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Wiwo kauft Grundstück „Oberes Wildau“

Wildau Wiwo kauft Grundstück „Oberes Wildau“

Die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft hat für 2,8 Millionen Euro ein Grundstück in der Freiheit-/Ecke Fichtestraße ersteigert. Auf dem Areal könnte ein attraktives Zentrum entstehen – allerdings frühestens in zwei Jahren.

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Über dem kurz nach der Wende errichteten Einkaufszentrum in der Freiheitstraße/Ecke Fichtestraße wird in absehbarer Zeit die Abrissbirne schweben.

Quelle: Franziska Mohr

Wildau. Die Spannung bei der Zwangsversteigerung in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saal 6 im Amtsgericht Königs Wusterhausen war am Mittwoch kaum zu überbieten. Lediglich das wiederholte „Zum Ersten, zum Zweiten“ und das jeweils in letzter Sekunde vor dem ultimativen „Zum Dritten“ eingeworfenen Gebot für das Grundstück „Oberes Wildau“ unterbrach die Stille. Als die Kaufgebote die magische Grenze von zwei Millionen Euro überschritten, waren noch drei der ursprünglich sechs Bieter – eine Privatperson und zwei Unternehmen – im Rennen. Bei 2,3 Millionen Euro gingen nur noch die Berliner WIB 12 Vermögens- und Verwaltungsgesellschaft und die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft (Wiwo) mit. Nächstes Gebot: 2,5 Millionen Euro. Beide Bieter belauerten sich bis zum Letzten, immer mit der bangen Frage im Hinterkopf, wie weit würde der andere noch gehen, wann zieht er endlich die Reißleine? „Ich habe schon tüchtig geschwitzt. Wir waren fast am Limit, lag der Verkehrswert doch ursprünglich ‚nur‘ bei 1,2 Millionen Euro“, gesteht der Wildauer Kämmerer Marc Anders. Der Geschäftsführer der Wiwo, Frank Kerber, bot 2,85 Millionen Euro. Stille. Ehe die Besucher im Saal 6 wieder das „Zum Ersten, zum Zweiten“ hörten und fast die Luft anhielten, als plötzlich das „Zum Dritten“ zu vernehmen war. Geschafft! Die Wiwo hatte den Zuschlag für das knapp 8000 Quadratmeter große Grundstück mit dem kurz nach der Wende errichteten Einkaufszentrum in der Freiheit-/ Ecke Fichtestraße erhalten, das sich bereits seit Jahren in der Insolvenz befand.

Wiwo-Chef Frank Kerber lässt keinen Zweifel: „Für die Stadt und die Wiwo als den größten Wildauer Wohnungsanbieter ist das ein großer Tag.“ Ähnlich sieht es auch Vize-Bürgermeister Marc Anders: „Für die Stadt eröffnet sich damit über ihre kommunale Gesellschaft endlich die Chance, dass im oberen Wildau ein attraktives Zentrum entsteht.“ Mit einem Baubeginn rechnet Kerber aber frühestens in zwei Jahren. Auf der Suche nach den besten Ideen strebt er diesbezüglich Workshops sowie einen städtebaulichen Wettbewerb an.

Marodes Gebäude soll abgerissen werden

Für die Anwohner sollen die jetzt noch im Einkaufszentrum befindlichen Dienstleister wie Sparkasse, Reisebüro oder Postagentur aber noch so lange wie möglich erhalten bleiben, ehe über dem maroden Gebäude die Abrissbirne schweben wird. Dabei sind die bisherigen Mieter selbstverständlich auch im neuen „Zentrum Oberes Wildau“ willkommen, für das die Stadtverordneten die grundlegenden Planungsziele bereits im Mai 2016 in einem Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan festsetzten, den sie auf ihrer jüngsten Sitzung im Mai 2017 noch ergänzten. Vorgesehen ist ein attraktiver Mix aus Wohnen und kleinteiligem Gewerbe beziehungsweise Einzelhandelsbetrieben als Nachbarschaftsläden bis maximal 400 Quadratmeter Verkaufsfläche. Vergnügungsstätten wie Diskos oder ähnliches sind ausgeschlossen.

Nach dem Willen der Stadtverordneten sollen mindestens 75 Prozent der Flächen im Erdgeschoss Arztpraxen, Gewerbe- oder Handelsflächen sein. Als Mindestmaß gelten drei und als Höchstmaß fünf Vollgeschosse, sodass in diesem architektonischen Ensemble auch ein großes Wohnquartier mit den notwendigen Stellplätzen in einer Tiefgarage entsteht. Für Wildau typisch sollen ortsbildprägend etwa 20 Prozent der Fassade mit roten Sichtklinkern gestaltet werden. Die Hälfte der Dachflächen wird begrünt. Hier soll Attraktivität entstehen, die zum Verweilen einlädt. Allerdings befürchtet so mancher der bisherigen Mieter des Einkaufszentrums, dass er die Miete in einem Neubau „wohl nicht mehr erwirtschaften kann“. Das aber bleibt abzuwarten.

Von Franziska Mohr

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