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Zeuthen Baumschützer wollen die Allee doch noch retten
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Baumschützer wollen die Allee doch noch retten
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19:31 22.01.2019
Hände weg von den Bäumen: Baumschützer und Anwohner hoffen, dass die 261 Winterlinden doch noch gerettet werden können. Quelle: Foto: Josefine Sack
Zeuthen

Die Seestraße in Zeuthen soll ausgebaut werden. Daran gibt es nichts zu rütteln. Zuletzt gab es wenig Hoffnung für die 261 Winterlinden entlang der L  401. Sie sollen im Zuge des Straßenausbaus gefällt werden (die MAZ berichtete).

Jetzt ist Bewegung in das umstrittene Projekt gekommen: Der zuständige Landesbetrieb Straßenwesen hat die Planungsunterlagen zum Jahresbeginn erneut ausgelegt. Der Plan lag bereits im Sommer 2017 aus und wurde nun geändert.

Das charakteristische Pflaster in der Seestraße in Zeuthen: Seit Jahren müssen die Anwohner eine hohe Lärmbelästigung hinnehmen. Quelle: Andrea Müller

Geänderte Pläne – eine Chance für die Allee

Die Änderungen betreffen unter anderen wichtige Ergänzungen zum sogenannten Variantenvergleich. „Damit räumt der Landesbetrieb indirekt ein, dass die bisherigen Planungsunterlagen lückenhaft und das Vorhaben nicht genehmigungsfähig war“, sagt Marco Wiegand. Er selbst ist sachkundiger Einwohner für die CDU und hatte noch vor dem Bürgermeisterwahlkampf 2017 eine Petition für den Erhalt der Allee auf den Weg gebracht, die sogar Zeuthens Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos) unterschrieb.

Mit den geänderten Dokumenten holt der Landesbetrieb die gesetzlich vorgeschriebene Alternativprüfung für den Ausbau der L 401 jetzt zumindest formal nach. Die Bürger um Marco Wiegand sehen darin eine Chance, die Bäume in der Seestraße doch noch zu retten.

Streitpunkt ist die Fahrbahnbreite

Knackpunkt ist nach wie vor die Fahrbahnbreite: Die Neuplanung sieht eine symmetrische Ausgestaltung der Straße vor. Beide Seitenstreifen, bestehend aus einem Grünstreifen und einem Gehweg, sollen demnach gleich breit sein. Die geplante Fahrbahnbreite soll 6,50 Meter betragen. Diese Breite entspreche dem Regelwerk für Straßen mit Busverkehr, heißt es zur Begründung in den Unterlagen. In der Seestraße verkehren die Linien 731 und 733. Künftig sollen die Busse jedoch über die Schulstraße und die neu ausgebaute Heinrich-Heine-Straße fahren. Dort existieren bereits Haltestellen.

Den Ausbau der Heinrich-Heine-Straße samt Bushaltestellen ließ sich die Gemeinde Zeuthen mehrere hunderttausend Euro kosten. Quelle: Josefine Sack

Unterstützung vom Nabu

Der bisher für die 6,50 Meter herangezogene Busverkehr dürfte damit hinfällig sein. „Eine bessere Lösung für die Seestraße ist damit greifbar nah. Damit kann eine Fahrbahnbreite von 6 Metern realisiert und dort die Bäume erhalten werden“, schlussfolgert Wiegand für den betreffenden Abschnitt bis zur Einmündung in die Heinrich-Heine-Straße. Dem CDU-Politiker geht es vor allem darum, wenigstens den gut erhaltenen Teil der Allee zwischen dem RestaurantOlympia“ und der Niederlausitzstraße zu erhalten.

Unterstützung erhalten die Bürger auch vom Naturschutzbund (Nabu). Laut Axel Mieritz vom Nabu Dahmeland lässt der Landesverband das Vorhaben juristisch prüfen. Mieritz verwies auf die „hohe Vitalität“ der alten Bäume. Der Naturschützer warnte vor Nachpflanzungen: „Es dauert ewig, bis junge Bäume so üppig nachwachsen.“

Von Josefine Sack

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