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Zugbrücke wird seltener hochgefahren

Groß Köris Zugbrücke wird seltener hochgefahren

Spätestens ab April kommenden Jahres sollen die Zugzeiten der Brücke über den Köriser Graben in Groß Köris eingeschränkt werden. Das haben die Gemeindevertreter nun beschlossen. Da jede Öffnung der Zugbrücke zugleich den regulären Straßenverkehr lahm legt, befürchten Kritiker nun Stau auf Wasser- und Autowegen.

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Freie Fahrt für Boote unter der Zugbrücke in Groß Köris hindurch kann künftig Stau für Autofahrer bedeuten.

Quelle: Karen Grunow

Groß Köris. Die Zeiten, zu denen die Zugbrücke in Groß Köris hochgefahren wird, um den im Köriser Graben wartenden Bootsverkehr durchzulassen, sollen eingeschränkt werden. „Der Bedarf ist nicht so da“, erklärt der Groß Köriser Bürgermeister Marco Kehling (parteilos) die Entscheidung der Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung. Nachdem das im Mai bereits Diskussionsthema in einer Sitzung war, wurde nun noch mal der derzeitige Brückenwärter befragt. „Wir wollen die Arbeit sinnvoller einsetzen und effektiver sein“, begründet Kehling.

Vom 1. Juni bis zum 31. August soll sich nun zwischen 9 und 18 Uhr stündlich die Brücke öffnen, statt wie bisher von April bis Oktober von 8 bis 19 Uhr. Im Mai und September wird nur alle zwei Stunden geöffnet, im April und Oktober soll die Brücke viermal am Tag hochgehen, in den Wintermonaten nur nach vorheriger Anmeldung oder für die Berufsschifffahrt.

Lange Wartezeiten befürchtet

Jutta Spigalski vom Fremdenverkehrsverein „Schenkenland Tourist“ findet die neuen Zeiten wenig besucherfreundlich: „Für Bootsfahrer ist das eine Verschlechterung und für Autofahrer unter Umständen auch“, verweist sie darauf, dass der Autoverkehr auf der Lindenstraße jedes Mal lahmgelegt ist, wenn die Brücke geöffnet wird. Und bei der geplanten neuen Taktung könne das schon mal Wartezeiten von bis zu 30 Minuten mit sich bringen. Da sie gleich nebenan wohnt, erlebe sie schon jetzt oft wilde Wendemanöver auf der engen Straße, wenn die Durchfahrt mal etwas länger versperrt bleibt.

Sie hat so ihre eigenen Erfahrungen mit der Brücke, denn sie war selbst 15 Jahre lang dafür zuständig, dass die Brücke während der Saison stündlich hochgezogen wurde. Als kürzlich der Brückenwärter einige Wochen ausfiel, sprang sie noch mal ein, unterstützt von Gemeindearbeitern. Während sommerlicher Tage stauen sich die Boote auch schon mal im Köriser Graben und warten auf freie Durchfahrt zum Schulzensee oder zum Großen Moddersee. An einem schönen Sonntag im Mai passierten allein 41 private Boote den Köriser Graben, hat sie dabei beobachtet. Sie empfindet die neuen Zeitangaben als ziemliches Wirrwarr. „Mir wäre es lieb, von Mai bis September wären die Zeiten einheitlich“, so Spigalski.

Änderungen greifen spätestens ab April 2017

Wann die Änderungen greifen, ist noch nicht ganz klar. Eventuell bereits ab dem 1. September, womöglich aber auch erst zum 1. April 2017. Dass das schnell geklärt werden muss, betont Jutta Spigalski. Die Tourismusfachfrau weiß, wie aufwendig es ist, solche Angaben überall zu aktualisieren. Die Wasserschutzpolizei muss darüber ebenso informiert werden wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Bootsbesitzer und Bootsverleiher.

„Die Brücke ist ein Sorgenkind“, sagt Marco Kehling außerdem. Sie muss dringend und umfassend saniert werden. Die Zugbrücke, die 1958 anstelle einer hölzernen, Ende des 2. Weltkriegs zerstörten Konstruktion errichtet worden ist, ist Teil eines großen Konzepts zur Neugestaltung der Ortsmitte von Groß Köris. Die Gemeindevertreter hegen die Hoffnung, dass sich Fördergelder aus dem EU-Programm „Leader“ dafür akquirieren lassen.

Zurzeit wird überprüft, in welchem Umfang eine Restaurierung der Brücke erfolgen sollte und ob es sinnvoll sein kann, künftig den Zugbetrieb automatisch durchzuführen. Erste Kalkulationen dafür liegen den Gemeindevertretern bereits vor.

Von Karen Grunow

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