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Dahme-Spreewald Wolf bei Lieberose erschossen und geköpft
Lokales Dahme-Spreewald Wolf bei Lieberose erschossen und geköpft
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13:47 14.08.2014
Immer wieder werden Wölfe zur Zielscheibe von Gegnern. Quelle: dpa (Archiv)
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Lieberose

Ein Radfahrer hatte schon am vergangenen Donnerstag den Wolfskadaver am Rand einer Bundesstraße gefunden, die direkt durch das Naturschutzgebiet führt. Er informierte die Oberförsterei in Lieberose. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) wurde das Tier geborgen und dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin für weitere Untersuchungen überstellt. Eine Computertomografie ergab die Todesursache: illegaler Abschuss. "Eine Splitterwolke ist auf dem Gerät sofort sichtbar", erklärt Steven Seet, Pressesprecher der IZW. Auch der Einschusswinkel war schnell ermittelt. Doch innerhalb der laufenden Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft darf er keine näheren Informationen geben.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus selbst ließ durch einen Sprecher am Donnerstag verlautbaren, dass sie die entdeckten Geschossreste untersuchen lassen will. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hatte Strafanzeige erstattet.

Herkunft des Tieres noch ungeklärt

Der Wolf war ein Rüde, etwa zwei bis drei Jahre alt. Nach wie vor ist die Herkunft des Tieres unklar. Seit 2009 sind Wölfe in dem Naturschutzgebiet dauerhaft angesiedelt, bestätigt eine Mitarbeiterin der Stiftung. In ganz Deutschland haben sich Wölfe in den vergangenen Jahren angesiedelt. Insgesamt gibt es nach Schätzungen 120 Tiere in 19 Rudeln. Allerdings ist die Zahl keineswegs sicher. Immer wieder sterben die Welpen. Sie haben eine Sterberate von 50 Prozent.

Der Tod als Provokation

Sicher ist, dass der Kopf des toten Wolfes erst nach einem tödlichen Schuss abgetrennt wurde. Bisher konnte man ihn nicht auffinden. Katharina Weinberg, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Brandenburg, glaubt, dass der Rüde nicht am Fundort getötet wurde. Trennt man einen Kopf ab, fließt viel Blut - die Spuren fehlten aber. Der Kadaver war bereits in einem Stadium der Verwesung. Der Täter hatte den Wolf direkt unter dem Naturschutzschild abgelegt. "Provokation", sagt Weinberg, denn eigentlich versuche der Mensch Verbrechen zu vertuschen. Verständnislosigkeit herrscht bei Katharina Weinberg. "Der Wolf ist ein Mitglied unseres Ökosystems, das war er immer. Wir müssen ihn akzeptieren", sagt sie.

In Brandenburg handelt es sich laut Nabu um den sechsten Fall seit 1990, bei dem ein Wolf von Menschenhand getötet wurde. Seit die Wölfe zurückgekehrt sind, gab es deutschlandweit seit 2000 insgesamt zwölf illegal getötete Tiere. Lediglich in drei Fällen wurden die Täter ermittelt.

Unter strengem Naturschutz

Der Wolf ist nicht nur national, sondern auch international streng geschützt. "Das Verletzen und Töten von Wölfen als Verstoß gegen das Artenschutzrecht stellt einen Straftatbestand dar“ schreibt Andreas Piela, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, in einer Pressemitteilung. Er verurteilt die Tat und fordert gemeinsam mit dem Nabu Brandenburg eine konsequente Strafverfolgung. Auch der Landesjagdverband veröffentlichte auf seiner Internetseite eine Mitteilung, in der er den Vorfall bedauert und die Straftat verurteilt.

Der Naturschutzbund geht sogar einen Schritt weiter. Er wünscht sich eine Fachstelle beim Landeskriminalamt, die bei Wilderei-Straftaten und Verstößen gegen das Artenschutzrecht mit besonderer Sachkunde eingesetzt werden kann. Die örtlichen Polizeidienststellen können in der Regel viel zu selten ausreichend ermitteln und die Täter überführen. Bis zur Pressestelle in der Polizeidirektion Süd mit Sitz in Cottbus ist der Abschuss des Wolfes gar nicht erst durchgedrungen. Sie sind für die Region Dahme-Spreewald zuständig. 

MAZonline

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