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Wobauge wird für sehr wichtig erachtet

Schulzendorf Wobauge wird für sehr wichtig erachtet

Schulzendorf ist ein Ort, in dem man sich wohl fühlen kann. Es liegt nah an der Hauptstadt und doch im Grünen. Es gibt reichlich Kultur, eine tolle Schule und gute Einkaufsmöglichkeiten. Und doch drückt der Schuh: Da ist der nahe Flughafen BER, der fehlende S-Bahnanschluss, der Mangel an Wohnungen. Was genau gut und schlecht ist, danach fragte die MAZ ihre Leser.

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Der Bahnübergang zwischen Eichwalde und Schulzendorf ist ein sensibler Punkt. Hier soll ein Tunnel Abhilfe schaffen..

Quelle: Andrea Müller

Schulzendorf. Schulzendorf ist ein Ort mit zwei Zentren. Dem alten mit der Dorfaue, dem Schloss und der Patronatskirche – und dem neuen mit Rathaus, Bank, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Mittlerweile leben in dem Dorf, das man kaum noch so nennen möchte, fast 8000 Menschen. Mit jedem Jahr werden es mehr, denn der Ort ist attraktiv, liegt er doch nah an der Hauptstadt und doch im Grünen.

Es gibt mit dem Verein zur Wiederherstellung der Patronatskirche und des Dorfangers sowie dem Kulturklub zwei Vereine mit sehr engagierten Mitgliedern, die in Schulzendorf was auf die Beine stellen. Zu nennen wären die vielen Arbeitsgemeinschaften in der „Butze“, der Heimstatt des Kulturklubs, die Tanzveranstaltungen und Konzerte, Treffs von Alt und Jung und und und. Der Patronatskirchenverein bietet eine Abo-Reihe mit Kulturveranstaltungen an, die einmal pro Monat stattfinden. Darüber hinaus gibt es wechselnde Ausstellungen, Konzerte und Lesungen.

Schulzendorf hat tolle Sportvereine mit hervorragenden Sportanlagen, eine funktionierende Feuerwehr und eine Schule, die förmlich aus allen Nähten platzt.

Der Schuh drückt

An dieser Stelle drückt in Schulzendorf der Schuh. Und es ist nicht die einzige Stelle, die die Schulzendorfer schmerzt. Das zeigt auch die Umfrage, mit der sich die MAZ an ihre Leser in der Gemeinde wandte – mehr als 80 Leser beteiligten sich daran. Vier Fragen wurden konkret gestellt. Darüber hinaus wurde sich erkundigt, was das dringendste Problem in Eichwalde, pardon Schulzendorf ist. Für den Fehler möchte sich die MAZ entschuldigen. Gleichzeitig zeigen die Antworten, dass Schulzendorfer und Eichwalder durchaus gemeinsame Probleme haben.

Das ist zum einen der BER mit seinem zu erwartenden Lärm und zum anderen die Bahn mit Bahnhof, Fußgängertunnel und Querung per Schranke an der Grenze zwischen beiden Gemeinden. Deutlich wurde bei der Auswertung der Umfrage, dass sich auch viele Schulzendorfer eine schnelle Lösung des Eichwalder Problems wünschen. Das sind vor allem die Schaffung von behindertengerechten Zugängen zum Bahnsteig sowie der Bau eines Tunnels, damit die langen Wartezeiten an der Schranke endlich der Vergangenheit angehören. Ein weiteres Problem, das anscheinend beide Gemeinden betrifft, ist der Ärztemangel. Viele Schulzendorfer wünschen sich für beide Orte mehr Ärzte und Behandlungsmöglichkeiten bei gesundheitlichen Problemen.

Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft

Zurzeit ist man in Schulzendorf dabei, eine Wohnungsbaugesellschaft (Wobauge) zu gründen. Dass die Gemeinde damit auf dem richtigen Weg ist, bestätigt die Umfrage. Denn 49 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wünschen sich das. 28 Prozent wollen mehr Wohnraum schaffen, indem das alte Rathaus in der Otto-Krien-Straße zu Wohnungen umgebaut wird. 16 Prozent möchten, dass privaten Investoren der Mietwohnungsbau durch Fördermittel erleichtert wird.

Auch das Problem der Kinderbetreuung ist in Schulzendorf bereits in Arbeit. Der Hort wird erweitert und eine neue Kita errichtet. Erstaunlich bei der Umfrage ist hier aber, dass sich die meisten – nämlich 49 Prozent – auf diesem Gebiet eine Zusammenarbeit mit Eichwalde und Zeuthen wünschen. Den Platzmangel bei der Kinderbetreuung durch das Aufstellen von Containern zu lösen, das wünschen sich gerade mal vier Prozent der Befragten. 16 Prozent favorisieren eine Vielfalt von Angeboten durch neue Träger. Mit der Patronatskirche und der „Butze“ fühlen sich die meisten Umfrage-Teilnehmer – 49 Prozent – kulturell ausreichend versorgt. 27 Prozent wünschen sich aber einen Jugendklub. Mehr Angebote für Senioren möchten 14 Prozent. Acht Prozent interessieren sich nicht für dererlei Begegnungsstätten.

Wer in Schulzendorf die Politik versorgt, könnte schnell den Eindruck bekommen, dass Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) umstritten ist. Bei der MAZ-Umfrage sind aber 51 Prozent sehr zufrieden und zufrieden. 25 Prozent sind nicht mit ihm zufrieden und 19 Prozent glauben, dies nicht beurteilen zu können.

Bei der Frage zu dem dringendsten Problem gibt auch kuriose Antworten. So wird unter anderem vorgeschlagen, dass sich Schulzendorf und Zeuthen als Stadtteile von Wildau bewerben sollten. „Es entstünde eine interessante, bemerkenswerte und ökonomisch stabile neue Stadt in Brandenburg“, meint der MAZ-Leser und findet, die MAZ sollte die Diskussion dazu anstoßen. Ein anderer Leser benennt einen Wunsch, der sich sicher machen lässt: einen Schlüsselanhänger mit dem Ortsschild von Schulzendorf.

Von Andrea Müller

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