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Zwei von sieben Gebäuden sind jetzt schon fertig

Ministerbesuch in Waldstadt-Wünsdorf Zwei von sieben Gebäuden sind jetzt schon fertig

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Die Linke) hat am Mittwochnachmittag die Erstaufnahmeeinrichtung in Waldstadt-Wünsdorf besucht. Etwa 200 neu in Deutschland angekommene Asylsuchende sind derzeit übergangsweise auf dem Grundstück untergebracht.

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Finanzminister Christian Görke (Linke, l.) besuchte das Erstaufnahmelager mit dem DRK-Vorsitzenden Harald-Albert Swik (2. v. r.).

Quelle: Anja Meyer

Wünsdorf. Noch scheint es relativ ruhig auf dem großen Areal der im Januar neu eröffneten Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Waldstadt-Wünsdorf. Hier und da spielen ein Kinder Fußball, an anderen Ecken ist niemand zu sehen. Etwa 200 neu in Deutschland angekommene Asylsuchende sind derzeit übergangsweise auf dem Grundstück untergebracht. Platz wäre schon jetzt für 955 Menschen, bis zum Juni 2017 sollen es 1600 Plätze werden. Bis dahin ist Baustellenzeit. Am späten Mittwochnachmittag besuchte Finanzminister Christian Görke (Linke) die Einrichtung, um sich über den Stand des Aus- und Umbaus zu informieren.

„Für uns ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein“, sagte Görke. Auch wenn die Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge im Vergleich zum vergangenen Jahr gerade gering ist, wisse niemand, wie viele noch kommen. „Deshalb investieren wir in die Flüchtlingsaufnahme.“ Bislang hat das Land 19 Millionen Euro in den Umbau des ehemaligen Zossener Verwaltungszentrums gesteckt, im vergangenen Sommer rückten dort die Handwerker an. Es waren vor allem Betriebe aus der Region, wie Görke betonte.

44 Millionen Euro Investitionsvolumen

Insgesamt soll sich das Investitionsvolumen für die Außenstelle in Waldstadt-Wünsdorf auf 44 Millionen Euro belaufen, ursprünglich waren 35 Millionen geplant. Weil die medizinische Versorgung ausgebaut wurde, ist es teurer geworden. Das Röntgenzelt für die Erstuntersuchungen steht schon. In den Krankenzimmern wird noch gebaut. Die Untersuchungen der Asylbewerber sollen in Kooperation mit Klinikärzten aus Königs Wusterhausen erfolgen.

Finanzminister Görke scheint zufrieden mit dem Stand der Arbeiten. Zwei komplette Gebäude sind fertig, sieben sollen es bis zum Ende der letzten Bauphase werden. In einer Interims-Küche gibt es täglich Mahlzeiten für die Schutzsuchenden, eine Mensa soll bis Januar fertig sein. Zehn blaue Wohn-Container stehen schon. Sie wurden als erstes errichtet, um den Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Gerade wohnt dort nur eine Familie mit zwei an Masern erkrankten Kindern, wie Christiane Großer von der DRK Flüchtlingshilfe berichtet. „Sie brauchten ein bisschen Ruhe und fühlen sich da wohl“, sagt sie.

Die Container mit 440 Plätzen sollen bleiben, auch wenn in den Gebäuden selbst genug Platz zu sein scheint. So kann Brandenburg auf weitere Flüchtlinge reagieren. Das ist schon in den nächsten Tagen soweit: Am Mittwoch hatte es eine Vereinbarung zwischen Brandenburg und Berlin gegeben. Demnach wird Brandenburg 1000 Asylsuchende aus Berlin aufnehmen. Sie werden zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht.

Außenstellen der Erstaufnahme

Seit 2015 errichtet der Brandenburger Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), der zum Geschäftsbereich des Finanzministeriums gehört, Außenstellen der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt. Sie alle werden vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betrieben. „Das tragende Gerüst der Brandenburger Erstaufnahme besteht aus Wünsdorf, Doberlug-Kirchhain und Eisenhüttenstadt“, sagte der Minister. Aktuell können insgesamt 5500 Menschen aufgenommen werden, 2000 der Plätze sind belegt. Das betrifft nur die bis zu etwa drei Monaten andauernde Erstaufnahme, die das Land übernimmt. In dieser Zeit werden die Flüchtlinge registriert und erstversorgt. Nachdem sie den verschiedenen Kommunen des Landes zugewiesen wurden, sind die Landkreise und kreisfreien Städte für sie zuständig.

Um die Kommunen zu entlasten, gibt es in einem der in Wünsdorf fertiggestellten Gebäude einen Unterrichtsraum. „Hier werden fünf hauptamtliche Lehrer Kindern von sieben bis 18 Jahren Deutsch beibringen“, sagte Albert Swik, Geschäftsführer des DRK Kreisverbands Fläming-Spreewald. „Das ist normalerweise nicht die Aufgabe der Erstaufnahme“, fügte Görke hinzu. „Es soll die Integration der Kinder in den Schulen erleichtern.“ Auch an die Freizeit der Kinder wird in Wünsdorf-Waldstadt gedacht. Zwischen den ehemaligen Verwaltungsgebäuden ist viel Platz. „Da sollen noch mehr Spielmöglichkeiten entstehen“, sagt Albert Swik. Ein paar Fußballfelder sind schon da und tatsächlich immer in Betrieb.

Von Anja Meyer

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