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Zeuthen Das passiert mit Fundsachen
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19:41 24.01.2019
Herrenlose Gegenstände können im Fundbüro der Gemeinde Zeuthen in der Schillerstraße 57 abgegeben werden. Quelle: Josefine Sack
Zeuthen

 Das Fundbüro der Gemeinde Zeuthen ist so klein, dass es in einen einzigen Umzugskarton passt. Der Inhalt – eine Handvoll Schlüssel, Handtaschen, ein Paar Handschuhe und mehrere Schals – ist überschaubar. Viel mehr ist in den vergangenen zwei Jahren in der Nebenstelle des Rathauses in der Schillerstraße 57 nicht abgegeben worden.

„Riesenschätze gibt es bei uns nicht“, sagt René Schwarz. Seit Kurzem kümmert er sich um sämtliche Gewerbeangelegenheiten in der Gemeinde Zeuthen. Davor leitete der Verwaltungsfachangestellte im Ordnungsamt zwei Jahre lang das Fundbüro. Denn zuständig für herrenlose Sachen, die im Gemeindegebiet – eine Ausnahme bildet das Bahngelände – aufgefunden werden, ist das Ordnungsamt.

Wer einen vermissten Gegenstand erkennt, kann sich im Ordnungsamt der Gemeinde Zeuthen melden. Quelle: Josefine Sack

Alle Fundsachen werden dokumentiert

Fast jeder hat es schon erlebt: Einmal nicht aufgepasst, schon ist das Schlüsselbund aus der Tasche gerutscht. Beim Bezahlen an der Kasse war das Portemonnaie noch da. Doch plötzlich ist es unauffindbar. Und es soll auch schon vorgekommen sein, dass ein Besitzer sein Fahrrad beim Bäcker stehen gelassen hat. In den meisten Fällen kommt jemand, der das Verlorene findet.

Fundbüros in der Nähe

Zeuthen: Schillerstraße 57, Zimmer 18, Telefon 03376 753 534

Ansprechpartner für Fundgegenstände in Eichwalde ist Herr Riedel, Telefon 030 67 502 306

Das Fundbüro in Schulzendorf ist unter 033762 431 27 erreichbar. Zudem können Fundsachen auch online unter www.e-fund.eu/auskunft.php?stpid=12061444 gesucht werden.

Königs Wusterhausen: Schloßstraße 3, Telefon 03375 273 373 oder online unter https://www.koenigs-wusterhausen.de/717930/Fundsachen-aktuell

Wildau: Karl-Marx-Straße 36, Raum 042, 03375 505 442

Dennoch wird bei den mehr als 11.000 Menschen, die mittlerweile in Zeuthen leben, nicht jeden Tag etwas im Fundbüro abgegeben. Nur alle paar Wochen nimmt René Schwarz nach eigener Aussage eine Verlustmeldung auf oder dokumentiert einen abgelieferten Fundgegenstand. „Bei uns werden alle Fundsachen in Umschlägen sortiert und beschriftet“, sagt der Sachbearbeiter im Ordnungsamt.

Sechs Monate wird ein Fund aufbewahrt

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt in den Paragraphen 965 bis 984, welche Rechte und Pflichten Finder und Verlierer haben. „Insgesamt gilt eine Aufbewahrungspflicht von sechs Monaten“, erläutert Schwarz. Wenn sich der Besitzerin in diesem Zeitraum nicht gemeldet hat, verliert er den Anspruch auf sein Eigentum. Hat der Finder bei der Anzeige des Fundes Interesse an dem Fund angemeldet, geht dieser nach Ablauf der Frist in sein Eigentum über. Laut Schwarz ist das in erster Linie bei gut erhaltenen Fahrrädern der Fall.

Weil der Platz im Schuppen für die vielen herrenlosen Fahrräder zuletzt nicht mehr ausreichte, organisierte das Ordnungsamt im vergangenen Jahr eine Versteigerung auf dem Gelände des Bauhofs. Die Auktion wurde gut angenommen. „Viele sind auch gekommen, um nachzusehen, ob ihr geklautes Rad dabei ist“, sagt René Schwarz. Immerhin ein Dutzend Fahrräder verkaufte die Gemeinde im Sommer. Die übrigen Räder wurden an einen Verein gespendet, der alte Räder wieder fit macht, oder verschrottet.

2018 hat die Gemeinde nicht abgeholte Fahrräder versteigert. Seither ist wieder Platz im Schuppen. Quelle: Josefine Sack

500 Euro gingen an den Finder

An einen Fund erinnern sich René Schwarz und seine Kollegen noch gut: Ein ehrlicher Finder hatte 500 Euro gefunden und sie bei der Behörde abgegeben. „Weil sich keiner gemeldet hat, haben wir das Geld nach Ablauf der Frist an den Finder ausgezahlt“, berichtet er.

Die meisten herrenlosen Gegenstände sehen ihre Besitzer nie wieder. Sie verschwinden im Pappkarton im Schrank. Frühestens nach sechs Monaten holt der Sachbearbeiter sie wieder hervor, um sie zu entsorgen.

Von Josefine Sack

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