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Zukunftswerkstatt bringt Integrations-Ideen

Königs Wusterhausen Zukunftswerkstatt bringt Integrations-Ideen

Wie lassen sich Flüchtlinge noch besser in die Gesellschaft integrieren? Welche Wünsche haben sie überhaupt? Wie lässt sich die Kommunikation mit ihnen verbessern? Rund 50 Teilnehmer diskutierten bei der Zukunftswerkstatt in Königs Wusterhausen zahlreiche Fragen zum Thema Integration – und einige der Ideen, die geboren wurden, scheinen auch umsetzbar zu sein.

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Der afghanische Schüler Alham trägt auf einem Flipchart seine Wünsche und Vorstellungen ein.

Quelle: Uta Schmidt

Königs Wusterhause. Der Schüler Alham hat einen großen Wunsch: Er möchte einen gleichaltrigen deutschen Freund kennenlernen, mit dem er die Freizeit verbringen, Hausaufgaben machen und Deutsch lernen kann. „Schön wäre es, wenn daraus dann eine Patenschaft zwischen unseren Familien entstehen würde“, sagt der 16-Jährige, der vor einem Jahr mit seiner Mutter und zwei jüngeren Geschwistern aus Afghanistan nach Königs Wusterhausen kam. Andere Geflüchtete wünschen sich Hilfe bei ihrem Weg durch Behörden, Dolmetscher bei Veranstaltungen oder einfach nur einen gemütlichen Ort zum Kontakteknüpfen mit Einheimischen.

In der Zukunftswerkstatt unter dem Thema „Zusammen für Integration“ diskutierten am Sonnabend mehr als 50 Teilnehmer im Rathaussaal darüber, wie die Integration in der Stadt besser gelingen kann. Vertreter von Bürgerinitiativen, Ehrenamtler und Bürger entwickelten gemeinsam mit Migranten in fünf Arbeitsgruppen Vorhaben, bei denen Zugezogene und Einheimische enger zusammenrücken können.

Viele Flüchtlinge wünschen sich mehr Kontakt zu Deutschen

„Wir diskutieren, was Integration für die Stadt bedeutet, welche Chancen und Herausforderungen damit einhergehen und welche Lösungsvorschläge zügig umgesetzt werden können“, erklärte Jannette Stein, Koordinatorin für Flüchtlings- und Asylangelegenheiten in der Stadt. Derzeit leben etwa 260 Flüchtlinge als Bewohner in den Heimen Wernsdorf, Uckley und Körbiskrug sowie weitere 100 – vor allem Familien – in Wohnungen. Viele von ihnen wünschen sich mehr Kontakte, bei denen sie auch ihr Deutsch verbessern können.

Ein Projekt, das diesem Ziel dient, könnte ein neues Kulturcafé sein, das verkehrsgünstig in Bahnhofsnähe gelegen ist. „Wir wollen Gelegenheit zum Austausch in angenehmer Umgebung, und das ohne Zwang zum Verzehr. Das Café sollte dreimal in der Woche geöffnet sein, in Kopplung an die Öffnungszeiten von Jobcenter und Behörden“, sagte Hella Meyer-König, ehrenamtliche Deutschlehrerin für Frauen. Ein Vorschlag folgte umgehend: „Da bietet sich doch unsere Einrichtung in der Maxim-Gorki-Straße an“, so Heike Kötter von der Diakoniewerk Simeon spontan.

Anne Keding von der Bürgerstiftung treibt die Frage um, über welche Kommunikationswege die Geflüchteten ihre Informationen bekommen. „Es gibt ja viele Angebote, aber die Einladungen kommen nicht an. Wir brauchen eine gemeinsame Plattform zur Vermittlung von Kontakten und Informationen.“

Bürokratische Hürden sollen abgebaut werden

Streetworkerin Franziska George vom Stadtjugendring will Wege finden, mit denen bürokratische Hürden abgebaut werden. So könnten Flüchtlingskinder aufgrund von Anmeldefristen oft erst nach langen Wartezeiten Kitas besuchen. Zudem würden sich viele Migranten nicht im Dschungel von Ämtern und Behörden zurechtfinden.

„Da fehlt es auch an Dolmetschern. Texte müssen ins Arabische und andere Sprachen übersetzt werden. Wir wünschen uns eine Internetseite mit Mitteilungen über Veranstaltungen“, so George. Flüchtlinge und Asylbewerber wollen aber auch selbst politisch aktiv sein und sich in die Gesellschaft einbringen, wie Nazeh Alzrer aus Syrien sagte.

Sie machen sich Gedanken über die Bildung eines Flüchtlingsrates, der Ansprechpartner für die lokale Politik oder Schmiede für eigenständige Kulturprojekte werden könnte. „Ein solches Gremium in der Stadt könnte zum Vorbild auf Kreisebene werden“, sagte Swantje Rosenboom.

Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) dankte am Ende der siebenstündigen Veranstaltung allen Teilnehmern. „Die Forderungen sind maßvoll, wir können sicher manche finanziell unterstützen.“ Derzeit gebe die Stadt 20 000 Euro im Jahr für die Sacharbeit sowie für die Stelle der Asylkoordinatorin. Das wichtigste für eine gelingende Integration sei der Ausbau persönlicher Kontakte der Menschen.

Von Uta Schmidt

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