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Wirtschaft fordert Offenhalten von Tegel

11. Luft- und Raumfahrttag in Wildau Wirtschaft fordert Offenhalten von Tegel

Beim Luft- und Raumfahrttag in Wildau wurde nicht nur Fachchinesisch gesprochen. Vertreter der Luftfahrtbranche warteten mit einer klaren Forderung auf: Der Flughafen Berlin-Tegel sollte für Geschäftsflieger offen bleiben, wenn der BER in Betrieb geht.

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Flughafenchef Karsten Mühlenfeld (l.), Staatssekretär Rainer Bretschneider (2.v.l.) sowie Dahme-Spreewald Landrat Stephan Loge (5.v.l.) gehörten zu den prominenten Gästen des Tages der Luft- und Raumfahrt in Wildau.

Quelle: Uta Schmidt

Wildau. Die Luftfahrtbranche der Region wird nicht nur durch das Geschehen auf den großen Flughäfen oder die Entwicklungen an erfolgreichen Wirtschafts- und Forschungsstandorte wie Dahlewitz und Wildau bestimmt. Auch zahlreiche Segelflugsportler, Geschäfts- und Taxiflieger, Hubschrauber bei Polizei- Rettungs- und Waldbrandeinsätzen, Flugzeuge für Vermessungsaufgaben und Fernsehsendungen sind am Himmel über Berlin und Brandenburg unterwegs. Sie alle prägen den Begriff der „General Aviation“, also die Allgemeine Luftfahrt.

Diese stand im Mittelpunkt des elften Tages der Luft- und Raumfahrt am Dienstag im Wildauer Zentrum für Luft und Raumfahrt. Das dynamische Wachstumsfeld könnte künftig angesichts der knapper werdenden Kapazitäten auf dem Flughafen BER Probleme bereiten. Denn angesichts eines zu erwartenden Passagierwachstums von jährlich sechs Prozent in Berlin-Brandenburg suchen vor allem Vertreter aus dem Bereich der Geschäftsfliegerei nach geeigneten Standorten, die kurze Wege in die Hauptstadt, Privatsphäre und die Nähe von technischen Dienstleistern garantieren.

Eingeladen zur Veranstaltung unter dem Motto „Chancen und Risiken der Allgemeinen Luftfahrt für Berlin-Brandenburg“ hatten die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Dahme-Spreewald, die Technischen Hochschule Wildau und der Verein Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz. Rund 100 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Forschung und Entwicklung nutzten die Möglichkeit, mit hochkarätigen Gesprächspartnern wie dem Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Karsten Mühlenfeld, und dem Flughafenkoordinator der Brandenburger Landesregierung, Staatssekretär Rainer Bretschneider, über den Wachstumsmarkt General Aviation und die gegenwärtige Hemmnisse für diese Branche zu diskutieren.

„Wir sind auf dem Weg nach oben, haben Wachstumsschmerzen, um die uns andere beneiden“, sagte Rainer Bretschneider angesichts der zu erwartenden 30 Millionen Passagiere auf den beiden Flughäfen Schönefeld und Tegel im nächsten Jahr. Um der ebenso stark im Aufwind befindlichen Geschäftsflugbranche entgegenzukommen, setzt der Landesflughafenkoordinator künftig auf das „Aufsatteln“ an kleineren Flughafenstandorten wie Schönhagen, Strausberg und Neuhardenberg (beide Kreis Märkisch-Oderland). Derzeit gibt es in Berlin und Brandenburg insgesamt 40 kleine Flughäfen. Ab dem kommenden Jahr soll die Landesplanung auch hinsichtlich dieser Flughafeninfrastruktur fortgeschrieben werden.

Hintergrund

Der Tag der Luft- und Raumfahrt wird gemeinsam vom Zentrum für Luft- und raumfahrt Schönefelder Kreuz, der Technischen Hochschule Wildau und der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz veranstaltet. Er findet einmal im Jahr statt.

Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt unterstützt Ansiedlungen und Ausgründungen aus der Luft- und Raumfahrtbranche. Dazu vermietet es unter anderem Firmenräume in eigenen Gebäuden in Wildau. Sie befinden sich in der Nähe der TH. Außerdem unterstützt das Zentrum die Branche durch Veranstaltungen und den Aufbau von Netzwerken.

Die Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz ist ein regionaler Wirtschaftsverband der Luft- und Raumfahrtindustrie. Er wurde 1998 gegründet und hat mittlerweile über 100 Mitgliedsunternehmen.

Mit der Luftfahrt beschäftigt sich auch die TH Wildau, sie bietet einen eigenen Studiengang Luftfahrttechnik und Luftfahrtlogistik an.

„Sieben Prozent aller Flüge in Europa sind jetzt schon Geschäftsflüge“, konstatierte Hans-Hennig Romberg von der Vereinigung German Business Aviation. Diese würden über Charter- oder eigene Werksverkehre erfolgen. Der Trend bei großen Firmen wie BMW, Bosch oder Würth gehe zu einem eigenen Flugplatz mit einer eigener Flugzeug-Flotte. Angesichts der stetig steigenden Passagier- und Flugzeugzahlen sowie einem Branchenwachstum von zehn Prozent pro Jahr schlug Romberg vor, Teile des Flughafens Tegel nach der BER-Inbetriebnahme für Business-Flieger offen zu halten.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld lehnte es ab, sich an diesen „Spekulationen“ zu beteiligen. Er setzt in Zukunft den BER als alleinigen Flughafen vor allem für den Linien- und Charterverkehrs sowie die Verlagerung eines großen Teils der Privat- und Geschäftsflieger auf kleinere Standorte. „Kleine Propellerflugzeuge werden anderswo landen müssen“, sagte Mühlenfeld. „Große Privatjets passen aber in das BER-Konzept“, erklärte der Flughafen-Geschäftsführer. Kurzfristig wolle er nicht über einen zweiten Großflughafen in der Region oder eine dritte Start- und Landebahn am BER nachzudenken. Die Kapazitäten seien für die nächsten zehn Jahre ausreichend.

Von Uta Schmidt

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