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Wohnen im Turm bleibt ein Traum

Das Wahrzeichen von Niederlehme soll verkauft werden Wohnen im Turm bleibt ein Traum

Eigentlich sollte es für Raik Stahlich und seine Familie ein ungewöhnlicher Wohnort werden. Sie hatten den Wasserturm von Niederlehme gekauft und wollten darin wohnen. Doch Stahlich bekam keine Baugenehmigung. Begründung: Das Licht in den Fenstern könnte Kraftfahrer auf der nahen Autobahn ablenken. Nun will der Berliner Bundeswehrsoldat das Wahrzeichen des Königs-Wusterhausener Ortsteils wieder verkaufen.

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Der markante Wasserturm von Niederlehme, daneben beginnt die Autobahn.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Niederlehme. "Schade", sagt er mit großem Bedauern. "Ich hatte es mir anders vorgestellt." In jeder Etage sollte es ein Zimmer geben. Ganz oben das Wohnzimmer mit dem weiten Ausblick bis zum Berliner Fernsehturm. Der Krach auf der Autobahn, die nur wenige Meter entfernt ist, störte ihn nicht.

Bis zuletzt hatte er noch für seinen Traum gekämpft. Doch die ersehnte Baugenehmigung bekam er nicht. Der Landesbetrieb für Straßenwesen befürchtete, dass die Kraftfahrer auf der nahen Autobahn vom Licht in den Fenstern des Turms abgelenkt werden könnten und legte ein Veto ein. Stahlich versuchte bis zuletzt, eine Lösung für das Problem zu finden. "Die Fenster könnten ja mit Jalousien abgedunkelt werden", meint er. Doch darauf ließ man sich nicht ein. Stahlich räumt ein, dass er versäumte, eine Bauvoranfrage zu stellen. "Dann hätte ich vielleicht von vornherein gewusst, dass der Turm nicht bewohnt werden kann", sagt er. Doch als er den Wasserturm vor drei Jahren kaufte, bekam er auch viel Zuspruch. Endlich schien es eine Zukunft für das marode Gebäude zu geben. Stahlich stürzte sich in die Arbeit und begann erst mal damit, das Dach abzudichten, Fenster auszubessern, alles wetterfest zu machen und Architekten einzuschalten. Nebenbei erledigte er die Behördengänge, verhandelte mit den Denkmalschützern, plante die geforderte Brandschutztreppe an der äußeren Fassade.

Doch jetzt zieht er schweren Herzens einen Schlussstrich. Er will sich von dem Turm trennen und hofft, dass sich ein Käufer findet, der 50.000 Euro dafür zahlt. Damit sei all das, was er an Geld, Zeit und Arbeit hineinsteckte nicht bezahlt, aber es komme ihn nicht auf den Profit an. Zwar werde auch ein Nachfolger vor dem Lichtproblem stehen. Er könne sich aber vorstellen, dass bei einer gemeinnützigen Verwendung mehr möglich sei. Unterm Strich halte er sich zugute, den Verfall gestoppt zu haben. Dem Heimatverein teilte er seine Absicht bereits mit. Die Mitglieder hatten sich vor dem Verkauf für eine öffentliche Nutzung eingesetzt und Unterstützung von der Stadt erhofft. "Die Chance wurde verpasst", sagt Vorsitzender Rainer Schinck. "Jetzt ist da nichts mehr zu machen." Das Geld könne der Verein nicht aufbringen. Raik Stahlich denkt über ein neues Heim für die Familie nach. Etwas Besonderes muss es nicht sein. "Ein ganz normales Haus wäre schön", meint er. Dass er nach Niederlehme zieht, schließt er aus: "Die Gegend ist zwar schön. Aber der Blick auf den Turm würde uns stets an das erinnern, was wir hier erlebten."

Von Liane Stephan

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