Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zeuthen Kaum Wohnungen für Geflüchtete in LDS
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Kaum Wohnungen für Geflüchtete in LDS
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 03.09.2018
Gut 200 Besucher kamen in diesem Jahr zum Sommerfest der Flüchtlingsinitiative „Wind“ in den ehemaligen Generationstreff in Zeuthen. Quelle: WIND
Königs Wusterhausen

Drei Jahre nach der großen Fluchtbewegung im Sommer 2015 ist die Versorgung der Geflüchteten mit Wohnraum nach wie vor das drängendste Problem im Landkreis Dahme-Spreewald. Grundsätzlich müsste ein Asylsuchender, sobald er einen Aufenthaltstitel hat, die Gemeinschaftsunterkunft verlassen und sich eine eigene Wohnung suchen.

Die Zahlen belegen, dass dies angesichts der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt nur selten klappt. Von den 1415 Asylbewerbern und Flüchtlingen, die aktuell in Dahme-Spreewald leben, wohnen 588 in Wohnungen. Dabei ist nicht einmal jede zweite Wohnung privatrechtlich, also von einem Flüchtling selbst, angemietet. Beim überwiegenden Teil handelt es sich um vom Kreis angemietete Übergangswohnungen.

Unterkünfte in der Region sind alles andere als ausgelastet

827 Menschen sind weiter in den Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Die größten Heime befinden sich in Massow, Waßmannsdorf und Pätz. Aktuell ist keine der insgesamt neun Gemeinschaftsunterkünfte in der Region voll ausgelastet.

Zahlen und Fakten

Seit Jahresbeginn hat der Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) 146 Flüchtlinge aufgenommen. Dazu zählen auch die im Landkreis geborenen Kinder. Damit ist das Aufnahmesoll von 123 Menschen für 2018 bereits erfüllt.

Die Verteilung der Menschen richtet sich nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“. Im Rahmen der Familienzusammenführung wird der Kreis bis zum Jahresende noch weitere Menschen aufnehmen.

Insgesamt kehrten 2018 75 Flüchtlinge aus der Region in ihre Herkunftsländer zurück. 52 Menschen reisten freiwillig aus. 23 wurden abgeschoben. 2015 gab es 258 Rückführungen. 242 reisten freiwillig zurück in die Balkanstaaten. 2016 kehrten lediglich 31 Menschen in ihre Heimat zurück. 2017 waren es 121.

Während die Frage der Unterbringung anfangs für Aufregung sorgte, ist drei Jahre später Routine eingekehrt. Viele Bewohner in den Unterkünften gehen inzwischen arbeiten oder machen eine Ausbildung – oftmals unter erschwerten Bedingungen. Die Unterkünfte liegen teilweise mitten im Wald und sind – wie etwa der Standort in Massow – nicht an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. „Oftmals können Arbeits- oder Ausbildungsverträge nicht geschlossen werden, weil es keine passende ÖPNV-Anbindung zum Arbeitsort gibt“, bestätigt die Pressereferentin des Landkreises, Heidrun Schaaf. „Integrationserfolge werden somit durch fehlenden Wohnraum wieder zunichtegemacht“, lautet die ernüchternde Bilanz.

Seit 2017 400 Menschen in Arbeit gebracht

Immerhin: Ein paar der Neuankömmlinge haben es dennoch geschafft. Dank des vom Kreis mit jährlich 75.000 Euro geförderten Awo-Projekts „LDS integriert“ konnten bislang circa 400 Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden. Zudem haben rund 70 junge Menschen 2017 und 2018 eine Ausbildung in der Region begonnen.

Swantje Rosenboom (Mitte) vermittelt seit 2017 als hauptamtliche Leiterin des Awo-Projekts „LDS integriert“ Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung. Quelle: Landkreis

Der Weg dorthin ist weit. Fehlende Deutschkenntnisse sind die größte Hürde, weiß Swantje Rosenboom. Die Zeuthenerin ist Helferin der ersten Stunde. Als Unternehmensberaterin verbrachte sie einige Jahre in Saudi-Arabien. Sie spricht Arabisch und engagierte sich von Anfang an in der bereits Ende 2015 gegründeten Flüchtlingsinitiative „Willkommen im nördlichen Dahmeland“, kurz Wind.

„Arbeit hat die größte Integrationskraft“

Auch im Schenkenländchen, Bestensee und andernorts taten sich freiwillige Helfer zusammen. Einige sind mittlerweile wieder ausgestiegen. Bei Wind machen sie weiter. An die 40 Freiwillige engagieren sich aktiv dort, pauken Deutsch mit den Geflüchteten und helfen dabei, Anträge auszufüllen. Rosenbooms Engagement ist inzwischen mehr als ein Ehrenamt. „Arbeit hat die größte Integrationskraft“, lautet ihr Credo. Als hauptamtliche Leiterin des Projekts „LDS integriert“ hilft sie Flüchtlingen bei Bewerbungen oder begleitet sie zu Vorstellungsgesprächen.

Von Josefine Sack

Zeuthen Denkmalschutz in Zeuthen - Im Kampf gegen die Abrissbirne

Grundstücke in Zeuthen sind teuer wie nie zuvor. Das Risiko für Spekulationsobjekte ist hoch. Viele alte Villen stehen nicht auf der Denkmalliste. Bald soll der Abriss nicht mehr so einfach möglich sein.

15.10.2018

Der Zeuthener Segelclub ist durchaus beliebt bei Kindern und Jugendlichen. Wenn der Nachwuchs dann aber 18 wird, gibt es ein Problem – dass der Clubvorsitzende nun lösen will.

26.08.2018

Regelmäßig ist das Ortszentrum von Zeuthen-Miersdorf zugeparkt. Ein neuer Parkplatz soll Entlastung bringen. Die Naturschützer sind alles andere als begeistert von der Idee.

24.08.2018