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Zeuthen „Jeder Unfall ist einer zu viel“
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen „Jeder Unfall ist einer zu viel“
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00:17 03.07.2018
Die Polizistinnen Christiane Wilken (l.) und Franziska Krämer klären eine Passantin am Bahnübergang in Zeuthen über die Gefahren beim Überqueren der Schranke auf. Quelle: Foto: Josefine Sack
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Zeuthen

Die langen Wartezeiten am Bahnübergang in Zeuthen ärgern nicht nur die Autofahrer. Dass Passanten und Pendler, die es eilig haben, bei Gelb noch schnell unter der Halbschranke hindurchmarschieren, ist am Forstweg keine Seltenheit. Regelmäßig stellt die Polizei bei Stippvisiten Verstöße fest. Am Freitag informierten die Deutsche Bahn und die Bundespolizei, wie sich Verkehrsteilnehmer richtig verhalten und was es beim Überqueren der Schienen zu beachten gibt.

Zehn Unfälle an Bahnübergängen

Zwar ist die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen in der Vergangenheit bundesweit um 50 Prozent zurückgegangen, aber es gibt keine Entwarnung. „Wir haben heute Morgen schon einige Beispiele gesehen, wie es nicht gehen soll“, sagte Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert. 140 Unfälle an Bahnübergängen gab es 2016 in Deutschland. In Brandenburg wurden zehn Kollisionen registriert.

So vermeiden Sie Unfälle

Auch wenn die Schranken noch oben sind, muss bei Rot gehalten werden. Gelb bedeutet „Halt“ für alle Verkehrsteilnehmer vor dem Übergang und „Räumen“ für diejenigen, die die Gleise gerade noch überqueren.

Bahn und Polizei appellieren, dass Bahnanlagen kein Abenteuerspielplatz sind. Die Oberleitungen führen eine Spannung von 15.000 Volt. Schon bei Annäherung kann es zum lebensbedrohlichen Stromüberschlag kommen.

Ab Ende Juli können die Fußgänger am Bahnhof in Zeuthen die provisorische Brücke nutzen, um zu dem Bahnsteig zu gelangen. Die Tunnelarbeiten sollen dann im Monat August fortgesetzt werden.

Zuletzt sorgte ein tödlicher Unfall in Gransee (Oberhavel) für Schlagzeilen. Ein 23 Jahre alter Pkw-Fahrer hatte am 10. Juni trotz Rotlicht das Andreaskreuz überfahren und kollidierte mit einem Güterzug. Obwohl die Bahn Schranken – da, wo es geht – zugunsten von Unterführungen und Brücken nach und nach zurückbaut, gibt es im Land aktuell noch 882 Bahnübergänge.

Unfälle passieren oft aus Leichtsinn

„Jeder Unfall ist einer zu viel“, sagte Ahlert. Dabei ließen sich Kollisionen durch das Befolgen einfacher Regeln vermeiden. „95 Prozent aller Unfälle passieren aus Leichtsinn, Unaufmerksamkeit oder Unwissenheit“, ergänzte der Sprecher und betonte: „Der Schienenverkehr hat Vorrang.“ Anders als Fahrzeuge auf der Straße können Züge Hindernissen nicht ausweichen. Aufgrund ihrer großen Masse haben Züge einen Bremsweg von bis zu 1000 Metern und sind erst spät zu hören. Vor allem die Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde sei nicht zu unterschätzen, warnte Ahlert.

Bahn will erneut Sicherheitspersonal einsetzen

Weil auch in Zeuthen immer wieder Personen unberechtigt den Bahnübergang Forstweg passieren, engagierte die Bahn zuletzt Sicherheitspersonal. Die Mitarbeiter sollten die Schranken überwachen und Pendler und Fußgänger für die Gefahr vor Ort sensibilisieren. „Wir haben die Firma bewusst beauftragt“, teilte Ahlert mit. Anders als die Bundespolizei verfügte das Sicherheitspersonal über keine polizeilichen Befugnisse. Somit konnten Verstöße nicht geahndet werden. „Die Reisenden haben sich nicht an die Warnungen gehalten“, sagte Ahlert. Die Firma habe „von sich aus“ nach einigen Wochen gekündigt, informierte der Sprecher über den Abzug des Personals. Zum Schuljahresbeginn will die Bahn nun einen erneuten Versuch starten: „Die Aktion ist wieder vorgesehen“, sagte Ahlert.

Bei Missachtung droht hohes Bußgeld

Die Bundespolizei war in den vergangenen drei Monaten sechsmal am Bahnhof Zeuthen im Einsatz, um mit Reisenden, Fußgängern und Radfahrern in Gespräch zu kommen. Allein 40 Gleisüberschreitungen registrierten die Polizisten. Das Missachten der Schranke ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit bis zu 700 Euro Bußgeld, zwei Strafpunkten und einem dreimonatigen Fahrverbot geahndet werden.

Von Josefine Sack

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