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Zeuthen: Zugdurchfahrt bei offenen Schranken?

Gefahr am Bahnübergang – Anwohner besorgt Zeuthen: Zugdurchfahrt bei offenen Schranken?

Zeuthener berichten von Zugdurchfahrten bei offenen Schranken am Bahnübergang Forstweg und äußern sich besorgt über die damit verbundenen Gefahren. Die Deutsche Bahn bestreitet, dass es zu derartigen Vorfällen gekommen ist.

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Normalerweise sind die Schranken unten, wenn ein Zug den Bahnübergang passiert. War es auch vor zwei Wochen so?

Quelle: Josefine Sack

Zeuthen. Der Schienenverkehr gehört für die mehr als 11 000 Einwohner der Gemeinde Zeuthen zum Alltag. Bis zu sieben S-Bahnen in Richtung Berlin oder Königs Wusterhausen halten im Schnitt pro Stunde am Bahnhof Zeuthen. Insgesamt dürften am Tag mindestens 200 Züge durch die Gemeinde rauschen.

Zug rauschte bei offener Schranke vorbei

Umso beunruhigender ist das, was eine Anwohnerin berichtet. Mehrmals hat Elke Herer beobachtet, wie Züge den Bahnübergang Forstweg mit voller Geschwindigkeit passierten, obwohl die Schranken nicht geschlossen waren, zuletzt vor knapp zwei Wochen. „Etwa gegen 9.40 Uhr fuhr ich parallel zur Bahn den Spitzbubenweg mit dem Fahrrad entlang und wollte Richtung Forstweg“, schrieb sie der MAZ und weiter: „Plötzlich hörte ich mehrmals ein sehr lautes Signal eines roten Regionalzugs, der in Richtung Berlin fuhr.“ Der Zug passierte den Bahnübergang bei offener Schranke. „Mir fuhr der Schreck in alle Glieder“, erinnert sich Elke Herer. Eine andere Anwohnerin bestätigte der MAZ-Leserin, dass schon am Vortag ein Zug bei offener Schranke am Bahnübergang Forstweg vorbeigerauscht sei.

Autos passierten Schrankenbereich in letzter Sekunde

„Ich nehme fast an, dass das rote Licht am Andreaskreuz brannte, aber die Schranken nicht reagiert hatten“, mutmaßt die Zeuthenerin. Ein Alptraum – vor allem, weil Herer kurz vor Passieren des Zugs beobachtet hatte, wie Autos in letzter Minute die Schienen überquert hatten. „Ich stellte mir vor, was der Lokführer in dieser Situation durchgemacht haben muss“, sagt sie besorgt. Ihr Mann und sie versuchten, die Störungsstelle der Bahn über den Vorfall zu informieren – jedoch ohne Erfolg. „Die Frau wollte erst gar keine Information entgegennehmen“, ärgert sich Elke Herer. Die Mitarbeiterin gab demnach an, nur für umgestürzte Bäume auf Schienen zuständig zu sein. Auch im Rathaus der Gemeinde Zeuthen gab Herer Bescheid, dass es am Forstweg eine Signalstörung gegeben hatte. Beide, Elke Herer und die Verwaltung, informierten daraufhin die Polizei.

Bahn: „Verkehrsteilnehmer für die Probleme verantwortlich“

Ein Mitarbeiter des Bahn-Regionalbüros Berlin bestätigt auf Anfrage der MAZ: „Die Störungsanalyse seit dem 1. Januar 2016 hat beim Bahnübergang Forstweg eine Häufung von Fehlern an der Gefahrraumfreimeldeanlage ergeben.“ Die Ursachenforschung habe ergeben, dass in vielen Fällen ein Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer für die Probleme verantwortlich ist.

Rückstau am Bahnübergang

Demnach passiere es immer wieder, dass Autos oder Fußgänger den Bereich des Bahnübergangs nicht rechtzeitig verlassen. In der Folge komme zu einem Rückstau, woraufhin eine Freigabe durch die sogenannte Gefahrraumfreimeldung nicht erfolgen kann. „Dadurch erfolgt dann keine Signalfreigabe“, erläuterte der Bahn-Sprecher. Die Schranken müssten dann, in Abstimmung zwischen S-Bahn und Fernzug, wieder geöffnet werden. Anschließend müsse der Schließvorgang wiederholt werden. „Dies ist für die Verkehrsteilnehmer sicherlich unverständlich und hat für den Bahnverkehr Verspätungen zur Folge“, so der Sprecher weiter.

Gemeinde sieht keinen Grund zur Sorge

Dass es am Bahnübergang Forstweg tatsächlich zu einer Gefahrensituation gekommen sein könnte und der Zug, wie von Elke Herer vor gut zwei Wochen beobachtet, bei offenen Schranken mit voller Geschwindigkeit vorbeirauschte, davon wollte man im Bahn-Regionalbüro Kommunikation Berlin nichts wissen: „Die Wirkweise der Anlage ist in jedem Fall für den Verkehrsteilnehmer sicher, das heißt, eine Zugfahrt kann nicht durchgeführt werden“, hieß es. Auch im Rathaus der Gemeinde Zeuthen geht man davon aus, „dass die Bahn die hohen Sicherheitsanforderungen absolut und umfassend erfüllt“.

Von Josefine Sack

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