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Zeckenalarm in der Region

Natur Zeckenalarm in der Region

Wer viel draußen unterwegs ist, läuft ab sofort wieder verstärkt Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden. Das kann mitunter schlimme Folgen haben – etwa eine Infektion mit der sogenannten Lyme-Borreliose. Experten raten dennoch zur Besonnenheit.

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In Wäldern oder auch im heimischen Garten: Zecken warten überall darauf, von potenziellen Wirten abgestreift zu werden.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. In der Region hat die Hauptsaison für Zeckenstiche wieder begonnen. Sobald es wärmer wird, ist das Risiko größer, sich so einen Stich einzufangen. Das liegt nicht etwa daran, dass die Tiere erst im Frühjahr aus ihren Quartieren herauskrabbeln. Eigentlich sind sie – außer bei Frost und großen Schneemengen – das ganze Jahr über aktiv und warten auf Hecken und Gräsern darauf, von einem potenziellen Wirt abgestreift zu werden und dessen Blut zu saugen. Dazu eignen sich Menschen und Tiere gleichermaßen. Wenn Zecken einen Wirt gefunden haben, arbeiten sie sich mit ihrem Stechrüssel ans Blut hervor und saugen sich ein bis zwei Wochen lang voll – wenn sie nicht vorher bemerkt werden.

Hintergrund

Die von Zecken übertragene Borreliose heißt Lyme-Borreliose. Der Name geht auf den amerikanische Ort Lyme zurück, in dem die Krankheit 1975 beschrieben wurde.

Etwa 5 bis 35 Prozent der Zecken tragen die Borrelien-Bakterien in sich – ein Zeckenstich muss also noch lange keine Infektion mit sich bringen.

In Deutschland erkranken etwa 1,5 bis 6 Prozent aller von Zecken gestochenen Menschen an einer Borreliose.

Als krankheitsbeweisend gilt einerseits die Wanderröte, die sich nach einem Stich zeigt. Andererseits wird die Krankheit nach einiger Zeit mit Labortests bestätigt.

Jetzt, da die Menschen wieder häufiger draußen und leichter bekleidet sind, steigt die Gefahr eines Zeckenstiches. Und damit auch die, an einer sogenannten Lyme-Borreliose zu erkranken. Eine Borreliose entwickelt sich aus Borrelien-Bakterien, die die kleinen Krabbeltiere in ihrem Darm tragen und auf den Menschen übertragen können. Im Falle einer Infektion können die Folgen schwerwiegend ausfallen: Herzmuskel-, Gelenk- oder Nervenentzündungen sind typische Symptome – manchmal erscheinen sie auch erst Jahre nach dem Stich. Die Erkrankung ist meldepflichtig, diese Pflicht hat Brandenburg aufgrund der großen Zeckenbiss-Gefahr einst als eines der ersten Bundesländer eingeführt.

Wie Sabine Reise, Mitarbeiterin beim Infektionsschutz des Gesundheitsamtes im Landkreis Dahme-Spreewald, mitteilt, gab es in diesem Jahr bereits neun Fälle von Borreliose im Kreis. Im Jahr 2015 waren es 128 Fälle, im Jahr davor 116. „Es kann auch sein, dass es jetzt schon mehr gab“, sagt Sabine Reise. „Aber es dauert immer eine Weile, bis wir die Laborwerte bekommen.“ In Teltow-Fläming wurden in diesem Jahr noch keine Borreliose-Erkrankungen gemeldet. Das teilt Hans Floss, der die Abteilung Hygiene und Umweltmedizin im Gesundheitsamt Teltow-Fläming leitet, mit. Im Vorjahr seien 65 Borreliose-Erkrankungen gemeldet worden. Davon sei etwa ein Drittel im Labor nachgewiesen worden.

Borrelien-Bakterien können mit Antibiotika behandelt werden

Wie Hans Floss erläutert, können Borrelien-Bakterien nach rechtzeitiger Diagnose gut mit einem Antibiotikum behandelt werden. Das sei in einer ungefähren Zeitspanne von zwei bis drei Wochen nach dem Stich möglich. Eine Impfung gegen die Erkrankung ist allerdings nicht möglich – gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoezephalitis (FSME), eine Hirnhautentzündung, hingegen schon. „Dafür ist Brandenburg allerdings kein Risikogebiet“, erklärt Hans Floss. „Wer Urlaub in solchen Gebieten macht, sollte sich unbedingt impfen lassen.“ In Deutschland zählt Bayern zählt zu den FSME-Risikogebieten.

Neben all den Gefahren, die von Zecken ausgehen, rät Benno Bretag, Chefarzt der Notfallambulanzen am Klinikum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen, zur Besonnenheit. „Zu uns in die Notaufnahme kommen häufig Patienten mit Zeckenstichen“, erzählt er. Sie hätten Angst, die kleinen Tiere nicht richtig entfernen zu können. Benno Bretag rät, sie mit einer Pinzette gerade herauszuziehen oder mit einem Messer abzustreifen. „Mehr können wir auch nicht tun“, sagt der Chefarzt.

Experten empfehlen in der Natur lange Hosen und dichte Schuhe

Auch wenn dabei nicht die komplette Zecke entfernt wird, sei das nicht schlimm. Die Borrelien-Bakterien sitzen im Darm der Zecken und gelangen so nicht ins menschliche Blut. „Wichtig ist, die Zecken nicht zu zerdrücken“, sagt Bretag. Er rät allen Menschen dazu, sich beim Ausflug in die Natur provisorisch lange Hosen und dichte Schuhe anzuziehen sowie sich abends gegenseitig zu untersuchen. „Wenn man die Zecke rechtzeitig entdeckt und herauszieht, passiert nichts Schlimmeres“, sagt Benno Bretag.

Von Anja Meyer

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