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Dahme-Spreewald Zurück zum Sandtrockenrasen
Lokales Dahme-Spreewald Zurück zum Sandtrockenrasen
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06:00 15.03.2016
Diese Offenfläche im Langen Luch bei Hermsdorf Mühle gehört zum EU-Projekt „Feuchtwälder“. Quelle: Karen Grunow
Münchehofe

„Floppy“ und „Mops“ waren schon da. Janine Ruffer, Pamela Rall und Stefanie Luka, Mitarbeiterinnen der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, kramen neugierig die von ihnen vor einer Weile versteckte kleine Box aus einem Baumstamm hervor. Spielzeuge liegen darin und eine Liste, in der jeder Wanderer, der wie „Floppy“ und „Mops“ über Geocaching-Koordinaten das kleine Versteck gefunden hat, sich eintragen kann. Auch so können sie Neugier auf Projekte wecken, die sie in der Region betreuen.

Stefanie Luka, Pamela Rall und Janine Ruffer (v. l.) betreuen die Projekte. Quelle: Karen Grunow

Im Miethsluch bei Münchehofe, in dem auch der kleine Schatz versteckt ist, wurde gerade der Kiefernbestand ausgedünnt, um dort entdeckten selten gewordenen Pflanzen ihren früheren Lebensraum, den kalkreichen Sandtrockenrasen, wiederzugeben. „Dieser Lebensraumtyp ist besonders geschützt in der EU“, erklärt Pamela Rall. Eine aufwendige Prozedur, denn in der Region müssen erst Munitionssucher aktiv werden, bevor so eine umfangreiche Forstmaßnahme durchgeführt werden kann. Eng wird bei den Projekten der Stiftung Naturschutzfonds mit dem Landesumweltamt kooperiert. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der zuständigen Oberförsterei Hammer sei sehr gut, loben die drei. Und natürlich mit den Kollegen vom Naturpark Dahme-Heideseen. Fünf Hektar groß ist das Areal, das früher vermutlich als Wiesenfläche genutzt worden war. Hier wurde außerdem ein alter künstlicher Graben verfüllt. „Unser Ziel war, die ursprünglichen Verhältnisse wieder herzustellen“, erklärt Janine Ruffer. Das Luch ist Teil des großen Life-Sandrasen-Projektes, zu dem 20 Gebiete in der Dahmeseen-Region gehören. Bis 2019 wird hier mit Fördergeldern aus dem EU-Programm Life die Erhaltung und Wiederherstellung dieser seltenen Lebensräume realisiert.

Hintergrund

Die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg realisiert in der Region Projekte des EU-Förderprogramms Life.

Kalkmoore wurden bis 2015 unter anderem im Gebiet Pätzer Hintersee und Löptener Fenne wiederhergestellt.

Die Renaturierung von Sandtrockenrasen wird bis 2019 auf 20 Flächen im Dahme-Heideseen-Gebiet umgesetzt.

Noch bis 2022 dauert das Projekt „Feuchtwälder“, zu dem in der Region der Skabyer Torfgraben, das Dahmetal und Streganzsee-Dahme sowie Bürgerheide gehören.

In Groß Köris am Bahndamm unweit des Großen Karbuschsees sind schon Erfolge sichtbar: Im Spätherbst wurde Ohrlöffel-Leimkraut gepflanzt. Außerdem wurde für ein Forschungsprojekt der Potsdamer Universität Graue Skabiose ausgesät. Allmählich breitet sich das Silbergras stärker aus.

In den vergangenen Jahren wurden bereits erfolgreich mehrere Kalkmoor-Gebiete renaturiert. Auch im Miethsluch gibt es vermoorte Flächen. Auf den trockenen Sandrasenarealen nisten gern seltene Wespen- und Bienenarten, erzählt Janine Ruffer. Kreuzblümchen, Sandstrohblume und Zwergweidenarten wurden unter anderem hier gefunden. „Es ist nicht das artenreichste Gebiet, aber vom Entwicklungspotenzial sehr gut“, sagt sie. Im Gebiet gibt es mehrere Dauerbeobachtungsstellen, auf denen das exakte Wachstum in den nächsten Jahren kontrolliert werden kann.

Sieben solcher genau definierten Flächen hat Stefanie Luka auch auf einer Offenfläche im Langen Luch bei Hermsdorf Mühle angelegt. Auf dem zwei Hektar großen Gebiet waren rund 450 Meter Gräben, die nun mit Torf geschlossen wurden. Bei einem langen Graben, der sich durch den Wald bis zu einem alten Dahme-Mäander zieht, wurden kürzlich an mehreren Stellen Plomben eingesetzt, damit das Wasser nicht mehr abfließt. Torfmoose, eine geschützte Art, sind schon an den Rändern des Grabens zu finden. Allmählich werden sie Moore bilden, dort, wo früher schon welche waren. Das Lange Luch gehört zum Life-Projekt „Feuchtwälder“, das im gesamten Land Brandenburg einzigartige Lebensräume wiederherstellt. „Nach Abschluss einer Maßnahme“, sagt Janine Ruffer, „soll man möglichst nicht mehr sehen, dass Menschen am Werk waren.“

Von Karen Grunow

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