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Zweiter Anlauf für Paul-Gerhardt-Stadt

Mittenwalde Zweiter Anlauf für Paul-Gerhardt-Stadt

Die Mittenwalder Gemeindevertreter werden vermutlich erneut über den möglichen Namenszusatz „Paul-Gerhardt-Stadt“ beraten. Hintergrund ist eine unklare Formulierungen in der Beschlussvorlage, die mit zwölf Ja- und fünf Nein-Stimmen nicht die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit erhielt.

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Die Paul-Gerhardt-Statue an der Sankt-Moritz-Kirche in der Stadt Mittenwalde.

Quelle: Dietrich von Schell

Mittenwalde. Für den Stadtverordneten Carsten Clemen (CDU) war die Entscheidung besonders enttäuschend. Er hat sich zwei Jahre lang mit einem Tourismuskonzept und viel Überzeugungsarbeit dafür eingesetzt, dass Mittenwalde den Zusatznamen „Paul-Gerhardt-Stadt“ erhält. Doch in der Sitzung am 27. Juni kam die dafür erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit nicht zusammen, zwölf Abgeordnete waren dafür, fünf dagegen.

Inzwischen ist das Thema wieder auf der Tagesordnung. Über die Beschlussvorlage wird voraussichtlich noch einmal abgestimmt. Allerdings mit verändertem Text, da dieser beim ersten Anlauf missverständlich formuliert worden sei, wie Clemen, aber auch SVV-Chef Lutz Krause (Pro Bürger) meinen. Diese unklaren Formulierungen sind denn auch der Grund für ein zweites Votum.

Gegenwind aus vier Ortsteilen

Die CDU-Fraktion und die Vertreter von Pro Bürger wollen eine neue Eingabe erarbeiten. „Die Unterstützung unserer neuen Bürgermeisterin haben wir“, sagt Clemen, der dem Tourismusausschuss vorsitzt. Die frisch gewählte Maja Buße (CDU) befindet sich jedoch noch in der „finalen Abstimmung mit Lutz Krause“, wie sie sagt, und will sich deshalb nicht näher äußern. Doch Clemen und Krause haben sich übereinstimmend geäußert. Es gehe um die Ortsschilder. Aus der ersten Beschlussvorlage sei nicht eindeutig hervorgegangen, dass man Zusatzschilder aufstellen wolle, auf denen „Paul-Gerhardt-Stadt“ steht, genauso wie es Königs Wusterhausen mit der „Funkerstadt“ praktiziert. Möglich wäre dann auch, dass manche Ortsteile diese Zusatzschilder nicht aufstellen lassen.

Denn daher weht der Gegenwind. Nicht alle Ortsbeiräte – es steht vier gegen vier – sehen eine Verbindung zu Paul Gerhardt. Der Stadtverordnete Uwe Schmidt (SPD), auch Mitglied im Töpchiner Ortsbeirat, sagte: „Mir ist nicht bekannt, dass Paul-Gerhardt in Töpchin gewesen ist.“

Mittenwalde als Marke

So argumentiert auch der Stadtverordnete Werner Hannig (Linke) aus dem Ortbeirat Schenkendorf-Krummensee. „Wenn der Ortsteil Mittenwalde Paul Gerhardt ehrt, wo er als Pfarrer gewirkt hat, und in touristischen Informationen auf ihn hinweist, so ist ihm das unbenommen.“ Aber den Namen einer ganzen Stadt zu ändern, sei eine andere Sache. „Vier Ortsteile waren dafür, vier dagegen, das sollte man respektieren“, so Hannig. Ihm kommt es jetzt so vor, als wolle man so lange abstimmen, bis es doch endlich klappt.

Carsten Clemen sieht in dem Namenszusatz die Chance, Mittenwalde eine Marke zu geben, die sich touristisch nutzen lässt, und mit der sich die Bewohner identifizieren könnten. Immerhin ist der berühmte Komponist von Kirchenliedern weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Von 1651 bis 1657 war er Pfarrer in der Sankt-Moritz-Kirche.

Von Dietrich von Schell

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