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Dahme-Spreewald Zackige Leidenschaft
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15:35 15.08.2016
Heinz Mutschinski (l.) beim Fachsimpeln mit Xiaohua Li. Quelle: H. Voigt
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Wildau

Mit Pinzette und Lupe bewaffnet gehen sie mit Argusaugen und Fingerspitzengefühl zu Werke. Sie wälzen Kataloge dick wie Kirchenbücher und fachsimpeln über Zackenrand und Farbtiefe eines kleinen Stückes Papier. Am Samstagvormittag widmeten sich knapp 20 Briefmarkenfreunde ihrer Sammlerleidenschaft im Plenarsaal des Volkshauses Wildau. Eingeladen hatten die Wildauer Philatelisten. „Wir treffen uns jeden zweiten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr zu unserer Tauschbörse. Gäste sind immer willkommen“, sagte Vereinschef Hans-Georg Freitel. Zudem gebe es jährlich drei Großtauschtage und vier weitere Tauschveranstaltungen.

Insgesamt 34 Sammler, darunter vier Jugendliche, gehören dem Wildauer Verein an. Einer der ältesten ist Heinz Mutschinski. „Briefmarken sind die schönste Nebensache der Welt und man erfährt durch sie eine Menge über Geschichte“, schwärmte der 91-Jährige. Als er sein Fernstudium machte und abends nicht einschlafen konnte, habe er sich eine halbe Stunde mit seiner Sammlung beschäftigt und schon klappte es.

Immer mehr vererbte Sammlungen werden veräußert

Dass das Sammeln beruhigt, dem kann Xiaohua Li nur zustimmen. Der Berliner Philatelist ist öfter zu Gast bei den Wildauern. „Ich sammle seit 30 Jahren und handle mittlerweile auch mit Marken. Angefangen habe ich, als ich von China als Austauschstudent an die TU Berlin kam“, erzählte er. Klappern gehöre zum Handwerk, meinte Hans-Georg Freitel lächelnd. Deshalb macht der Vereinsvorsitzende auch viel Werbung. „Je mehr kommen, um so interessanter wird es.“ Seit 1948, seit seinem achten Lebensjahr, sammelt der Zeuthener Briefmarken. Er beobachtet den Trend, dass immer mehr vererbte Sammlungen veräußert werden. Der Briefmarkenverein bietet deshalb den Service, bei der Bewertung zu helfen. Dazu ist bei einem Großtauschtag Gelegenheit. Der nächste in Wildau ist am 6. November. „Letztens hatten wir fünf Sammlungen auf einmal hier, da waren wir überfordert und es gab lange Wartezeiten“, so der Vereinschef. Deshalb empfiehlt er, sich bei ihm unter Tel.  03 37 62/3 97 40 anzumelden. Sein Geheimtipp lautet aber: das Werk weiterführen – oder zumindest das Erbe angemessen in Ehren halten.

„Das Briefmarkengeschäft heute ist nicht lukrativ. Dass man dabei nichts verdient, liegt daran, dass es zu wenig Sammler und damit eine geringe Nachfrage gibt“, so Fred Lehmann. Der Groß Köriser hatte seine Sammlung einst auch unter finanziellen Gesichtspunkten aufgebaut. Heute bekomme man oft nicht einmal den Ankaufspreis heraus, müsse einen langen Atem haben. Dennoch ist Fred Lehmann wie seine Mitstreiter der Meinung, dass es kein besseres Hobby gibt. „Ich fühle mich bei den Briefmarkenfreunden sehr wohl und freue mich auf unsere Treffen und besonders auf unsere Vereinsfahrt am Mittwoch nach Stettin“, sagte er.

Von Heidrun Voigt

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