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Wo Autos das Autofahren lernen

Wildau Wo Autos das Autofahren lernen

An der Technischen Hochschule Wildau wird auch zu Fahrassistenzsystemen geforscht. Kürzlich wurde eigens ein Verein gegründet, in dem sich auch Autoteilezulieferer aus der Region engagieren.

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Zwei Car2X-Boxen, die zur Wlan-Vernetzung zwischen Fahrzeugen dienen, gibt es schon an der Hochschule, freut sich Stefan Kubica.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. „Ich will in die Zukunft gucken können“, sagt Stefan Kubica, wenn er über seine Forschungen und seinen beruflichen Werdegang im Bereich der Fahrerassistenzsysteme erzählt. Bereits seit 2014 ist er Professor an der Technischen Hochschule Wildau, zunächst für Wirtschaftsinformatik, vor wenigen Wochen dann wurde er auf eine Professur für Business Intelligence berufen. Als eigenen Forschungsschwerpunkt hat Kubica dafür die „Vehicle Data Intelligence“ formuliert. „Das assistierte Fahren schafft Verkehrssicherheit“, sagt er und betont: „Ich denke, dass das Auto in einigen Dingen besser ist als der Mensch.“

Ein großes Ziel von ihm ist, an der TH ein spezielles Labor, ein „Testfeld autonomes Fahren“, einzurichten. Die Kosten dafür sind jedoch immens. Idee ist, entsprechend konzipierte Modellautos zu selbstfahrenden Fahrzeugen auszurüsten und die dafür notwendigen Systeme in dem Labor ausprobieren zu können. Ein ideales Forschungsfeld gerade auch für Studierende, die sich spannende und zukunftsweisende Themen für ihre Abschlussarbeiten suchen könnten.

Kommunikation zwischen Auto und Fahrer

Was das Fahren via Autopilot angeht, so setzt Stefan Kubica vor allem auf die Vernetzung sämtlicher sich im Verkehrsraum befindlicher Objekte – ob Ampeln, Baustellen, Fußgänger und Fahrradfahrer durch ihre Mobiltelefone oder natürlich andere Fahrzeuge. „Zuerst haben Autos fühlen gelernt über Sensoren, dann kam das Sehen durch die Kameras“, zählt er die Entwicklungsstufen hin zum autonomen Fahren auf. „Der logische nächste Schritt ist das Kommunizieren.“ Ziel ist, dass der Fahrer eines Wagens durch sein Fahrzeug schon vorab gewarnt wird, wenn es zu Kollisionen kommen kann. Standard-GPS aber ist für „Car2X“ – der Kommunikation von Fahrzeugen mit der Umgebung – zu ungenau. Hier müssen kostengünstige Optimierungen vorgenommen werden. „Im Gegensatz zur herkömmlichen Umfeldsensorik, kann man mit WLAN auch um die Ecke ,gucken’.“ Schon jetzt produzierten die Steuergeräte in Fahrzeugen rund ein Terrabyte Daten am Tag. Künftig werden auch in Autos Blackboxen installiert sein, um die bei Unfällen registrierten Signalkombinationen auswerten zu können. „Das ermöglicht ein digitales Gedächtnis von Fahrszenarien“, resümiert Kubica.

Das große Thema begleitet ihn seit vielen Jahren: Schon in seiner Diplomarbeit hatte Kubica, der an der TH Wirtschaftsinformatik studiert hatte, sich mit Fahrzeugassistenzsystemen auseinandergesetzt. Danach hat er bei Audi als Entwicklungsingenieur gearbeitet und über Variantenmanagement von Fahrzeug-Funktionen promoviert. Fahrzeugsicherheit wurde später bei Volkswagen sein Betätigungsgebiet, wo er zunächst im Bereich der Car2X-Sicherheit und dann später als Leiter des Bereichs Airbagelektronik und Kooperative Sicherheit arbeitete.

Wildau soll für Automobiltechnik stehen

Für die Technische Hochschule hat er klare Visionen. „Ich möchte, dass Wildau – so wie schon für die Luftfahrttechnik – auch für die Automobiltechnik steht.“ Es mache Sinn, diesen Schwerpunkt hier auszubilden, verweist Stefan Kubica in die gerade auch von der Fahrzeugproduktion geprägte Region. Bereits im März fand an der TH zum ersten Mal ein Automobil-Symposium statt. Die Digitalisierung im Produkt, aber auch im Fertigungsprozess war der Schwerpunkt jener Fachkonferenz. Als ein Resultat wurde Ende Juni der Verein „ProITCar“ gegründet. Mit dabei sind Vertreter der Automobilbranche, Vorsitzender ist der TH-Professor Hagen Ringshausen, zum weiteren Vorstand gehört neben Stefan Kubica außerdem Harald Bleimeister, der auch Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Automobilzulieferer der Region Berlin-Brandenburg ist. Über den neuen Verein sollen unter anderem Schulungen angeboten und Konferenzen an der TH Wildau veranstaltet werden.

Im Rahmen der beliebten öffentlichen Vorlesungsreihe des TH-Seniorenseminars wird er am 9. Dezember übrigens ebenfalls über das automatisierte Fahren sprechen.

Von Karen Grunow

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