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„Wir“ gewinnt

Tina Fischer wie erwartet zur SPD-Direktkandidatin für den Bundestag gewählt „Wir“ gewinnt

Tina Fischer soll Nachfolgerin von Peter Danckert werden. So bestimmte es die deutliche Mehrheit bei der Wahlkreiskonferenz der SPD für den Bundestagswahlkreis 62 am Sonnabend in Baruth.

BARUTH. . Von 82 Delegierten stimmten 53 für die Eichwalderin Fischer, 27 für Dietlind Biesterfeld aus Blankenfelde-Mahlow, zwei enthielten sich. „Dies war immer ein SPD-Wahlkreis, und das soll er auch bleiben“, sagte Tina Fischer am Ende der dreistündigen Veranstaltung.

Fischer, die derzeit im Rang einer Staatssekretärin die brandenburgische Vertretung in Berlin führt und zuvor zweimal in den Landtag gewählt wurde, galt als Favoritin. Bereits frühzeitig hatte sich Peter Danckert für die ehemalige Leiterin seines Abgeordnetenbüros eingesetzt. Auch am Sonnabend tat er dies – „natürlich habe ich eine Meinung dazu, ich bin doch kein Neutrum“. Er warb aber gleichzeitig für einen fairen Umgang, dafür, dass „keine Verletzung auftreten“, weil „wir ja hinterher gemeinsam kämpfen müssen“.

Daran hielten sich die Anwesenden. Auch der SPD-Unterbezirksvorsitzende von Teltow-Fläming, Frank Gerhard, wurde nicht müde, die beiden Bewerberinnen um das Direktmandat als „zwei herausragend kompetente, ebenbürtige Genossinnen“ zu bezeichnen – auch wenn sein Kreisverband Biesterfeld bevorzugte.

In ihren Reden zeigte sich dann, wie unterschiedlich die beiden Bewerberinnen sind. Bei Dietlind Biesterfeld, Jugendrichterin in Berlin, schien das Motto „ich, ich, ich“ zu lauten – immerhin musste sie sich bekannt machen. So schilderte die 44-Jährige ihren Lebenslauf (Juristin in Stadtverwaltung, Mieterbund, Staatsanwaltschaft und Gericht), ihre Verbundenheit mit der SPD (Mitglied seit 27 Jahren) und ihre politischen Überzeugungen, die aus dem „folgen, was ich erlebt habe“. Zentraler Begriff war da die Chancengleichheit und die Juristin scheute sich nicht davor, eine „Klassenjustiz“ im Lande zu konstatieren, die es zu beseitigen gelte.

Die bestens bekannte Tina Fischer setzte dagegen auf das Motto „wir, wir, wir“. In freier Rede präsentierte sie sich als Polit-Profi: „Ich möchte euch an allererster Stelle danken für die Unterstützung in den vergangenen Jahren.“ Die 41-Jährige, die nach dem Jura-Examen fast nahtlos in die Politik wechselte, verwies auf die Erfolge in Brandenburg – „weil wir, die SPD, seit 20 Jahren regieren“. Die CDU werde sich im Bundestagswahlkampf hinter der Kanzlerin verstecken und die Linke weiterhin Luftschlösser bauen. Wichtig sei es, die Lebensumstände in West und Ost endlich anzugleichen und vor Ort für „gute Arbeitsplätze“ zu sorgen.

In der Aussprache zeigte sich, wie die Sympathien im Saal verteilt waren: SPD-Mitglieder aus dem Landkreis Dahme-Spreewald (die deutlich mehr als die Hälfte der Delegierten stellten) lobten Fischer, ihre Genossen aus Teltow-Fläming lobten Biesterfeld. Nur beim Thema Flughafen wurde es etwas emotionaler. Auf die Frage von Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier, wie sie es denn mit dem Nachtflugverbot hielten, antwortete Fischer pauschal: „Es ist wie bei allen großen Projekten, ich mache keine Politik im Hinterzimmer, ich werde den Kontakt zu den Bürgern suchen.“ Biesterfeld sagte: „Wir brauchen einen vernünftigen Schallschutz. Was die Landesregierung beschlossen hat, entspricht immer noch nicht der Rechtslage, die planfestgestellt wurde.“ Natürlich sei sie für das Nachtflugverbot. Auf diese Aussage mochte sich Fischer erst auf erneute Nachfrage festlegen.

Nach der Wahl bedankte sich Tina Fischer bei Dietlind Biesterfeld für die harte, aber konstruktive Auseinandersetzung, es sei ein guter Wettbewerb gewesen. Bei der Wahl gelte es, gemeinsam zu handeln: „Allein schaffe ich das nicht.“ Abschließend wurde auch Dietlind Biesterfeld noch für die Landesliste zur Bundestagswahl nominiert. (Von Ekkehard Freytag)

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