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Dahme-Spreewald Auswirkungen des Umweltgifts: Nutzung von Brunnen in Gärten verboten
Lokales Dahme-Spreewald Auswirkungen des Umweltgifts: Nutzung von Brunnen in Gärten verboten
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00:24 01.02.2019
Bei Erdarbeiten für den Bau einer Tankstelle wurden im April 2017 große Mengen des krebserregenden LCKW im Boden nachgewiesen. Quelle: Oliver Becker
Zeuthen

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises hat sich erstmals zu den Auswirkungen der Umweltgifte geäußert, die vor mehr als einem Jahr in Zeuthen gefunden wurden. Im Umweltausschuss des Landkreises gab Robert Krowas vom Umweltamt des Landkreises eine erste Entwarnung. Aber nur eine kleine.

Demnach habe zumindest für die Kinder in der Schule am Wald nie eine Gefahr bestanden. Auch der Zeuthener See und das Wasserwerk Eichwalde seien von den Giften im Grundwasser wohl nicht betroffen. Harmlos seien das LCKW deshalb aber noch lange nicht.

Hochgiftig und krebserregend

Hintergrund: Im Sommer 2017 war bei Erdarbeiten an der Zeuthener Lindenallee eine deutlich erhöhte Konzentration des Umweltgifts LCKW im Boden nachgewiesen worden. LCKW, eine Abkürzung für Leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe, gelten als hochgiftig, krebserregend und erbgutverändernd.

Weil die Konzentration den erlaubten Grenzwert um ein Vielfaches überstieg, legte das Amt damals ein relativ großräumiges Gebiet zwischen der Lindenallee und der Ridi Leuchten GmbH fest, in dem die Nutzung von Wasser aus Gartenbrunnen seither untersagt ist.

Das LCKW war auf dem Gelände des VEB Leuchtenbau in die Erde gelangt. Dort wurde bis 1972 mit dem Material gearbeitet und offenbar recht sorglos umgegangen. Über die lange Zeit sei das Gift im Boden abgesunken und durch Niederschlag in tiefere Schichten gespült worden, so Krowas. Nach näheren Untersuchungen sei nun klar, dass die LCKW-Belastung des Grundwassers heute in 17 bis 18 Metern Tiefe am stärksten sei.

Keine Gefahr für die Schule

Für die Schule, die relativ dicht am früheren VEB-Gelände gebaut wurde, habe demnach keine Gefahr bestanden. „Es gibt dort keinen Zugang zu Wasser aus solchen Tiefen. Die Schule hat weder einen Brunnen noch einen Keller“, so Krowas.

Auch eine Gefährdung des Zeuthener Sees könne ausgeschlossen werden. Der Eintrag in das Gewässer sei im Vergleich zu anderen Zuflüssen so gering, dass eine Konzentration nicht nachweisbar sei.

Die Wasserfassung des Wasserwerkes Eichwalde reiche auch nicht in das betroffene Gebiet, deshalb sei auch für das Trinkwasser in der Region nichts zu befürchten.

Obst und Gemüse kann verzehrt werden

Selbst Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten könnten die Menschen innerhalb des Belastungsgebiets weiterhin essen. Pflanzenwurzeln dringen nicht in die Tiefen vor, in denen die Schadstoffe lagern, so Krowas. „Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass LCKW in Obst nicht nachgewiesen wird, selbst wenn die Bäume in deutlich höher belasteten Gebieten stehen und nachweislich das Gift in sich tragen.“

Eine generelle Entwarnung will der Bereichsleiter trotzdem nicht aussprechen. Dass in den vergangenen fast 50 Jahren Zeuthener wegen des LCKW-Gehalts im Grundwasser krank geworden sind, lasse sich nicht ausschließen. „Wir wissen schlicht nicht, wie sich 5 bis 7 Milligramm im Wasser auswirken“, so Robert Krowas. „Wir müssen aber dafür sorgen, dass es künftig keine weiteren Auswirkungen gibt.“

Deshalb bleibt auch die Nutzung der Gartenbrunnen in dem betroffenen Bereich verboten, zumindest bis die Sanierung des Bodens abgeschlossen ist. „Wie lange das dauert, wissen wir nicht“, sagt Krowas. LCKW sind biologisch kaum abbaubar. „Es dürfte Jahre dauern“, so Krowas.

Von Oliver Fischer

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