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Zeuthen Hans Peter Paprozki: Vom Puppentheater zum Fernsehen
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16:54 26.02.2019
Hans Peter Paprozki als SS-Mann (l.) im 2013 aufgeführten Bonhoeffer-Stück mit Wolfgang Hosfeld als Dietrich Bonhoeffer und Alexander Lautenbach. 
Zeuthen

Er spielte Edgars Freund Willi in „Die neuen Leiden des jungen W.“ und den Ruprecht in Kleists „Der zerbrochene Krug“. Er stand als BKA-Mann für „Die Straßen von Berlin“ vor der Kamera, begeisterte im Puppentheater und Kinderfernsehen die Jüngsten. Als Synchronsprecher lieh er im Animationsfilm „Madagascar 4“ dem Löwen seine Stimme – Hans Peter Paprozki ist ein vielseitiger Schauspieler. Seit 1972 lebt er in Zeuthen.

Aufgewachsen in Altenburg

„Ich bin in Altenburg aufgewachsen. Elisabeth Kuhn, die Grande Dame des dortigen Landestheaters, hatte einen dramatischen Zirkel gegründet, dem bin ich in der 9. Klasse beigetreten. Es machte mir Spaß. So kam ich zum Theaterspielen“, erinnert sich der Mime. Er stammt aus einer Handwerkerfamilie, doch sein Vater habe wohl geahnt habe, dass damals alles in Genossenschaftseigentum übergehen würde und ihm deshalb freie Hand bei der Berufswahl gelassen habe, erzählt er.

Hans Peter Paprozki freut sich auf die nächsten Auftritte mit dem Theaterstudio Berlin-Brandenburg. Quelle: Heidrun Voigt

Nach dem Abitur ging Hans Peter Paprozki nach Leipzig, um an der dortigen Theaterhochschule zu studieren. Er scheiterte im letzten Moment aus politischen Gründen. Man empfahl ihm, sich ein Jahr in der Produktion zu bewähren. Das war 1966. Der junge Mann entschied anders, ging nach Berlin und schloss sich als Hilfskraft für eine Tournee dem DDR-Staatszirkus an.

Drei Jahre in Anklam

Durch einen Zufall kam er danach zum Puppentheater in Berlin-Pankow und spielte parallel dazu am Arbeitertheater in Berlin-Friedrichshain. „Eines Tages wurde ich angesprochen, ob ich nicht als Eleve für drei Jahre nach Anklam gehen würde. Dort stand unter anderem neben der Sprecherziehung auch Fechten auf dem Lehrplan“, erinnert sich der Schauspieler. Die Zwischenprüfung für den Eleven war in Berlin: Das DDR-Kulturministerium entschied, wer für den Beruf des Schauspielers geeignet war, erzählt Paprozki.

Engagement beim Puppentheater

Er hatte das Glück, dass bei der Prüfung eine Dozentin der heutigen Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ dabei war. Sie empfahl ihm, die Aufnahmeprüfung dort abzulegen. Was Hans Peter Paprozki 1973 tat. Nach seinem Abschluss ging er ans Kleist-Theater nach Frankfurt (Oder). „Ich gehörte dort zum festen Ensemble. Es war eine sehr schöne Zeit.“ Paprotzki spielte auch am dortigen Jugendpuppentheater. „Ich war der Herr Märchen, der vor der Puppenbühne stand und den Erzähler machte. Wenn ich in der Kaufhalle oder in der Straßenbahn unterwegs war, riefen die Kinder immer aufgeregt: Da ist der Herr Märchen“, erzählt der Künstler schmunzelnd. An einen Auftritt erinnert er sich noch genau – als Herr Märchen vor 600 Mädchen und Jungen in Eisenhüttenstadt. „Als ich die vielen Kinder sah, dachte ich: Die machen mich fertig. Wie sie dann aber mitgingen, das war faszinierend.“

Mitarbeit bei TV-Serie „Spielhaus“

Irgendwann wurde der Darsteller gefragt, ob er sich vorstellen könne, selbst eine Puppe in die Hand zu nehmen. Er sagt Ja, erhielt sein Diplom für die Mitwirkung an einer Puppeninszenierung und war anschließend bei der Kinderserie „Spielhaus“ dabei, die in den 80ern im DDR-Fernsehen lief. Dort lieh er dem Kosmonauten „Kniffo“ seine Stimme.

Politische Arbeit nach der Wende

Nach 1989 begab er sich dann auf ein anderes Feld: „Mit dem Fall der Mauer begann so ein bisschen meine politische Karriere“, erinnert sich Hans Peter Paprozki. Er gründete die SPD im Kreis mit, war drei Jahre als Kreis-Kulturverantwortlicher und ebenso lange als Kreistagsabgeordneter tätig. „Ich wollte etwas bewegen in der Region, aber das klappte nicht. Da habe ich aufgehört“, sagt der Zeuthener ohne Reue. Er ging stattdessen ans Theater nach Chemnitz und spielte in der Fernsehserie „Die Straßen von Berlin“. Anfang 2000 stieg er in die Europäische Theaterschule Berlin-Brandenburg ein, die die in Zeuthen lebenden Schauspieler Wolfgang Hosfeld und Brigitte Hube-Hosfeld gegründet hatten. Dort war er drei Jahre aktiv. Danach arbeitete er an den Theatern in Senftenberg und Schwedt.

Die Frau drängte darauf, kürzer zu treten

„Irgendwann sagte meine Frau: Jetzt ist Schluss mit dem Rumgejuckele, und ich bin früher in Rente gegangen“, begründet Hans Peter Paprozki seine jetzige Bodenständigkeit. Ab einem bestimmten Alter bekomme man sowieso nur noch Rollen als Hausmeister, Vagabund oder Bettler, meint er.

Regelmäßige Bühnenprojekte

Im Ruhestand befindet sich Hans Peter Paprotzki trotzdem noch lange nicht. Er hat zusammen mit den Hosfelds das Europäische Theaterstudio Berlin-Brandenburg e. V. 2010 gegründet, dessen Vorsitzender er ist. Das Theaterstudio bringt regelmäßig Projekte – auch in der Region – auf die Bühne. Beispielsweise „Dietrich Bonhoeffer – Glaube Liebe Widerstand Zivilcourage“. In dem Stück geht es um den Widerstand des Theologen und Pfarrers Bonhoeffer gegen das NS-Regime. Zuletzt gastierte es mit Karel Capeks „Wie ein Theaterstück entsteht“ im Bürgerhaus Zeuthen.

Von Heidrun Voigt

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