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Zeuthen Die letzte Nachfahrin Hankels
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00:20 17.06.2018
Die Enkelin des Zeuthener Fischers Ernst Hankel, Gisela Tosch, lebt noch heute am Zeuthener See. Quelle: Josefine Sack
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Zeuthen

Wie hieß es bei den Berlinern, die am Stadtrand wohnten, früher so schön: „Der Wunsch von den großen Leuten ist ein schönes Haus in Zeuthen.“ Die 93 Jahre alte Gisela Tosch wohnt beinahe ihr ganzes Leben am Zeuthener See. 1925 ist sie im Haus ihrer Eltern, Hans und Johanna Köhler, in der Seestraße/Ecke Heinrich-Zille-Straße geboren. Anfang der 50er Jahre wohnte sie vorübergehend mit ihrem damaligen Mann in Berlin-Köpenick, bis es sie wenige Jahre später zurück ans Dahme-Ufer zog.

Die Geschichte der Hankels

In der Gemeinde Zeuthen ist Gisela Tosch keine Unbekannte. Seit vielen Jahren ist sie bei den Heimatfreunden und im literarischen Fontane-Kreis aktives Mitglied. Oft wird sie gebeten, ihre Familiengeschichte zu erzählen. Denn die drahtige Rentnerin ist die letzte lebende direkte Nachfahrin der Hankels. Der alteingesessenen Fischerfamilie gehörten einst viele Grundstücke am See, weshalb ein großer Teil des Dahme-Ufers „Hankels Ablage“ genannt wurde (siehe Kasten).

Hankels Ablage

„Hankels Ablage“ ist der Ortsteil von Miersdorf, der am westlichen Dahme-Ufer liegt.

Orte, die am Wasser lagen, hatten früher meist eine „Ablage“, sprich einen Hafenersatz. Von dort aus wurden Holz, Ziegel und andere Waren verschifft.

Am Miersdorfer Ufer gab es einst dicht nebeneinander zwei Ablagen. Zwischen beiden wohnte im 18. Jahrhundert Fischer Hankel mit seiner Familie, weshalb das südlich gelegene Uferstück als „Hankels Ablage“ bekannt ist.

Toschs Urgroßvater, August Hankel, lebte zur Zeit Theodor Fontanes (1819-1898). Durch die Anbindung Zeuthens an die Berlin-Görlitzer-Bahn, für die sich Fischer Hankel im 19. Jahrhundert eingesetzt hatte, kam auch der berühmte Schriftsteller an der Zeuthener See. Dort schrieb Fontane in einer Pension ein paar Kapitel seines Buches „Irrungen, Wirrungen“.

Kein Nachfolger für die Traditionsfischerei

Nach dem Tod August Hankels übernahm Toschs Großvater, Ernst Hankel, die Fischerei. Sein ältester Sohn Bernhard half ihm dabei. Als er 19 wurde, brach der Erste Weltkrieg aus. Bernhard Hankel musste als Soldat in den Krieg, aus dem er nicht zurückkehrte. Weil Hankels jüngerer Sohn Fritz Bankkaufmann in Berlin wurde, fehlte nach dem Tod von Ernst Hankel im Jahr 1932 ein Nachfolger für die Fischerei.

Gisela Tosch hat weder Cousins noch Cousinen. Ihre Mutter Johanna war die einzige von fünf Hankel-Geschwistern, die geheiratet hatte und eine Familie gründete. Toschs Vater, Hans Köhler, war Berliner. Sein Vater wiederum, ein Berliner Kaufmann, war Segler. Ende des 19. Jahrhunderts zog die Familie an den Zeuthener See. Hans und Johanna lernten sich auf dem Weg nach Berlin in der Görlitzer Eisenbahn kennen. Noch in jungen Jahren zog sie zu ihm in die Seestraße.

Familienerbe der Hankels ging an die Stasi

Die übrigen Hankel-Geschwister blieben in dem 6000-Quadratmeter-Anwesen „Hankels Villa“ an der nahen Lindenallee, ebenfalls direkt am See. Als das Leben der drei dort dem Ende zuging, streckte die Stasi ihre Finger nach der Immobilie aus. Nach der Wende ging das Grundstück an den deutschen Staat. Gisela Tosch versuchte 1999, das Anwesen zurückzubekommen. Vergeblich.

Heute lebt die 93-Jährige mit ihrer Tochter und ihrem 20 Jahre alten Enkel unter einem Dach in ihrem früheren Elternhaus. Ihrer Mutter Johanna sei es zu verdanken, dass es nach 225 Jahren Familiengeschichte noch Hankelsche Nachfahren in Zeuthen gibt.

Von Josefine Sack

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