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Zeuthen erhält weiteres Wissenschaftszentrum

CTA kommt ins Berliner Umland Zeuthen erhält weiteres Wissenschaftszentrum

Die wissenschaftliche Zentrale eines neuen internationalen Observatoriums wird beim Desy in Zeuthen angesiedelt. Das „Cherenkov Telescope Array“ (CTA) soll Gammastrahlen empfangen.

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Architekturentwurf des Gebäudes für das wissenschaftliche Zentrum von CTA auf dem DESY-Campus in Zeuthen.

Quelle: Dahm Architekten & Ingenieure, Berlin

Zeuthen. Sie künden von gigantischen kosmologischen Ereignissen. Gammastrahlen übermitteln Botschaften von explodierenden Sternen oder alles verschlingenden Schwarzen Löchern. Für Zeuthen könnten die elektromagnetischen Impulse zu „nachhaltigen Schritten“ auf dem Weg zu einem „Leuchtturm“ der astrophysikalischen Forschung werden, sagt der Leiter des hier angesiedelten Standorts des Deutschen Elektronen-Synchrotons (Desy), Christian Stegmann.

Die Forschungseinrichtung wird künftig Sitz der wissenschaftlichen Steuerung des rund 400 Millionen Euro schweren internationalen Großprojekts der Gammastrahlenastronomie „Cherenkov Telescope Array“ (CTA) sein. Das hat die Gesellschafterversammlung der hinter dem Projekt stehenden internationalen Forscherorganisation CTAO jetzt in München beschlossen.

Teleskope auf La Palma und im Süden Chiles

Vom Zeuthener See aus sollen nun künftig die Ziele der Suche eines neu entstehenden Observatoriums mit mehr als 100 Teleskopen auf der kanarischen Insel La Palma und im Süden Chiles koordiniert und die so gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse aufbereitet werden. „Ohne die Entschlüsselung der Botschaften der Gammastrahlen werden wir die Entwicklung des Universums nicht letztlich verstehen können“, erläutert Stegmann die Tragweite des Projekts.

Neuer Forschungskomplex entsteht für CTA

Am Zeuthener See soll dazu nun ein neuer Forschungskomplex mit 2000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen, in dem 30 neue Desy-Forscher fest und zusätzlich bis zu 40 Gastwissenschaftler arbeiten werden. Bislang hat das Zeuthener Desy rund 240 Mitarbeiter. Investitionen von rund acht Millionen Euro sind in diesem Zusammenhang vorgesehen. „Schon bald werden die Bagger anrollen und später die Forscher untersuchen, wie tief im Universum Schockwellen von gewaltigen Sternenexplosionen durch unsere Milchstraße pflügen“, kündigt Christian Stegmann an.

 Visualisierung zweier Teilchenschauer über dem Feld aus CTA-Teleskopen

Visualisierung zweier Teilchenschauer über dem Feld aus CTA-Teleskopen

Quelle: DESY/Milde Science Comm./Exozet

CTA ist nun die zweite Säule, die Rolle Zeuthens als international renommierten Astrophysik-Standort zu stärken. Schon 2010 war mit dem Neutrino-Observatorium IceCube in der Antarktis ein unter maßgeblicher Desy-Beteiligung konzipiertes und von hier mit koordiniertes Forschungszentrum in Betrieb gegangen, das anhand der rätselhaften Teilchen kosmische Ereignisse entschlüsselt. „Das wird auf die ganze Region Berlin-Brandenburg ausstrahlen und das entstandene astrophysikalische Netzwerk aus Instituten und Hochschulen stärken“, ist sich Christian Stegmann sicher.

Wissenschaftler aus 30 Ländern beteiligt

Mehr als 1000 Wissenschaftler und Ingenieure aus über 30 Ländern haben sich bei CTA zusammengeschlossen um in den kommenden fünf Jahren das Observatorium aufzubauen und mindestens 20 Jahre zu betreiben. Beteiligt sind aus Deutschland mehrere Universitäten, die Max-Planck-Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft, zu der auch das Desy zählt. Allein das Bundesforschungsministerium wird 40 Millionen zu dem 400-Millionen-Euro-Projekt beisteuern.

Gammastrahlen gelten neben dem sichtbaren Licht und anderen elektromagnetischen Strahlungen als zusätzlicher Wahrnehmungskanal zur Aufklärung kosmischer Ereignisse. Für die Region entfalten sich so ganz neue Ebenen für Forschungskooperationen. Erst kürzlich war mit der erstmaligen Messung von Gravitationswellen, an der entscheidend das Albert-Einstein-Institut in Potsdam beteiligt war, ein weiteres Fenster zu einer neuen Wahrnehmung des Universums aufgestoßen worden.

Von Gerald Dietz

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