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Zeuthen Schulbus sorgt erneut für Ärger
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Schulbus sorgt erneut für Ärger
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01:16 16.02.2019
Der Zeuthener Winkel gleicht einer Enklave: Von der Zeuthener Seite aus gelangt man nur illegal über eine Baustraße in das Wohngebiet. Quelle: Josefine Sack
Zeuthen

Erneut sorgen sich die Eltern im Zeuthener Winkel, wie ihre Kinder sicher zu Grundschule am Wald kommen sollen. Die Finanzierung für den Schulbus für 31 Kinder aus dem Wohngebiet läuft zum Schuljahresende aus.

Es ist nicht das erste Mal, das der Schülershuttle auf der Kippe steht. Bereits 2017 erhielten Eltern, die beim Schulverwaltungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald den Transfer für ihre Kinder beantragt hatten, eine Ablehnung. Zur Begründung hieß es, dass die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel wirtschaftlicher sei (die MAZ berichtete). Die Gemeinde hatte sich daraufhin für eine Verlängerung der Beförderung beim Kreis eingesetzt.

Vater Lars Pradel hält den vom Kreis vorgeschlagenen Alternativ-Schulweg für unzumutbar für seine acht Jahre alte Tochter: „Dieser Weg ist deutlich länger und um ein Vielfaches gefährlicher.“ Quelle: Josefine Sack

Familien müssen sich an Fahrkosten beteiligen

„Es besteht seit 2016 eine Vereinbarung zwischen dem Landkreis Dahme-Spreewald und der Gemeinde Zeuthen (...) Die anfallenden Kosten tragen die Gemeinde und der Landkreis zu jeweils 50 Prozent. Diese Vereinbarung läuft noch bis zum Schuljahresende 2018/2019“, bestätigte das Schulverwaltungsamt in Lübben auf MAZ-Nachfrage.

Zu den Kosten, die jährlich anfallen, machte die Behörde keine Angaben. Die Familien müssen sich an den Fahrkosten beteiligen. Damit seine achtjährige Tochter täglich den Bus nehmen kann, zahlt Vater Lars Pradel nach eigenen Angaben einen Eigenanteil von 88 Euro pro Schuljahr. „Wir wären auch bereit, 30 Euro mehr zu bezahlen“, sagt er.

Der Bus holt die Schüler jeden Morgen aus dem Wohngebiet Zeuthener Winkel ab und bringt sie nachmittags sicher wieder nach Hause. Quelle: Josefine Sack

Bürgerbus hatte Schulbus-Debatte bei Facebook ausgelöst

Die Diskussion um den Schülertransport war in der Zeuthener Facebook-Gruppe aufgeflammt, nachdem bekannt geworden war, dass der kostenlose Bürgerbus ausgebaut werden soll. „Ich fände es wichtig, neben ’Stadtrundfahrten’ auch die Schulkinder sicher zur Schule zu befördern“, schrieb Mareike Böke. Mit ihrem Post brachte die Anwohnerin aus dem Zeuthener Winkel die Debatte ins Rollen (54 Kommentare).

„Es gibt kein Entweder-oder“, sagte Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos). Die Gemeinde habe bereits eine Verlängerung beim Kreis beantragt. „Es gibt gute Signale, dass es weitergeht.“ Falls nicht, kündigte Herzberger an, eine Lösung zu finden. „Die Eltern brauchen sich keine Sorgen machen“, versicherte er.

Kreis entscheidet über Wirtschaftlichkeit

Auch im Schulverwaltungsamt ist man überzeugt, „eine gemeinsame Lösung mit der Gemeinde zu finden, sodass die Kinder nach wie vor sicher zur Schule kommen“. Laut Kreis ist der Schülerbus aufgrund von Straßenbauarbeiten eingerichtet worden. Die Eltern sagen, der Transfer bestehe bereits seit Anfang 2000.

Gemäß Paragraf 3, Absatz 1, der Schülerbeförderungssatzung haben die Familien Anspruch auf eine Beförderung, weil die Grundschule weiter als zwei Kilometer entfernt liegt. Dagegen spricht Paragraf 4, der besagt, dass der Landkreis „über die wirtschaftlichste Art der Beförderung“ entscheidet.

Alternativ-Schulweg ist lang und gefährlich

Vater Lars Pradel hält den vom Kreis vorgeschlagenen Alternativ-Schulweg für unzumutbar: „Um den Bahnhof Eichwalde zu erreichen, müssen unsere Kinder einen Fußweg von 1,3 Kilometern zurücklegen. Auf der Strecke gibt es teilweise keinen Gehweg.“ Die Kinder müssten mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Zeuthen fahren, dort die Gleise am Forstweg überqueren, um dann noch einmal circa 800 Meter zur Schule zu laufen. „Dieser Weg ist deutlich länger und um ein Vielfaches gefährlicher“, sagt Pradel.

Von Josefine Sack

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