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Zeuthen Streit um Grünstreifen in der Westpromenade
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Streit um Grünstreifen in der Westpromenade
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12:54 07.02.2019
Es gibt mal wieder Ärger in der Ost- und Westpromenade in Zeuthen: Die Gemeinde will die bestehenden Pachtverträge der Anwohner kündigen. Quelle: Josefine Sack
Zeuthen

Der Grünstreifen zwischen der Ost- und Westpromenade im südlichsten Zipfel Zeuthens gleicht einem Flickenteppich. Jahrzehntelang hat die Gemeinde die kommunalen Flächen an die Grundstückseigentümer verpachtet. Viele nutzen das Grün als Erweiterung ihres Gartens, andere lehnten ab, etwa weil ihnen die zuletzt erhöhten Pachtgebühren zu hoch waren. Wieder andere haben sich den Streifen vor ihrem Grundstück zu eigen gemacht, ohne dafür zu zahlen.

Im November hat die Gemeindevertretung entschieden, den knapp 8500 Quadratmeter großen Grünstreifen in Miersdorf für die Allgemeinheit zu öffnen. Die bestehenden Pachtverträge sollen demnächst auslaufen.

Der Grünstreifen zwischen der Ost- und der Westpromenade gleicht einem Flickenteppich. Dort, wo sich die Anwohner gegen eine Pacht entschieden haben, ist das Grün schon jetzt öffentlich zugänglich. Quelle: Josefine Sack

Anwohner fühlen sich übergangen

Die Anwohner sind verärgert. Sie fühlen sich übergangen. Ein Großteil hat erst durch eine Veröffentlichung im Amtsblatt von dem Beschluss erfahren. „Unser Verständnis von demokratischer Kommunalpolitik beruht darauf, dass vor derartigen Beschlüssen die betroffenen Bürger in den Entscheidungsprozess einbezogen oder zumindest informiert und angehört werden“, sagt Wolfgang Zimmermann.

„Es war falsch, die Anwohner vorher nicht anzuhören“, räumt Karl Uwe Fuchs (FDP) ein. Die Einwände der Grundstückseigentümer seien teilweise berechtigt. In der Gemeinde ist man sich zwar einig, dass man mit den Betroffenen vorher hätte reden sollen. Dennoch soll der Beschluss nicht zurückgenommen werden. Mit Veröffentlichung des Beschlusses im Amtsblatt sei der Beschluss rechtskräftig geworden, hieß es zur Begründung in einem Schreiben an Wolfgang Zimmermann.

Die Grundstücksgrenze verläuft mitten durch Wolfgang Zimmermanns Hecke. Wenn die Pacht ausläuft, muss er seinen Geräteschuppen (hinten rechts) abreißen. Quelle: Josefine Sack

FDP fordert nachträgliche Info-Veranstaltung

Den Anwohner ärgert das Vorgehen: „Es zeugt schon von einem hohen Maß an Ignoranz in der Gemeinde, mit welcher Leichtfertigkeit unsere Bedenken beantwortet werden.“ Unterdessen hat er eine Befragung in der Nachbarschaft gestartet. Bis auf Dieter Karczewski, der für die Bürger für Zeuthen in der Gemeindevertretung sitzt und in der Westpromenade wohnt, haben sich alle Anwohner gegen den öffentlichen Grünstreifen ausgesprochen, sagt Wolfgang Zimmermann.

Sie sorgen sich vor allem um die Sicherheit auf ihren Grundstücken: „Die Fläche öffnet Tür und Tor für Einbrecher“, befürchtet Zimmermann. Sollte die Gemeinde an dem Vorhaben festhalten und die Fläche für Spaziergänger öffnen, fordert er den Bau einer Beleuchtungsanlage.

Mit einem Antrag will die Fraktion FDP/Grüne nun für Frieden in der Nachbarschaft sorgen. Per Beschluss will Karl Uwe Fuchs Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos) dazu bewegen, die Anwohner nachträglich zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Zimmermann hofft, dass das Thema erneut aufgerollt und der Beschluss unter Beteiligung der Anwohner neu gefasst wird. Andernfalls müsste er seinen Geräteschuppen, der auf dem Pachtland steht, demnächst abreißen.

Von Josefine Sack

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