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Wirtschaftstraum Dahmeland-Fläming

Niedrigste Arbeitslosenzahlen seit 20 Jahren Wirtschaftstraum Dahmeland-Fläming

Die Arbeitslosigkeit in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald ist so niedrig wie seit 20 Jahren nicht, freie Stellen sind schon jetzt schwer zu besetzen. Die Region muss deshalb dringend an einem Imagewandel arbeiten, um Fachkräfte von außerhalb anzuziehen, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald.

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Gerhard Janßen, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald.

Quelle: Gerald Bornschein

Dahmeland-Fläming. So wenige Arbeitslose wie jetzt gab es in der Region Dahmeland-Fläming in den vergangenen 20 Jahren nicht. In Teltow-Fläming lag die Arbeitslosenquote im Juni bei 6,5 Prozent, im Landkreis Dahme-Spreewald sogar bei nur 5,7 Prozent. Für ostdeutsche Landkreise ist das rekordverdächtig. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote von ganz Brandenburg betrug im Juni 8,3 Prozent, die der neuen Bundesländer im Durchschnitt 8,8 Prozent und die gesamtdeutsche Arbeitslosenquote 6,2 Prozent.

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„Es ist ein Traum“, nennt Anke Lehmann, Teamleiterin für den Arbeitgeber-Service in der Arbeitsagentur Luckenwalde die derzeitige Entwicklung. Ein Wirtschaftstraum, der allen Prognosen nach noch weiter geträumt werden kann. Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald (WFG) rechnet damit, dass die Arbeitslosenquote im kommenden Jahr um gut einen Prozentpunkt sinken wird. Bei aller Euphorie warnt er aber davor, sich jetzt auf den guten Aussichten auszuruhen.

„Wenn der Flughafen BER eröffnet, werden wir hier noch einen richtigen Schub erleben“, ist sich Janßen sicher. Er rechnet mit etwa 7000 bis 10 000 neuen Arbeitsplätzen. Um diese besetzen zu können, müssten Wirtschaft und Politik jetzt aktiv werden. Denn die Trendumkehr auf dem Arbeitsmarkt sei in vielen Köpfen noch gar nicht angekommen. „Die Region muss noch an ihrem Image arbeiten“, sagt Janßen.

Durch die BER-Flughafen-Misere werde die ganze Region mit Pleiten, Pech und Pannen assoziiert, sagt Janßen. Vielen sei gar nicht bewusst, welch großes Potenzial in den Kreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald stecke. „Wir brauchen Image-Kampagnen, die Arbeitnehmer anziehen“, sagt Janßen. In der Verantwortung dafür sieht er vor allem das Land Brandenburg, die Landkreise und die Kommunen.

Gleichzeitig müsse der Ausbau des Verkehrsnetzes sowie die gesundheitliche Versorgung vorangetrieben werden. Nur so könnten auch Menschen in der Lausitz von den Chancen im Berliner Speckgürtel profitieren. „Da stellt sich die Frage, für welchen Job man wie lange fährt“, sagt Janßen. „Die Pendler-Bereitschaft steigt mit schnelleren Bahnverbindungen“.

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Dass freie Stellen schwer zu besetzen sind, merkt Marco Kilada, der Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Königs Wusterhausen schon jetzt. Es fehle vor allem an gut ausgebildeten Fachkräften im Baugewerbe, Hotel- und Gaststättenwesen sowie im Gesundheitswesen, Erziehung und Soziales, sagt Kilada. Die Stellen im Helfersegment könnten in der Regel noch gut besetzt werden.

Um frei Stellen mit Arbeitssuchenden aus der Region zu besetzen, greift das Team von Kilada auch auf die Datenbanken der Nachbarkreise und Berlin zu und wirbt dort Arbeitskräfte an. Eine weitere Strategie: Qualifizierung. Die Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen soll einen Teil des Fachkräftemangels beseitigen. Sie sind nach wie vor das Sorgenkind auf dem Arbeitsmarkt.

Die Einbindung von Langzeitarbeitslosen verfolgt auch die Arbeitsagentur in Luckenwalde. Deren Leiterin Sandra Leffler weist jedoch darauf hin, dass das nicht immer möglich sei.„Bei vielen Langzeitarbeitslosen gibt es ganz andere Baustellen“, sagt sie. Dazu gehören körperliche und psychische Probleme. Viele Frauen seien alleinerziehend und könnten deshalb keine Weiterbildung belegen. Bei einigen hätte der Wiedereinstieg in einen Beruf aber schon gut funktioniert.

Dazu kommen noch zwei weitere Gruppen von Arbeitnehmern, die ihre berufliche Zukunft in Dahmeland-Fläming suchen: Internationale Arbeitskräfte und Menschen, die ursprünglich aus der Region kommen, aber einst wegen schlechter Berufsaussichten abgewandert sind. In beiden Gruppen stecken laut Wirtschaftsförderer Janßen große Potenziale für die Zukunft. „Es ist an der Zeit, ihnen zu zeigen, dass es hier gute Chancen gibt“, sagt er.

Von Anja Meyer

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