Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Zwischen Jura-Studium und Kommunalpolitik
Lokales Dahme-Spreewald Zwischen Jura-Studium und Kommunalpolitik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:51 30.11.2016
Tobias Schröter (SPD). Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Anfangs wurde er belächelt, inzwischen hat sein Wort Gewicht. Tobias Schröter (SPD), mit 23 Jahren der jüngste Stadtverordnete in Königs Wusterhausen, ist Freizeitpolitiker aus Leidenschaft.

Sie scheinen das Vorurteil zu widerlegen, dass Politik junge Leute abschreckt. Was ist so spannend daran, in der Freizeit dicke Vorlagen durchzuwühlen, die kein normaler Mensch auf Anhieb versteht?

Ich studiere Jura und finde mich deshalb im Verwaltungsdeutsch relativ gut zurecht. Es fällt mir nicht schwer, diese Sachen zu verstehen. Das Spannende an der Kommunalpolitik ist für mich, gestalten zu können. Ich bin im Neubaugebiet aufgewachsen, hier zur Schule gegangen. Das ist meine Stadt.

Sie sind 2014 in den Stadtrat gewählt worden – ihr Fazit nach zwei Jahren?

Die Leute haben gemerkt, dass es fachlich fundiert ist, was ich sage. Inzwischen melden sich auch Bürger und bitten um Hilfe. Ich fühle mich anerkannt. Ich habe allerdings lernen müssen, dass man auch Geduld braucht. Vieles dauert oft recht lange, aber es tut sich dann doch was.

Sie meinen, bis sich etwas ändert?

Ja, die Awo-Integrationskita im Neubaugebiet ist so ein Beispiel. Seit zehn Jahren wird der Neubau besprochen, aber es passierte nichts. Die Kita hatte einfach keine Lobby in der Stadtpolitik. Es lag nicht am Geld, sondern es haperte an der Umsetzung. Ich habe mich mit dafür eingesetzt, dass sich etwas bewegt. Inzwischen stehen die Planungen, der neue Standort steht fest. 2020 soll die neue Kita eröffnet werden.

Ist das ein Glücksmoment für Sie als Stadtverordneter?

Ich freue mich, dass dieses Vorhaben endlich umgesetzt wird und dass ich einen Teil dazu beitragen konnte. Genau dafür bin ich in die Kommunalpolitik gegangen.

Ein Teil des Neubaugebietes gilt als Problemzone der Stadt. Was tun Sie dagegen?

Ich hoffe das sehr. Mich wunderte, dass es Konzepte für die Innenstadt gibt, aber nicht für das Neubaugebiet, in dem gut ein Drittel der Einwohner von Königs Wusterhausen lebt. Das sollte es uns doch genau so wert sein. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Stadt ein Entwicklungskonzept für das gesamte Neubaugebiet erarbeiten lässt. Das wird jetzt ausgeschrieben, in einem Jahr sollen Ergebnisse vorliegen. Es hat sich also gelohnt, Druck zu machen, wenigstens der Anfang ist gemacht.

Gelegentlich kritisieren Bürger die Intransparenz von Entscheidungen, wie etwa beim geplanten Gehwegbau in Körbiskrug. Wie kann das besser werden?

Nicht alle Entscheidungsabläufe sind hundertprozentig transparent, das ist so in der Politik. Ich gebe mir immer große Mühe zu erklären, warum Entscheidungen so gefallen sind. Ich nutze meine Webseite und soziale Netzwerke wie Facebook, wo ich zum Beispiel die Sitzungen kurz zusammenfasse. Ich kann nicht erwarten, dass der Bürger zu uns kommt, sondern muss die Informationen zu ihm bringen.

Warum werden Sitzungen der Stadtverordneten nicht einfach im Internet live übertragen?

Ich wäre sehr dafür, die Sitzungen sind ja sowieso öffentlich. Die Leute sollen mitkriegen, was passiert. Aber ich glaube, das ist derzeit nicht mehrheitsfähig.

Apropos Mehrheiten – wie halten Sie es im Umgang mit den anderen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung?

Als SPD sind wir für Mehrheiten mindestens auf zwei Partner angewiesen. Ich bin für eine sachliche Zusammenarbeit. Wir haben schon mit Linken, CDU, Piraten und der FDP gemeinsame Anträge eingebracht. Das ist kein Problem.


Von Frank Pawlowski

Polizei Dahme-Spreewald: Polizeibericht vom 29. November - Jugendlicher ausgeraubt

Ein 15-Jähriger wurde am Montag in Schönefeld von einer Gruppe Kinder und Jugendlicher zunächst bedroht und anschließend beraubt. Dabei verletzte ihn einer der Angreifer mit einem Messer am Bauch. Nach der Tat flüchteten die Täter in Richtung Berlin. Die Polizei sucht nun Zeugen.

29.11.2016

Über von Flugzeugen ausgehenden Lärm können Bürger sich beim Fluglärmschutz­beauftragten Patrick Strogies beschweren. Das taten im Jahr 2009 besonders viele Menschen aus den Städten und Gemeinden rund um Schönefeld, dann ebbte die Beschwerdewelle ab. Im Jahr 2015 wurden nun erstmals wieder mehr Rügen verzeichnet.

29.11.2016
Teltow-Fläming Dahmeland-Fläming - Gründerzeit 4.0

Die Region Dahmeland-Fläming gilt auch deshalb als wirtschaftlich stärkste und dynamischste Region in Ostdeutschland, weil sie Firmengründern einiges zu bieten hat. Ein Jungunternehmer berichtet von seinen Erfahrungen.

29.11.2016