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Dahme-Spreewald Ärger in Zernsdorf
Lokales Dahme-Spreewald Ärger in Zernsdorf
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00:25 13.04.2015
Seit 2004 betreibt der Bürgerhausverein das ehemalige DDR-Gästehaus, das sich jetzt im Eigentum der Stadt befindet. Quelle: Franziska Mohr
Zernsdorf‒

In dem aufgrund des Engagements zahlreicher Zernsdorfer Bürger im Jahr 2003 gegründeten „Verein Bürgerhaus Zernsdorf – Haus am Lankensee“ gibt es seit Wochen handfesten Krach. Auslöser ist eine vom Bürgerhausverein als Betreiber des Hauses ausgesprochene Kündigung, die sich ausgerechnet auf die bisher vom Heimatverein genutzten Räume erstreckt.

Fortan herrscht zwischen beiden ortsansässigen Vereinen ein eisiges Klima. Ein Gespräch schien nicht mehr möglich, so dass die MAZ am Freitag die Konfliktparteien sowie als Vertreter des Eigentümers den städtischen Fachbereichsleiter Rene Klaus zu einem Vor-Ort-Termin bittet.

Die Vorsitzende des Heimatvereins, Christel Lehmann, betrachtet die Kündigung als einen beispiellosen Affront. "Schließlich waren es vor allem die Heimatfreunde, die sich nach der Wende dafür einsetzten, dass das DDR-Gästehaus im Sinne des Vermächtnisses von Hans Curt von Einsiedel für die Öffentlichkeit erhalten bleibt. Und nun das", sagt sie fassungslos. Einsiedel hatte das Haus 1942 der Gemeinde vermacht. Die Art und Weise der Kündigung bringt die Frau noch heute in Rage.

Der Vorsitzende des Bürgerhausvereins, Martin Klepzig, habe ihr 15 Minuten vor Beginn einer Adventveranstaltung eine Änderungskündigung zum 1.Januar vorgelegt, die sie auf der Stelle unterschreiben sollte. Darin wurden dem Heimatverein im Bürgerhaus etwas kleinere Räume, aber mit einem separaten Eingang, angeboten. Außerdem sollten die Heimatfreunde künftig einen Archivraum unter dem Dach nutzen. Letzteren aber hat die Stadt Königs Wusterhausen gemietet, mit der der Bürgerhausverein bis dato noch gar nicht gesprochen hatte. Der Heimatverein lehnte ab und verwies auf die Einhaltung der Kündigungsfristen. Daraufhin erhielten die 58 Heimatfreunde vom Betreiber eine fristgemäße Kündigung zum 30. Juni dieses Jahres.

Beim Vor-Ort-Termin räumt Klepzig ein, dass die Angelegenheit mit der Kündigung sehr ungünstig gelaufen sei. Dafür entschuldigte er sich. Der Betreiberverein benötige die jetzigen Räume der Heimatfreunde dringend, um den Bürgern mit ihren Anfragen einen besseren Komfort bieten zu können. Derzeit müsste die gesamte Tisch- und Bettwäsche des Hauses in der Küche gebügelt werden. Mit dem Umzug der Heimatfreunde in das Büro des Bürgerhausvereins wäre dies alles gelöst. Zudem stehe ihnen ein kleiner Klubraum und eine Toilette zur Verfügung. Bei Bedarf könnten sie auch den Buffetraum nutzen, bietet Klepzig an.

"Das Problem mit dem Raumtausch erschließt sich mir nicht", sagt der Fachbereichsleiter. Beim Archivraum ist die Stadt gesprächsbereit. Letztlich bietet der Vizechef des Heimatvereins, Klaus Schiebel an, dass es bis zum 10.Mai moderiert von der Stadtverwaltung noch einmal ein klärendes Gespräch zwischen dem Heimat- und dem Bürgerhausverein geben soll. Das allerdings setze voraus, dass die Kündigung zurückgezogen wird. Das stellte Klepzig sofort in Aussicht.

Intern hieß es am Freitag nach dem Treffen, dass damit möglicherweise auch ein Teil der drohenden Querelen auf der für den 27. April einberufenen Mitgliederversammlung des Bürgerhausvereins ausgeräumt sein könnten. Auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung steht der Ausschluss von engagierten Vereinsmitgliedern wie Klaus Schiebel, Christel Lehmann, Wilfried Klingelhöller, Marlies Hecker und Helmut Kögler. Dem ehemaligen Vereinschef Ingmar Bethke sowie dem Zernsdorfer Ortsvorsteher Uwe Borck soll gleichfalls die Mitgliedschaft in dem Verein gekündigt werden. Ihnen allen wird "vereinsschädigendes Verhalten" vorgeworfen. Klepzig begründet dies vor allem damit, dass sie "ein Abwahlverfahren gegen den Vorstand angestrengt haben". Ortsvorsteher Borck weist den Vorwurf der Vereinsschädigung entschieden zurück. "Das Ganze hat nur ein Ziel. Klepzig will Leute, die ihm gefährlich werden könnten, aus dem Bürgerhausverein entfernen." Für ihn könnte ohne die Heimatfreunde sogar die Gemeinnützigkeit des Bürgerhausvereins gefährdet sein. Bethke hält das Verfahren für absurd. Er wirft Klepzig vor, elementare Grundsätze der Buchhaltung bei der Vereinsführung zu missachten.

Von Franziska Mohr

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