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Zeuthen Verseuchtes Grundwasser: Wert der Grundstücke in Zeuthen sinkt
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Verseuchtes Grundwasser: Wert der Grundstücke in Zeuthen sinkt
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00:22 02.02.2019
Zu der Informationsveranstaltung in der Gesamtschule „Paul Dessau“ kamen rund 50 Anwohner, interessierte Bürger sowie Vertreter aus der Gemeinde. Quelle: Josefine Sack
Zeuthen

Am Ende des Informationsabends, bei dem Vertreter des Umweltamts Dahme-Spreewald über die Grundwasserbelastung in Zeuthen informiert hatten, wurde es doch noch emotional: „Wir haben das Wasser aus unserem Brunnen 45 Jahre lang getrunken. Niemand ist davon krank geworden“, sagte ein Anwohner, sichtlich verärgert, im Anschluss an den Vortrag des Leiters der Bodenschutzbehörde, Robert Krowas.

Mit Helge Albert, dem Sachgebietsleiter der Unteren Wasserbehörde, hatte er am Dienstag über die Gesamtlage vor Ort berichtet. Zur Informationsveranstaltung in der Gesamtschule „Paul Dessau“ kamen rund 50 Anwohner sowie Vertreter aus der Gemeinde.

Nutzung von Brunnenwasser weiter verboten

Wie berichtet, war 2017 bei Erdarbeiten auf dem Eckgrundstück in der Lindenallee/Forstweg, auf dem eine Tankstelle gebaut werden sollte, eine hohe Konzentration an leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (kurz LCKW) im Boden nachgewiesen worden. Weil die Konzentration den Grenzwert um ein Vielfaches überstieg, ordnete das Umweltamt für ein relativ großes Gebiet zwischen dem Gelände der Leuchtenfirma Berlux in der Forstallee und dem Zeuthener See eine Allgemeinverfügung an. Die Gartenbrunnen in dem Gebiet dürfen seither nicht mehr genutzt werden.

Die Karte des Umweltamts des Landkreises Dahme-Spreewald zeigt das betroffene Gebiet entlang der Forstallee/Forstweg. Quelle: Josefine Sack

„Dürfen wir denn nicht einmal unseren Garten mit dem Wasser gießen“, wollte eine betroffene Grundstücksbesitzerin wissen. Die Antwort lautete: „Nein.“ Zwar handele es sich in erster Linie um eine Vorsichtsmaßnahme. „Wir können Ihnen nicht sicher sagen, wie sich 5 bis 7 Milligramm im Wasser auswirken“, begründete Krowas.

300 Haushalte betroffen

Das Umweltamt geht davon aus, dass auf dem früheren Firmengelände des VEB Leuchtenbau in der Forstallee seit 1972 etliche Tonnen mit dem Lösungsmittel unsachgemäß über den Boden entsorgt wurden.

Rund 300 Haushalte sind betroffen. Das Bauen in dem verseuchten Gebiet könnte künftig erschwert werden. Vor allem bei Tiefbauarbeiten schaut das Umweltamt in Zukunft genau hin. Ob der Tunnel am Bahnübergang Forstweg damit gestorben sei, will ein Teilnehmer wissen. „Mit einer Ausnahmegenehmigung sind solche Projekte möglich“, sagte Krowas, wies aber darauf hin, dass der Aufwand für eine Sanierung teuer ist.

Bei Erdarbeiten 2017 wurden große Mengen LCKW im Boden nachgewiesen. Quelle: oliver becker

Bislang trägt die Leuchtenfirma Berlux die Kosten für sämtliche Untersuchungen. Laut Krowas liegen diese mittlerweile im „höheren sechsstelligen Bereich“. Für eine umfangreiche Bodensanierung, die nach seiner Einschätzung in die Millionen gehen könnte, könne das Unternehmen aber nicht herangezogen werden, weil es den Umweltschaden nicht verursacht hat.

Belastete Grundstücke künftig weniger wert?

„Der Grundstückspreis sinkt“, sagte eine Betroffene. Ihr Elternhaus in bester Lage habe sie deutlich unter Wert verkaufen müssen, erzählt die Frau. Viele potenzielle Käufer hatte die LCKW-Verseuchung abgeschreckt.

Für die Grundschule am Wald gab es Entwarnung. Dennoch regte ein Teilnehmer an, Raumluftmessungen in den Klassenräumen durchzuführen. Die Bodenschutzbehörde sieht dafür keinen Anlass: „Wir haben die Bodenluft bereits untersucht und konnten keinen Nachweis feststellen“, so Krowas. Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos) deutete an, dass für ihn eine erneute Messung in Betracht kommt, „wenn es zur Beruhigung beiträgt“. Die Kosten dafür müsste die Gemeinde selbst tragen.

Von Josefine Sack

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