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„Wir können wieder alle miteinander reden“

Interview mit dem Zernsdorfer Ortsvorsteher Uwe Borck (SPD) „Wir können wieder alle miteinander reden“

Zernsdorf sorgte in den vergangenen Monaten als eines der zänkischsten Orte für Schlagzeilen. Die öffentlichen Seezugänge waren ebenso umstritten wie das Agieren des Bürgerhausvereins. Dennoch hat der seit einem Jahr im Amt befindliche Ortsvorsteher, Uwe Borck seine Kandidatur nicht bereut und sucht nach Lösungen.

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Der Zernsdorfer Ortsvorsteher Uwe Borck ist seit einem Jahr im Amt. Mittlerweile hätten sich die Aufregung und der Streit gelegt.

Quelle: Franziska Mohr

Zernsdorf. In den vergangenen Monaten sorgte Zernsdorf als einer der zänkischsten Orte für Schlagzeilen. Anlässe für ein Gespräch mit Ortsvorsteher Uwe Borck (SPD) gibt es daher genug.

MAZ: Haben Sie angesichts all der Querelen Ihre Kandidatur zum Ortsvorsteher schon bereut?

Uwe Borck : Nein. Ich bekomme jetzt erst richtig Spaß und lerne hier viele tolle Menschen kennen. Es sind wahrlich nur einige wenige, die hier Stress verursachen. Außerdem bin ich seit Mai Rentner, sodass ich die Funktion des Ortsvorstehers auch zeitlich ausfüllen kann.

Sie sind seit einem Jahr im Amt. Was verbuchen Sie bisher auf Ihrer Habenseite?

Borck : Wir können wieder alle einschließlich der Bürgerinitiative Seezugänge miteinander reden. Bei allen ist der Wille erkennbar, etwas Positives für Zernsdorf zu bewegen. Als Schwachstelle ist allerdings der Bürgerhausverein geblieben. Da ist noch einiges offen.

In Uckley sollen demnächst 85 Flüchtling untergebracht werden. Welche Sorgen oder Ängste treiben Sie diesbezüglich um?

Borck : Eigentlich keine größeren. Aber niemand kann mit Bestimmtheit sagen, ob dort Familien oder doch eher Einzelpersonen einziehen. Das ist alles Spekulation. Der Ortsbeirat ist in die Problematik der Flüchtlingsunterkunft überhaupt nicht einbezogen worden. Uckley liegt nicht gerade zentral für die ärztliche Versorgung sowie für Feuerwehr und Polizei. Unsere Grundschule und die Kita befinden sich schon jetzt an der Kapazitätsgrenze.

Wie ist der aktuelle Stand bei den Seezugängen. Können Sie zu der aktuellen Entwicklung schon etwas sagen?

Borck : Eine etwa zehnköpfige Arbeitsgruppe, in der unter anderem Catrin Meixner und Priska Wollein (Wir für KW) vertreten waren, haben alle Seezugänge im Ort in Augenschein genommen. Dazu gibt es in Kürze eine Abschlussbesprechung auch mit dem Kablower Ortsvorsteher Martin Meinert (CDU). Unser Ziel ist ein öffentlicher Rundweg um den Lankensee, der natürlich auch die Kablower Seite einschließt.

Wo besteht bei den Seezugängen der höchste Handlungsdruck?

Borck : Am Weinberg und am Vorderkietz wird das Regenwasser noch immer ohne jeden Filter in den See geleitet.

Und wie steht es um den seit Monaten umstrittenen Zugang an der Friedensaue?

Borck : Die einst lautstark geforderte Öffnung des schmalen Weges zum See an der Friedensaue bildet längst keinen Schwerpunkt mehr. Glücklicherweise haben wir im Ort viele öffentliche Seezugänge. Die Friedensaue dürfte erst 2017 wieder in das Blickfeld rücken, wenn es möglicherweise einen attraktiven Uferwanderweg entlang des einstigen Schwellen- beziehungsweise Betonwerkes gibt. Erst dann ergibt die Öffnung an der Friedensaue für Einheimische und Touristen einen Sinn.

Der Ortsbeirat hat die Pläne der Stadt zur Neugestaltung von Parkplätzen an der Friedensaue zurückgewiesen. Warum?

Borck: Der Platz sollte komplett versiegelt werden. Das ist für uns nicht akzeptabel. Wir streben dort eher eine Fahrrad-Raststätte an. Auf einer Sondersitzung des Ortsbeirates am 8. Juli sollen jetzt die neuen Pläne der Stadt vorgestellt werden. Das dortige, im Eigentum der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Königs Wusterhausen (Wobauge) befindliche Gebäude, ist darin bereits als Kita gekennzeichnet. Mit dem Ortsbeirat hat diesbezüglich allerdings noch niemand gesprochen.

Rund um den Bürgerhausverein gab es viel Streit. Sie selbst wurden dort als Privatperson erst kürzlich gemeinsam mit vielen anderen namhaften Zernsdorfern ausgeschlossen. Warum ist die Arbeit dort so schwierig?

Borck: Die Vereinsleitung agiert problematisch. Dem Heimatverein wurden seine Räume zum 30. Juni gekündigt. Dabei können sich die meisten Heimatfreunde einen Umzug in andere Räume innerhalb des Bürgerhauses durchaus vorstellen. Zugleich fordert der Bürgerhausverein aber mehr Miete für ein kleineres Domizil. Auch die kostenlose Nutzung des Saales einmal pro Woche soll entfallen. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. In dieser Woche gibt es dazu ein Gespräch.

Die Sanierung des Bürgerhauses in Kablow steht auf der Kippe. Wäre für Sie eine gemeinsame Nutzung des Zernsdorfer Bürgerhauses für beide Ortsteile denkbar?

Borck : Durchaus. Allerdings dürfte das mit der jetzigen Führung des Bürgerhausvereins nicht ganz einfach sein.

Von Franziska Mohr

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