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Dahme-Spreewald Zellkulturen vollautomatisch versorgt
Lokales Dahme-Spreewald Zellkulturen vollautomatisch versorgt
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00:18 05.06.2017
Weltneuheit: Dennis Grossmann, Andrea Böhme und Mirko Gerlach (v.l.) mit dem vollautomatischen „Multi-Bench-Top-Kultivator“. Quelle: Karen Grunow
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Wildau

Der nur flüchtig Schauende mag zunächst an einen PC-Turm denken, der präsentierend auf einen Tisch gestellt worden ist. Doch schnell ist klar: Mit einem herkömmlichen Computer hat dieses Objekt wenig zu tun. Realisiert wurde es von dem Berliner Unternehmen Analytical Control Instruments GmbH. Angeregt und bei der Entwicklung wissenschaftlich unterstützt wurde es durch Mitarbeiter der Technischen Hochschule Wildau.

Was nun kürzlich beim Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Berlin-Pankow, bei dem rund 300 kleine und mittlere Unternehmen und Industrieforschungseinrichtungen zum Teil Weltneuheiten präsentierten, vorgestellt wurde, ist ein vollautomatischer, zellbiologischer „Multi-Bench-Top-Kultivator“. Statt wie bei einem herkömmlichen Brutschrank für Zellkulturen muss hier nichts mehr herausgenommen werden, um die Zellkulturen mit Nährstoffen zu versorgen oder zu untersuchen.

Kulturkammern im CD-Format

Noch ist der spezielle Apparat ein Prototyp. „Die Bedienbarkeit muss noch in anderen Laboren überprüft werden“, erklärt Mirko Gerlach, der für Elektronik- und Hardware-Entwicklung zuständig ist. Es ist möglich, auch andere Sensoren einzubauen. Was genau benötigt wird, wie individuell die Bedürfnisse der angestrebten Kunden und Nutzer sind, muss ausgelotet werden. Doch alle sind sehr zuversichtlich, dass das Gerät Nachfrage finden wird. Es ist kompakt und kann über einen längeren Zeitraum, beispielsweise zwei Wochen, konstant die Temperatur halten, exakte CO2-Begasung für die Zellkulturen vornehmen, außerdem die pH-Werte messen und vor allem eben kontrolliert das jeweilige Nährmedium zuführen. „Bisher haben wir Zellkulturen immer in einem großen Brutschrank. Will man sie sich angucken, muss man immer den Ablauf unterbrechen“, erzählt Andrea Böhme, die an der TH Wildau Biosystemtechnik/Bioinformatik studiert hat und seit 2008 fest an der Hochschule arbeitet und dort auch promoviert hat. Sie gehört zu dem zehnköpfigen Team, das das geförderte Projekt zur Entwicklung des Gerätes umgesetzt hat. Der Kontakt zum Unternehmen kam über TH-Professor Andreas Foitzik, Leiter der Arbeitsgruppe für Mikrosystemtechnik und Systemintegration. Schon während seiner vorhergehenden Professur an der Fachhochschule Esslingen hatte er Kontakt aufgebaut zu Frank Peter Herrmann, Geschäftsführer der Analytical Control Instruments GmbH. „Professor Foitzik hat das Projekt ins Rollen gebracht“, so Andrea Böhme, die demonstriert, wie der Bioreaktor mit den zwölf Kulturkammern – insgesamt kaum größer als eine CD-Hülle – in einen der Einschübe des Apparates gesetzt werden kann. „Jeder Slide ist für sich voll funktionsfähig“, so Mirko Gerlach.

Studenten können an Projekten mitarbeiten

Das Know-how der Wildauer Wissenschaftler nutzt auch die ERK Eckrohrkessel GmbH aus Berlin-Treptow. Udo Hellwig konnte als Professor an der TH für Verfahrenstechnik praktischerweise den Ingenieurnachwuchs für das Unternehmen rekrutieren. Rohrbündelwärmeübertrager und Plattenwärmetauscher gehören zu den innovativen Ideen, die im Unternehmen entstanden sind. „Große Oberflächen sind wichtig in der Wärmeübertragung“, sagt Jürgen Peterseim, der wie Kollege Paul Widura an der TH studiert hat. „Alle wichtigen Forschungsprojekte entstehen in Zusammenarbeit mit der TH Wildau“, so Peterseim. Auch Studenten können an einigen der Projekte mitarbeiten.

Unternehmen verschiedener Branchen zusammenzubringen mit der Forschung, ist Aufgabe des von Andreas Foitzik geleiteten Netzwerks „Polymed: Polymere für die Medizintechnik“ an der TH. Thilo Liebscher ist der Netzwerkmanager. „Allgemein beschäftigen wir uns mit Kunststoffen in der Medizintechnik“, erläutert er. Mit dabei sind derzeit zehn Partner unter anderem aus den Bereichen Biowissenschaften, Sensorik und Maschinenbau. Insbesondere die Vernetzung innerhalb der Region Berlin-Brandenburg ist ein wichtiger Punkt der Kooperation, die noch bis 2018 über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Thilo Liebscher, der in der Arbeitsgruppe von Andreas Foitzik promoviert, ist sich sicher, dass auch über den Förderrahmen hinaus das Netzwerk bestehen bleibt. „Es vereinfacht vieles, man kann vertrauensvoll und konstruktiv miteinander reden“, sagt er. Als Netzwerkmanager ist er wie beim Innovationstag Mittelstand unterwegs, um für die besondere Kooperation zu werben. Schließlich können die neuen Ideen, die durch solche Verbindungen entstehen, auch Arbeitsplätze sichern oder sogar steigern.

Von Karen Grunow

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