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Zwerge, Punkrocker und viel Spaß im Stroh

Königs Wusterhausen Zwerge, Punkrocker und viel Spaß im Stroh

Seit zehn Jahren gibt es das große Bergfunk-Open-Air in Königs Wusterhausen, bei dem am Wochenende wieder viele Bands begeistert gefeiert wurden. Der Verein Stubenrausch, dessen Mitglieder das Festival organisieren, hatte erstmals auch den Zwergfunk für kleine Besucher ins Leben gerufen.

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Rundum tolle Atmosphäre: Auf der großen Bühne vor dem Senderhaus 3 auf dem Funkerberg trat auch „Banda Internationale“ auf, eine fetzige Blasmusik-Combo aus Dresden, bei der auch Geflüchtete ihre musikalischen Wurzeln einbringen.

Quelle: Karen Grunow

Königs Wusterhausen. „Tanzt! Tanzt! Tanzt!“, ruft der Sänger von „Tequila and the Sunrise Gang“ am späten Samstagnachmittag ins Publikum auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Doch das ist eh längst willig, hat sich von anderen Bands bereits gut anheizen lassen. Es ist wieder Bergfunk, das zweitägige Open-Air, das die Mitglieder des Vereins Stubenrausch seit 2007 mittlerweile organisieren. Zum Geburtstag gibt es dann auch noch eine eigens kreierte Bergfunk-Hymne von den Lokalmatadoren „Fläxibel“.

Bergfunk erstmals mit Zwergfunk, dem Festival-Spielplatz

„Um die Zeit war es noch nie so voll“, freut sich Juana Rockstroh vom Vorstand des Vereins am Samstagnachmittag. Das liegt auch daran, dass es zum ersten Mal beim Bergfunk den Zwergfunk gibt. Ein kleines Areal mit Hüpfburg, Spiel- und Malaktionen und den Clowns der Zauberwerkstatt. Zudem ist die Deutsche Tinnitus-Stiftung Charité dabei und verleiht kostenlos Schutzkopfhörer für die Kleinen. Viele Eltern nutzen das, tanzen mit ihren Kindern vor den Festivalbühnen und schauen zwischendurch immer mal wieder beim Zwergfunk vorbei. Oder beim Stubenrausch-Café, wo es in liebevoll gezimmerter Deko Softeis gibt. Davor haben es sich viele Besucher auf den aus Paletten gebauten Liegen gemütlich gemacht.

Zwergfunk

Zwergfunk

Quelle: Karen Grunow

Denn während der Samstag sogar mit ein paar Sonnenstrahlen punkten kann, ist der Bergfunk-Freitag ziemlich verregnet. Trotzdem kommen etwa 700 Besucher, um gefragte Vertreter der Singer-Songwriter-Szene zu erleben. Das Duo „Eveline“ ist dabei oder die für ihre poetischen Lieder gefeierte Sängerin Missincat.

Hauptbühne und mehrere Nebenbühnen

Ausgestattet mit Regenponchos überstehen alle gut den Abend, dessen Höhepunkt der Auftritt von Maxim auf der großen Bühne wird. Das Publikum hat es an beiden Tagen leicht; endet ein Auftritt auf der Hauptbühne, wenden sich die Besucher nach rechts, gehen ein paar Schritte und schon stehen sie vor dem „Forstamt“, der kleinen Bühne des Festivals. Damit Bergfunk hier nicht zur Matschparty wird, hat das Reitgut Boddinsfelde mit dem Trecker eine große Ladung Stroh vorbeigebracht, die von den Stubenrauschlern und vielen freiwilligen Helfern über den Boden verteilt wurde. Das wirkt gemütlich und bringt Spaß, weil schon mal Stroh wie Konfetti auf die tanzenden Zuschauer rieselt.

„Inge & Heinz“

„Inge & Heinz“

Quelle: Karen Grunow

Bei der Luckenwalder Spaßcombo „Inge & Heinz“, die wie seit Jahren schon am Bergfunk-Samstag als erste Band auftritt, regnet es dagegen Papierschmetterlinge. Und es gibt Eierlikör. Fesch kostümiert spazieren Band-Mitglieder damit durch das Publikum, das teilweise anfangs ob des schrägen Aufzugs der Truppe erst irritiert, dann amüsiert und bald schnell begeistert ist. Auch Lars und Meike von der Band „Radius of the Sun“ geht es so; später werden sie sagen, dass „Inge & Heinz“ ein Highlight des Festivals sind. Die zwei und ihre beiden Band-Kollegen sind nach ihrem eigenen Auftritt überglücklich. Im Juni hatten „Radius of the Sun“ den Bergfunk-Bandcontest gewonnen und damit einen Auftritt beim Open-Air. Für eine junge Band ein Meilenstein, denn mit „Turbostaat“ und „The Intersphere“ sind diesmal weithin bekannte Bands beim Festival dabei. „Wir freuen uns riesig, hier zu sein“, ruft Meike ins Publikum, das die Songs der Band mit viel Applaus quittiert. „Man merkt, mit was für einem Herzblut das hier aufgebaut ist“, sagt Meike danach, als sie selbst wie eine normale Festival-Besucherin unterwegs ist.

Freiwillig, ehrenamtlich, professionell

Rund 60 Helfer sind im Einsatz, alle freiwillig, viele davon sind auch beim Stubenrausch-Verein. Ein Festival, das mit ehrenamtlichem Engagement hochprofessionell realisiert wird. Im Backstage-Bereich stehen große Zelte mit Couchen, Kühlschränken und Catering für die Künstler, lustige Spiele haben sich die Vereinsmitglieder für die Stars der beiden Abende überlegt. Und eine Überraschung am Samstag: Bevor „Turbostaat“ als Hauptact und später noch „Congoroo“ zum Abschluss des Festivals auftreten werden, gibt es ein riesiges Feuerwerk.

Hauptact Turbostaat

Hauptact Turbostaat.

Quelle: Karen Grunow

Schon am Donnerstag wurde das Festivalgelände mit „Tiere streicheln Menschen“ eingeweiht. Ludwig Scheetz, einer der beiden Stubenrausch-Vorsitzenden, erinnert an die Anfänge des Bergfunks: „Es begann auf dem Hinterhof der Kultkneipe Katakombe mit einer Bühne aus Paletten.“ Mit einer Bilderausstellung und Video wird die Entwicklung des Festivals in einer Ecke des Geländes dokumentiert. Porträts aller Helfer sind dabei, altersmäßig sind sie bunt gemischt. Das trifft auch für das Publikum zu: Wer Punkrock früher liebte, hört es heute noch gern. Auch das macht den Bergfunk so sympathisch, dass jeder sich wohlfühlen kann.

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Mit Bands wie Turbostaat, The Intersphere oder Maxim wurde der Funkerberg wieder zum Festivalort. Zum ersten Mal gab es auch den „Zwergfunk“ mit Aktionen für Kinder, denn der Bergfunk ist seit jeher beliebt bei Familien. Hier die schönsten Impressionen.

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Von Karen Grunow

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