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Zeichnerische Notizen

Königs Wusterhausen Zeichnerische Notizen

Luftig leichte Aquarelle zeichnete der Künstler Gerd Bandelow auf unzähligen Studienreisen quer durch Europa. Einige der Zeichnungen dienten ihm später als Vorlage für große Ölgemälde. Die „Galerie unterm Dach“ im Dahmelandmuseum Königs Wusterhausen zeigt nun eine Auswahl dieser zeichnerischen Notizen.

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Der Künstler Gerd Bandelow stellt in Königs Wusterhausen Aquarelle aus.

Quelle: Danilo Hafer

Königs Wusterhausen. Ganz leicht thront die alte Ruine auf einem Hügel direkt an der Küste. Das rote Gemäuer und der blau-graue Himmel, der sich wie ein Tuch über die Szenerie legt, charakterisieren das Aquarell des Künstlers Gerd Bandelow aus dem Jahr 2014. „Diese Ruine habe ich vor einigen Jahren durch die Gemälde eines anderen Künstlers entdeckt“, sagt Gerd Bandelow. Seither hat er mehrere Zeichnungen davon angefertigt.

Zeichnungen aus über 30 Jahren

Die Aquarellzeichnung der Ruine an der pommerschen Küste ist derzeit zusammen mit anderen Bildern, die Gerd Bandelow seit 1984 gemalt hat, in einer neuen Ausstellung in der „Galerie unterm Dach“ im Dahmelandmuseum in Königs Wusterhausen zu sehen. Am Dienstag wurde die Ausstellung mit zahlreichen Gästen eröffnet.

Die Aquarellen entstanden auf unzähligen Reisen

Die Bilder zeigen hauptsächlich Landschaften, von der Ost- und Nordsee, bis Umbrien in Italien. Aber auch Alltagsszenerien, wie etwa das Bild mit dem Titel „Dacharbeit (Hiddensee)“ oder „Hühnerhof (Ruppiner Land).“ Die Bilder wurden mit einem schnellen Pinselstrich gemalt, Details lassen sich nur erahnen. Denn die Zeichnungen sind sogenannte Pleinair-Zeichnungen. Das heißt, sie wurden direkt vor Ort unter freiem Himmel gemalt. Als Notizen bezeichnet Gerd Bandelow diese Form der Malerei. Entstanden sind die Bilder auf den unzähligen Studienreisen die er, bereits zu DDR-Zeiten als Leiter des Malzirkels im Kulturhaus Wildau und auch später mit seinen Malschülern durchgeführt hat. Und sie haben ihre ganz eigenen charakteristischen Züge.

Die Kuratorin kennt Gerd Bandelow schon lange

„Die Bilder sind einfach sehr luftig und frisch“, sagt Sabine Fiedler, die sich um die Realisierung der Ausstellung bemüht hatte. „Ich kenne Gerd Bandelow schon lange und war auch selbst auf einigen Reisen mit dabei“, erzählt sie. An viele Orte, die auf den Bildern zu sehen sind, kann sich auch Sabine Fiedler noch gut erinnern.

Zeichnungen als Vorlage für Ölgemälde

„Andere gehen mit dem Fotoapparat los, ich mit dem Pinsel“, erklärt Gerd Bandelow. Die Aquarelle seien eine Art Gedächtnisstütze, um später ein richtiges Ölgemälde zu zeichnen, erklärt er. So hat er es auch mit der polnischen Ruine gemacht. Ruinöses habe ihn schon länger interessiert. Und auch die alte Backsteinstruktur des Gemäuers faszinierte ihn. Daher entschied er sich dazu weiterzumalen. Doch längst nicht jede zeichnerische Notiz schafft es auch auf die Leinwand, einige wandern wieder zurück in die Sammelmappe. „Wichtig ist, dass die Idee dahinter stimmt“, erklärt Gerd Bandelow. Auf dem Weg hin zum richtigen Ölgemälde fertigte der Künstler sieben verschiedene Varianten der Ruine an. Die Aquarellzeichnung übertrug er unter anderem in eine Bleistiftzeichnung und einen Aquatinta-Tiefdruck. „Dafür habe ich mir in meinem Haus neben meinem Atelier auch noch eine Tiefdruckwerkstatt eingerichtet“, erzählt der Künstler. Ausgangspunkt war aber immer die Aquarellzeichnung.

Zwei Jahre bis zum fertigen Gemälde

Durch die verschiedenen Varianten nähert sich Gerd Bandelow allmählich dem Objekt, um es schließlich auf großer Leinwand zu verewigen. Eines der drei fertigen Ölgemälde der Ruine ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Von den weichen Linien und zarten Farben ist auf dem Ölbild nichts geblieben. Es ist geprägt von einer Rasterstruktur und eckige Formen. Das zarte Blau des Himmels hat sich in ein feuriges Rot gewandelt. Die Steilküste zeigt ein Farbenmeer aus Blau-, Grün- und Rottönen. Vom Aquarell bis zum fertigen Ölgemälde vergingen knapp zwei Jahre.

Info: Die Aquarellzeichnungen von Gerd Bandelow sind noch bis Sonnabend, dem 15. Oktober, im Dahmelandmuseum zu sehen.

Von Danilo Hafer

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