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Dahme-Spreewald Wiwo feiert 25-jähriges Bestehen
Lokales Dahme-Spreewald Wiwo feiert 25-jähriges Bestehen
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21:42 01.06.2016
Die erfolgreiche Sanierung der Schwartzkopff-Siedlung fand inzwischen bundesweite Anerkennung. Quelle: Franziska Mohr
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Wildau

Historisch betrachtet ist das 25-jährige Bestehen der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft (Wiwo) nur ein kurzer Abriss. Dennoch würden ihn die über 100 Jahre alten Häuser der Schwartzkopff-Siedlung wohl als einen der erfolgreichsten in ihrer wechselvollen Geschichte vom Kaiserreich über die Hitler-Diktatur, den DDR-Sozialismus und über die Wende bis heute bewerten. „Möglich wurde dies allerdings nur, weil das kommunale Unternehmen von Beginn an um seinen Rückhalt im Rathaus wusste“, sagt Peter Mittelstädt, der seit 2004 nicht nur den Aufsichtsrat des Unternehmens, sondern bis 2014 auch mehr als zehn Jahre lang den Vorsitz im Gemeindeparlament führte. Ohne dieses Tandem wäre die Herkulesaufgabe der komplexen Sanierung der 99 Häuser der denkmalgeschützten Schwartzkopff-Siedlung nicht zu bewerkstelligen gewesen. Seit der Wende investierte die Gesellschaft in diese Rekonstruktion mehr als 60 Millionen Euro.

Inzwischen fällt es selbst den älteren Wildauern schwer, sich an den maroden Zustand der Siedlung kurz nach der Wende zu erinnern: feuchte Keller, von Würmern zerfressene Balkonbrüstungen, undichte Fenster und Dächer. Von bröckelndem Putz und übelriechenden Hausfluren ganz zu schweigen. Bäder galten als Luxus. Trotz Wohnungsnot stand fast jede vierte Wohnung leer.

Frank Kerber übernahm 2002 die Regie bei der Wiwo

Da gehörte bei der damaligen Geschäftsführerin Heidemarie Vogt schon eine Portion Mut dazu, die Rekonstruktion anzupacken und der alten Ofenheizung bis Ende 1994 adé zu sagen. Zumal der Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ in die Brüche ging und mehr als ein Drittel ihrer Mieter arbeitslos war. Zu allem Überfluss erging 1996 aufgrund von Restitutionsansprüchen auch noch ein Baustopp. Die MAZ titelte am 9. Januar 1996 „Ein schwarzer Tag für Wildau“. Dabei ahnte damals niemand, dass die Notverwaltung der Siedlung fast sechs Jahre dauern sollte. Die Geduld der Mieter war am Ende, die Leerstandsquote lag Ende 2003 bei 14 Prozent.

Frank Kerber, Geschäftsführer der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft (Wiwo). Quelle: Franziska Mohr

Im Juli 2002 übernahm in der Wiwo der damals 32-jährige Betriebswirt Frank Kerber die Regie. „Von Beginn an sah ich meine wichtigste Aufgabe darin, das Potenzial der Schwartzkopff-Siedlung zu heben und die dortige Mieterstruktur zu verbessern.“ Ein Ziel, dass er, unterstützt von der Rathausspitze, mit der 2010 abgeschlossenen Komplett-Sanierung der 99 Häuser so gut meisterte, dass das Unternehmen 2011 mit dem Deutschen Bauherrenpreis des Bundesverbandes der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen ausgezeichnet wurde. In der Begründung heißt es: „Prägnante denkmalgeschützte Ensembles wie die Schwartzkopff-Siedlung sind es, die einer Stadt ihren unverwechselbaren Charakter geben und dabei eine ehrwürdige Vergangenheit mit einer potenzialreichen Gegenwart und Zukunft verbinden.“ Die Schwartzkopff-Siedlung gilt heute als gute Adresse, in der Professoren ebenso leben wie Geschäftsführer, Senioren, Facharbeiter und Arbeitslose.

Wohnraum für Senioren wird geschaffen

Aber auch bei der Schaffung neuer Wohnformen für ältere Menschen ging die Wiwo ihren eigenen, erfolgreichen Weg. 2005 erwarb sie bei einer Zwangsversteigerung das ehemalige Gästehaus von „Heinrich Rau“ in der Fichtestraße 105 und baute es grundlegend um. Das Unternehmen eröffnet hier, unterstützt von einem Concierge, vor allem älteren Menschen die Chance, bis ins hohe Alter in ihren eigenen Wänden verbleiben zu können. Ein Modell, das sich so gut bewährte, dass in diesem Jahr nach dem Hückelhovener Ring 34 in der Fichtestraße 113 mit 70 Seniorenwohnungen nun schon das dritte Projekt dieser Art in Angriff genommen wurde. Der Wiwo ist es gelungen, dass derzeit etwa 15 Prozent ihrer insgesamt 2000 Wohnungen mit einem Zugang über einen Fahrstuhl ausgestattet sind. Im Brandenburger Vergleich ist die durchschnittliche Kaltmiete bei der Wiwo mit 6,11 Euro relativ hoch. Aber das teure Pflaster vermarktet sich. Die Leerstandsquote liegt aktuell bei unter einem Prozent. Insgesamt investierte die Wiwo seit der Wende in ihren Wohnungsbestand etwa 115 Millionen Euro.

In den nächsten Jahren will Geschäftsführer Kerber vor allem mit einem attraktiven Wohnungsneubau für alle Einkommensschichten die städtebauliche Entwicklung in Wildau vorantreiben. Ein wichtiger Anker sind diesbezüglich das Klubhaus sowie der neue Wasser-Wanderliegeplatz, mit dem die attraktive Lage des Ortes direkt an der Dahme wieder stärker erlebbar werden soll. Dort wird dann auch gemeinsam mit den Mietern im Juli das 25-jährige Bestehen gefeiert.

Von Franziska Mohr

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