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Zeesen: Aus für Pferdekoppel wegen Geruchsbelästigung

Bauaufsicht ordnet Auflösung an Zeesen: Aus für Pferdekoppel wegen Geruchsbelästigung

In Zeesen soll die Pferdekoppel "Oma Inges Ranch" aufgelöst werden - es gab zuviele Beschwerden über Geruchsbelästitung. Die Koppel grenzt an ein Wohngebiet. Das Verfahren gegen die Pferderanch läuft seit eineinhalb Jahren - die Betreiberin hat weiß nicht, wo sie ihre Tiere unterbringen soll

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Die Ranch muss Ende 2015 schließen - darüber sind die Besucher gar nicht froh.

Quelle: MAZ

"Die Pferde bei Oma Inge sind fast mein zweites Zuhause", sagt die 15-jährige Kaja, die über die Zeesenerin Ingeborg Kettner vor mehr als sieben Jahren zum Reitsport fand. Dass es die kleine Koppel an der August-Bebel-Straße schon zum Jahresende nicht mehr geben soll, ist für die Schülerin unfassbar. Der zehnjährigen Nele treten allein bei dem Gedanken die Tränen in die Augen. Sie hängt an den vier Ponys sowie den beiden großen Pferden, die sie ebenso wie die elfjährige Sina selbstverständlich alle mit Namen kennt. "Es ist einfach schön hier mit den Pferden und den anderen Kindern", sagt die neunjährige Marlena. Das bestätigen auch die Eltern, die sich wie Sylvia Graße oder Jan Mai freuen, dass ihre Töchter oder Söhne in der Nachbarschaft eine Freizeitbeschäftigung gefunden haben.

Koppel grenzt an Wohngebiet

"Oma Inges Ranch" steht kunterbunt an einem der Unterstände. Der Betreiberin Ingeborg Kettner ist allerdings das Lachen vergangen. Ende 2015 muss sie die Pferdekoppel, die sie nach eigenen Angaben schon fast 30 Jahre betreibt, aufgeben. Der Grund ist eine Anordnung der Unteren Bauaufsicht des Landkreises. "Beim Landesumweltamt sind massive Beschwerden von Anwohnern aufgrund der von der Pferdekoppel ausgehenden Geruchsbelästigung eingegangen", begründet die Leiterin der Unteren Bauaufsicht, Kirsten Globig, die Entscheidung. Dem habe die Behörde nachgehen müssen. "Die Koppel grenzt unmittelbar an ein allgemeines Wohngebiet, in dem baurechtlich eine derartige Nutzung nicht zulässig ist", sagt Globig. Außerdem könne die Betreiberin weder für den Reitplatz noch für den Unterstand eine Baugenehmigung vorweisen. Das Verfahren laufe seit Oktober 2013, sodass der Betreiberin ausreichend Zeit verblieben sei, um ihre Pferde anderweitig unterzubringen.

Betreiberin kann Vorwürfe nicht verstehen

"Das aber hilft mir gar nicht", entgegnet die 65-jährige Seniorin. Sie könne sich eine fremde Unterstellung ihrer sechs Pferde nicht leisten. Sie verweist stattdessen auf einen landwirtschaftlichen Pachtvertrag für die Pferdekoppel, den sie 1995 mit der damals noch selbstständigen Gemeinde Zeesen abgeschlossen hat. Später habe sich herausgestellt, dass das Gelände nicht der Kommune, sondern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, einer Treuhandnachfolgerin, gehört. Auch mit dieser Behörde legt sie einen Pachtvertrag, in dem die Pferdekoppel ausdrücklich erwähnt wird, aus dem Jahr 2006 vor. Den Vorwurf der Geruchsbelästigung lässt Ingeborg Kettner ebenso wenig gelten. Den Mist lasse sie regelmäßig abfahren. Außerdem befinde man sich auf dem Dorf. "Die Hühnerfarm gegenüber stört nicht, obwohl sie gleichfalls stinkt?", fragt Jan Mai erbost. Letztere ist einige Meter weiter von der Wohnbebauung entfernt und befindet sich baurechtlich in einem Gewerbegebiet. Ingeborg Kettner ist den Tränen nahe: "Mir wird nichts anderes übrigbleiben, als die Pferde zum Schlachter zu bringen." Ein Umstand, den auch die Zeesener Kita-Kinder, die den Pferden gern zuschauen, sehr bedauern würden.

Von Franziska Mohr

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