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Dahme-Spreewald Zäune aus der Kleinteilpresse
Lokales Dahme-Spreewald Zäune aus der Kleinteilpresse
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12:15 21.08.2015
Am Siethener See: Diese Teile wurden vor Günter Moegelins Zeit als Presserei-Chef gefertigt. Quelle: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Die Zäune aus der Kleinteilpresse, die von den Autobauern in Ludwigsfelde zu DDR-Zeiten erschaffen wurden, verschwinden so langsam aus dem Blick der Bewohner. Denn: Nach und nach werden diese Zäune ersetzt. Nur ein paar wenige von ihnen gibt es noch. Und die MAZ sprach mit dem Mann, unter dessen Regie die Stanzreste ein paar Jahre lang aus dem Werk getragen wurden.

Stanzreste vom Autobau für ein paar Pfennige pro Kilo

Günter Moegelin war von 1982 bis 1986 Chef vom „FB II“, wie die Autowerker sagen, vom Fertigungsbereich II, der Presserei. Da wurden etwa 1800 Teile gefertigt. „Um die zu fertigen, hatten wir rund 5500 Werkzeuge mit jeweils drei Vorrichtungen“, erzählt der heute 74-Jährige. Und er erinnert sich, dass es manchmal sehr umständlich zu organisieren war, die Stanzreste noch grob zu bearbeiten, also gerade zu biegen. „Das durfte ja nicht auffallen. Nur wenn es anfing, die Produktion zu behindern, dann musste ich auch mal einschreiten“, so der Mann, der heute zu den Mitgliedern des Vereins Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde gehört.

Doch diese Art der Zaun-Fertigung war keineswegs illegal. „Das war alles mit Auftrag abgerechnet, nicht heimlich aus dem Betrieb getragen“, erzählt er. Die Kollegen konnten „das übrig gebliebene Material“, wie es Moegelin nennt, ganz offiziell zum Schrottpreis mitnehmen, also für ein paar Pfennige pro Kilo. „Das war der Preis, den der Betrieb auch im staatlichen Schrotthandel bekommen hätte“, berichtet der damalige Presserei-Chef.

Nachbarn sollten nicht wissen, woher das Zaunmaterial stammt

Dazu mussten sich die Kollegen beim zuständigen Meister einen Schrottschein holen. Moegelin erzählt: „Mit diesem Schein war bestätigt, dass das Material Ausschuss und für die Produktion nicht mehr geeignet war.“ Anschließend ging man zur Kasse, bezahlte, und hatte den Beleg, mit dem man die Stanzreste ungehindert durchs Werktor nach Haus tragen konnte. Beziehungsweise fahren. Denn gerade bei den kleinen Teilen blieben recht kompakte Reste. Die wurden dann auf dem eigenen Grundstück in Handarbeit veredelt, also geschliffen und gestrichen. Manch Metallbauer wurde dabei fast zum Künstler. Denn es sollte für die Nachbarn nicht zu offensichtlich sein, woher das Zaunmaterial stammte.

Autowerker-Zäune als Schutz vor Rehen und Wildschweinen

Die meisten Autowerker wohnten in der rapide wachsenden Stadt mit direktem Autobahnanschluss in Platten. Auch für die waren Zaunfelder interessant, hatten doch die meisten Familien irgendwo in der Stadt oder rundherum einen Kleingarten. Und auch der sollte eingezäunt sein. Moegelin erinnert sich, dass im Flussviertel Richtung Pechpfuhl sehr viele Autowerker-Zäune zu finden waren: „Das war ein relativ ärmliches Gebiet mit kleinen Bungalows. Aber es lag am Wald und die Leute wollten ihren Garten vor Rehen und Wildschweinen schützen.“

Von Jutta Abromeit

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