vielen von Bürgern aus der Region sowie den Flüchtlingen selbst gebackenen leckeren Kuchen für das Fest vermochten es kaum, die Kinder wieder von der Burg zu locken.

„Zu sehen, wie sich die Kinder über die Hüpfburg freuen – dafür hat sich das Kommen schon gelohnt“, sagte Margret Tinius aus Münchehofe, die selbst Kuchen und Obst mitbrachte.

Die Schwerinerin Jacqueline Olm engagiert sich von Beginn an in der vor knapp drei Monaten ins Leben gerufenen „Flüchtlingshilfe Schenkenländchen“. Die Arbeit gibt ihr viel. „Ich begreife die Hintergründe der Kriege in der Welt besser und habe mir schon das ein oder andere Kochrezept von den Flüchtlingen abgeschaut“, sagt sie schmunzelnd. Sie verschweigt aber auch nicht, dass sie aufgrund ihres Engagements schon böse angefeindet wurde.

Inzwischen beginnen die Männer zu tanzen und der zehnjährige Mohammed greift zum Mikrofon. Unter Beifall singt er ein arabisches Lied und wird dabei auf die Schulter eines Mannes gehoben. Seine Eltern, mit ihren drei Kindern vor dem Krieg aus Syrien geflohen, sind stolz. Am Nachbartisch hingegen berichtet der Albaner Besmir Shala, dass in seinem Land mafiaähnliche Banden die Oberhand gewinnen. Der Vater seines Freundes sei auf der Straße erschossen worden, weil er die Korruption offen anprangerte.

Gekommen sind auch Margitta und Helmut Pfeiffer aus Senzig, die gern die Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie übernehmen würden, um ihr bei Behördengängen oder anderen Hindernissen zu helfen. Der in Massow tätige Sozialarbeiter Siegbert Fengler nennt die ärztliche Versorgung der Flüchtlinge das größte Problem.

Von Franziska Mohr

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